Nico Dilukila – für Dennis Schröder „wie ein großer Bruder“

Braunschweig.  Der Trainer der SG Braunschweig spielte einst zusammen mit NBA-Star Schröder in der Löwenstadt und kehrte im Sommer als Coach zurück.

Dicke Kumpels: Dennis Schröder und Trainer Nico Dilukila geben in der Tunicahalle gemeinsam Anweisungen. Der NBA-Star und Löwen-Boss hat seinem einstigen Mitspieler als Nachwuchsentwickler zurück nach Braunschweig geholt.

Dicke Kumpels: Dennis Schröder und Trainer Nico Dilukila geben in der Tunicahalle gemeinsam Anweisungen. Der NBA-Star und Löwen-Boss hat seinem einstigen Mitspieler als Nachwuchsentwickler zurück nach Braunschweig geholt.

Foto: Privat

Die Novemberwochen haben Nico Dilukila und Dennis Schröder richtig genossen. Sie trafen sich fast täglich – so wie in alten Zeiten, als sie von 2009 bis 2011 für den damaligen Zweitligisten SG Basketball spielten. Während Schröder inzwischen in der amerikanischen Profiliga NBA bei seinem neuen Verein weilt, den Los Angeles Lakers, steht für Dilukila Nachwuchsarbeit in Braunschweig auf dem Programm.

Dilukila wohnte in einer WG mit NBA-Profi Daniel Theis

„Ich war einer der ersten, der von dem Wechsel wusste und freue mich für Dennis. Denn die Lakers sind mein Lieblingsverein“, sagt Dilukila, dessen Spitzname in Anlehnung an die Erdnussmischung Nic Nac lautet. Vor zwei Jahren bereiste er die Staaten, wollte sich gerne ein Spiel anschauen. „Doch das hat nicht geklappt“, ergänzt der neue Coach der SG Junior Löwen sowie der Zweitregionalliga-Männer.

Ein Rückblick in das Jahr 2009: Der eine Profikarriere anstrebende Dilukila bildete mit dem zweiten Braunschweiger NBA-Mann Daniel Theis eine Wohngemeinschaft, in der auch Dennis Schröder oft zu Gast war. Der damals 15-jährige Schröder spielte kurzzeitig für Wolfenbüttel. „Ich habe ihm geraten zurück zur SG zu gehen“, erinnert sich der heute 32-Jährige. Und dort konnte Schröders Stern unter seinem Entdecker und Vaterfigur Liviu Calin endgültig aufgehen.

Der neue Coach bereitet den Weg für Dennis Schröders Karriere

Man kann also getrost sagen, dass Dilukila für Schröder ein ganz wichtiger Wegbegleiter auf dem Weg nach oben wurde. Seit jener Zeit gehört Dilukila zum engsten Freundeskreis des Stars. „Ohne Nic Nac wäre ich wohl nicht zurück nach Braunschweig gewechselt“, bestätigt Schröder und ergänzt: „Er war wie in großer Bruder für mich.“

Wie für Basketballer üblich, spielten sie zu jener Zeit an der Konsole NBA-Spiele. „Es ist schon witzig, heute spielt Dennis gegen sich selber. Wenn ich spiele, gehört Dennis natürlich zu meiner festen Startaufstellung“, berichtet Dilukila. Der gebürtige Nürnberger muss ein wenig schmunzeln, wie das für seinen früheren Mitspieler alles Realität geworden ist, was damals noch ein großer Traum war.

NBA-Star Schröder holt seinen Kumpel wieder nach Braunschweig

Nun kreuzen sich die Wege der beiden im Braunschweiger Basketball erneut. „Es war mein erster Gedanke, als ich die Löwen übernommen habe, dass ich Nic Nac nach Braunschweig hole. Er teilt die gleiche Vision, junge talentierte Spieler nach vorne zu bringen“, sagt Löwen-Alleingesellschafter Schröder.

Ausschlaggebend war auch, dass Dilukila die nötige Expertise für die Nachwuchsarbeit mitbringt. Mehrere Jahre arbeitete er beim Nürnberger Basketball Club als Jugendkoordinator und war Mittelfranken-Auswahltrainer. Und er weiß aus eigener Erfahrung, wie es für einen jungen Spieler im Leistungssport ist.

Erfahrung als Zweitliga-Profi und Jugend-Auswahltrainer

Als Fünftklässler griff Dilukila erstmals zum orangenen Leder. Mitschüler hatten ihn indirekt aufgefordert: „Wir sehen dich beim Training.“ Er durchlief für Breitengüßbach selbst die Nachwuchs-Bundesliga, wo er mit den späteren Nationalspielern Tim Ohlbrecht und Karsten Tadda (aktuell Oldenburg) um den Titel mitspielte.

Calin war auf Dilukila aufmerksam geworden, weil dieser in Spielen gegen Braunschweig groß aufdrehte. Von den geplanten drei Spielzeiten absolvierte er jedoch nur zwei im Trikot der SG. Die erste Saison verlief wie erhofft, die zweite weniger, auch, weil er nebenbei seinen Zivildienst ableistete.

Anschließend wechselte er in die zweite Bundesliga zum TV Lich und beendete nach weiteren Zweitliga-Stationen mit 26 Jahren recht früh seine Profilaufbahn. „Das konnten viele nicht glauben, aber es war der richtige Schritt“, ist Dilukila rückblickend überzeugt.

Lob für Nachwuchschef Liviu Calin

Denn er hat sich längst im Trainergeschäft etabliert und will künftig Löwen-Talenten den Weg in die Bundesliga ebnen. Diesbezüglich kann er sich keinen besseren Mentor als Calin vorstellen. „Liviu sieht Dinge, die einem nicht gleich auffallen“, sagt Dilukila. Momentan dürfen sie wegen der Pandemie lediglich Individualtraining geben.

Nur drei Spiele konnte die U19 bislang austragen und zwei gewinnen. „Nico ist motiviert und ehrgeizig, ein Teil des Puzzles, das wir hier zusammenfügen wollen“, verdeutlicht Calin. Nach dem beigelegten Zwist zwischen den Löwen und der SG vorige Saison wird die Jugendarbeit neu aufgestellt.

Einen Besuch im Staples Center möchte Dilukila natürlich jetzt, wo sein Freund dort spielt, erst recht schnellstmöglich nachholen, sobald es pandemiebedingt möglich ist. Bis dahin wird er sicherlich einige Male via Spielekonsole zu Gast bei den Lakers sein.

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