Kreisläufer Wolters ist seit „Mini-Minis“ ein roter Löwe

Braunschweig  Bei den Braunschweiger Drittliga-Handballern hat sich das Eigengewächs einen Stammplatz erkämpft und darf nun sogar in der Abwehr ran.

Niklas Wolters setzt sich vehement durch.

Niklas Wolters setzt sich vehement durch.

Foto: Frank Rieseberg

Das starke Abschneiden der Handballer des MTV Braunschweig als Aufsteiger in die 3. Liga bis zur pandemiebedingten Pause seit Anfang November - drei Siege bei nur einem Unentschieden und einer Niederlage - ist eng mit der Entwicklung von Niklas Wolters verknüpft. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung hat es das Eigengewächs bis zu einem der Topspieler der Drittliga-Mannschaft geschafft und scheint längst noch nicht auf dem Zenit angekommen zu sein. Denn erstmals wird der 23-Jährige auch in der Deckung eingesetzt und macht seine Sache dort richtig gut.

Als Kreisläufer ist er jedenfalls seit dieser Saison die unangefochtene Nummer eins im Dress der roten Löwen und erzielte in den bisherigen Saisonspielen 19 Treffer. Damit ist er der viertbeste Werfer im Team. Vorige Saison teilte sich Wolters diese Position noch mit Klaas Nikolayzik, der nun in der zweiten Mannschaft spielt. „Ich habe einen guten Schritt nach vorne gemacht. Das hatte sich bereits in der Saisonvorbereitung angedeutet. Die hohen Spielanteile in der Oberliga waren sehr wichtig für mich“, sagt Wolters. Und Trainer Volker Mudrow lobt rückblickend: „Niklas hat gezeigt, wie die Entwicklung verlaufen kann. In der Oberliga war er der beste Kreisläufer.“

In der Verteidigung zuletzt in der A-Jugend eingesetzt

In der Vorbereitung brachte Mudrow Wolters erstmals auch in der Deckung. „Da haben wir gesehen, dass es funktioniert“, sagt der Student für Grundschullehramt an der TU und ergänzt, dass er zuletzt in der A-Jugend in der Verteidigung gespielt habe. Durch diese Umstellung ist seine Spielzeit natürlich erheblich gestiegen. „Fast durchzuspielen – das ist schon ein Brett“, sagt Wolters über seine neue und nun größere Rolle im Team. Trotz des tollen Starts sei der Klassenerhalt das große Ziel. Der erste Aufstieg in die dritte Liga und jüngst die Rückkehr in die Drittklassigkeit sind ihm in besonderer Erinnerung.

Seit seinem vierten Lebensjahr spielt Wolters beim MTV – angefangen hat er unter Renate Gebert bei den so genannten „Mini-Minis“. Kreisläufer ist er seit der D-Jugend. In der C-Jugend musste er sogar eine Saison als Torwart einspringen, doch im zweiten Jahr in dieser Altersklasse ging es zurück an den Kreis. Seine Drittliga-Mitspieler Philipp Krause und Lasse Giese kennt er seit jenen Tagen. Die meisten Anspiele an den Kreis erhält er von Spielmacher Krause. „Wir verstehen uns blind“, sagt Wolters. Und in der Tat erfolgen die Anspiele oft ohne Blickkontakt.

Handballsport lag bei Wolters in der Wiege

Der Handballsport wurde Wolters in die Wiege gelegt. Vater Peter war für Varel sogar in der 2. Bundesliga aktiv und später auch Spieler beim MTV Braunschweig. Als Jugendlicher jagte Niklas kurzzeitig auch dem Fußball hinterher. Doch der Hallensport setzte sich durch - zum Glück für den MTV. Denn der Braunschweiger ist ein Paradebeispiel für die gute Nachwuchsarbeit und ein Vorbild für die Talente, die von einem Sprung in die erste Mannschaft träumen.

Wolters Spitzname lautet übrigens „Wolters“ - und damit wird von seinen Teamkameraden auch auf die Traditionsbrauerei angespielt. Auf dem Brauerei-Gelände an der Wolfenbütteler Straße fand unter strengen Hygienevorschriften im Spätsommer die Saisoneröffnungsfeier statt. „Ich werde oft gefragt, ob ich mit dem Unternehmen etwas zu tun habe“, verrät Wolters. Hat er aber nicht. Eine Anfrage für eine Spieler-Patenschaft, diese Werbeleistung bietet der MTV an, ist noch nicht erfolgt. „Ich warte noch darauf“, scherzt der Namensvetter.

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