Ein riesiges Basketball-Talent mit Braunschweiger Wurzeln

Braunschweig.  Neuzugang Sananda Fru ragt beim Nachwuchs der Basketball-Löwen Braunschweig heraus.

Die Profikarriere im Blick: Löwen-Nachwuchsstar Sananda Fru vor der Christophorusschule, wo er im Internat wohnt.

Die Profikarriere im Blick: Löwen-Nachwuchsstar Sananda Fru vor der Christophorusschule, wo er im Internat wohnt.

Foto: Privat

Dass ein hochtalentierter Basketballer aus der Hauptstadt den Weg in die Löwenstadt nimmt, ist nicht gerade der Regelfall. Der viel umworbene Sananda Fru hat sich dennoch für diesen Weg entschieden – und das sogar langfristig. Der 17-Jährige von den Berlin Tiger Kreuzberg trumpft bislang mit herausragenden Statistiken auf und trainiert bereits zwei bis drei Mal wöchentlich mit den Löwen-Profis. Die November-Corona-Pause kommt sportlich betrachtet nun alles andere als gelegen.

„Ich wollte Berlin aus unterschiedlichen Gründen verlassen und habe daher eine neue Herausforderung gesucht. Bei einem Tryout im Sommer waren die Löwen von mir begeistert“, berichtet Fru, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Ausschlaggebend war außerdem, dass er Einzeltraining von Talententwickler Liviu Calin erhält, dem Entdecker und Förderer von NBA-Spieler Dennis Schröder sowie zahlreicher Bundesliga-Profis. „Beide haben sehr viel erreicht. Auch deswegen bin ich hierher gekommen“, sagt der 2,08 Meter große Athlet.

Eindrucksvolle Statistiken

Die Statistiken von Fru in der noch jungen und wegen der Pandemie unter erschwerten Bedingungen laufenden Saison sind eindrucksvoll. Auf 26,7 Punkte sowie sensationelle 17,3 Rebounds kommt der junge Berliner durchschnittlich in der Nachwuchs-Bundesliga. Seine Bestleistung: 35 Punkte und 21 Rebounds beim Auswärtserfolg in Bremerhaven. Dass die U19-Löwen gut dastehen, liegt vor allem in der Dominanz von Fru begründet.

Der Neu-Braunschweiger soll in Hinblick auf eine professionelle Karriere eher zum Flügel als zum Center ausgebildet werden. Im Männerteam der SG konnte der Perspektivspieler ebenfalls vollends überzeugen. Das Farmteam der Löwen ist nach vier Begegnungen unbesiegt Tabellenführer in der zweiten Regionalliga. Knapp 11 Zähler im Schnitt steuert Fru bei. Der angestrebte Aufstieg scheint machbar.

Vielseitig einsetzbar und schnell

„Sananda ist ein sehr viel versprechender Spieler, vielseitig und schnell. Bei uns hat er die Möglichkeit, individuell stark gefördert zu werden“, sagt Nico Dilukila, Coach der Jugend und der SG, über seinen Leistungsträger.

Für seinen großen Traum, es ins Profigeschäft zu schaffen, investiert Fru eine ganze Menge. Zwei bis drei Trainingseinheiten absolviert er täglich. Geplant sind künftig auch Einheiten in der Mittagspause. Denn Fru besucht momentan den zwölften Jahrgang und hat im Ganztagsbetrieb bis 15.30 Uhr Unterricht. Im Sommer 2022 möchte er sein Abitur in der Tasche haben. Im Internat der Christophorusschule CJD wohnt er bereits allein und regelt seinen Tag selbstständig.

Für das U18-Nationalteam nominiert

Als bislang größten Erfolg bezeichnet Fru seine Nominierung zu einem U18-Nationalmannschaftslehrgang. Zudem wurde er mit Schöneberg Vierter bei der U14-DM. Zum Basketball kam er eher zufällig. Anfangs stand Fußball im Fokus. Den Anstoß, die Sportart zu wechseln, gab seine Mutter Tatjana, da er sehr früh recht groß war. Sieben Jahre ist er nun dabei.

An der Oker hat sich Fru schnell eingelebt. „Wurzeln meiner Familie liegen in Braunschweig“, verrät er. Auch das habe es ihm einfach gemacht, den Löwen die Zusage zu geben. Seine Mutter lebte sieben Jahre in der Löwenstadt. In jungen Jahren war Sananda Fru sogar mehrfach in den Schulferien in Braunschweig zu Besuch. Denn sein Stiefopa lebt ganz in der Nähe vom schönen Prinzenpark. In der grünen Oase des östlichen Ringgebiets wurde übrigens Dennis Schröder entdeckt. Wenn das mal kein gutes Omen für den weiteren Werdegang ist.

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