Trainer Kohn ist bei MTV-Handballern ein wichtiger Faktor

Braunschweig.  Der Ex-Spieler ist in Braunschweig sesshaft geworden, organisiert als technischer Leiter den Spielbetrieb und will mit dem zweiten Team aufsteigen.

Trainer Stephan Kohn will die zweite Mannschaft des MTV näher an die erste heranführen, durch einen Aufstieg in die Oberliga.

Trainer Stephan Kohn will die zweite Mannschaft des MTV näher an die erste heranführen, durch einen Aufstieg in die Oberliga.

Foto: Darius Simka / regios24

Seit 13 Jahren ist der gebürtige Dorfmarker Stephan Kohn mehr oder weniger täglich im Einsatz für die Handballer des MTV – zunächst als Spieler, seit 2009 als Trainer und seit knapp zwei Jahren auch als technischer Leiter des Vereins. Doch auch ihn bremste das Corona-Virus ungewollt ein wenig in seiner Tätigkeit aus.

Kaputte Schulter stoppt Handball-Karriere

Apropos Ausbremsen: Wegen seiner zweiten schweren Schulterluxation, die erste hatte er bereits mit 19 Jahren an der linken Schulter und die zweite am Wurfarm rechts, musste Kohn nach nur zwei Spielzeiten beim MTV seine aktive Karriere viel zu früh beenden.

„Ich bin dann per Zufall ins Trainergeschäft gerutscht“, erinnert sich der 34-Jährige, der zum damaligen Zeitpunkt an der TU Maschinenbau studierte. Dort ist er heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Der Zweimetermann wollte seinem geliebten Sport aber treu bleiben. Im Alter von sieben Jahren kam er zum Handball.

Jugend-Bundesliga unter abenteuerlichen Bedingungen

Kohn übernahm zunächst eine B-Jugend und später auch die A-Junioren zu deren Bundesliga-Zeiten. „Das waren zwei Jahre unter abenteuerlichen Bedingungen. Mit geringsten Mitteln sind wir in dieser Klasse angetreten“, sagt Kohn rückblickend, aber mit einem gewissen Stolz. Denn Vereine wie die Füchse Berlin würden eine deutlich sechsstellige Summe in ihren Nachwuchs stecken. Seine Jungs konnten mit der meist namhaften Konkurrenz dennoch ordentlich mithalten.

Mit dabei war damals Klaas Nikolayzik, vorige Saison noch Kreisläufer der MTV-Drittliga-Mannschaft und jetzt Leistungsträger unter Kohn in der zweiten Mannschaft, die mit zwei Siegen in die Verbandsliga-Saison gestartet ist und als Tabellenführer hofft, dass es bald weitergehen kann.

Stephan Kohn will Spieler für die Erste ausbilden

Die Reserve, die halbe Mannschaft spielte bereits in der Jugend unter Kohn, peilt den Aufstieg in die Oberliga an. „Das ist die ausgeglichenste Mannschaft seit Jahren“, schwärmt der Trainer, der die Zweite einst aus der Regionsoberliga über die Landes- in die Verbandsliga führte. Einmal gelang auch schon der Sprung in die Oberliga. Dauerhaft möchte sich der MTV mit einem Drittliga- und direkt darunter einem Oberliga-Team etablieren. Das Ziel heißt Durchlässigkeit beziehungsweise Spieler für die erste Mannschaft auszubilden.

Der frühere Profi, Nationalspieler und Bundesliga-Coach Volker Mudrow, der 2013 in seine Heimat Braunschweig zurückgekehrt ist und als Trainer der ersten Mannschaft für den Aufschwung Richtung Drittklassigkeit sorgte, ist voller Lob über Kohn. „Ich bin ja erst später dazugekommen. Stephan ist ein ganz wichtiger Faktor. Er hat großen Anteil daran, dass der Verein da steht, wo er jetzt steht“, sagt Mudrow, sprich sportlich und organisatorisch gut aufgestellt.

In der Löwenstadt verwurzelt

Vor allem im organisatorischen Bereich ist Kohn immer zur Stelle, kümmert sich als technischer Leiter des Vereins zusammen mit Guido Peschmann und Martin Hofer um „das ganze Drumherum“ in der Handball-Abteilung. Unter dem vor zwei Jahren verstorbenen Abteilungsleiter Hans Werner Gebert hatte Kohn bereits einige Aufgaben übernommen. Sie verband eine Freundschaft. Und so ist es Kohn ein besonderes Anliegen, mit seinem Engagement die Lücke zu füllen.

Kohn dürften jedenfalls noch viele tolle Momente beim MTV bevorstehen. Mit seiner Frau Elena, einer Grundschullehrerin und gebürtig aus Bielefeld, hat er 2017 im Norden der Stadt ein Haus gekauft, es trotz der vielen Zeit für den Handball komplett umgebaut. Seit 2018 sind sie glückliche Eltern. „Wir sind Braunschweiger geworden und wollen definitiv hier bleiben“, verdeutlicht Kohn, wie sehr seiner Familie der MTV und die Löwenstadt ans Herz gewachsen sind.

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