Volleyball-Zweitligist USC: Mit neuer Abwehr-Taktik zum Erfolg?

Braunschweig.  Die Zweitliga-Volleyballer starten mit neuen Protagonisten aber auch Verletzungssorgen in die Saison. Das Ausfall eines Führungsspielers schmerzt.

Mit dieser Mannschaft gehen die Zweitliga-Volleyballer des USC Braunschweig in die Saison 2020/21: Tim Fröhlich (von links), Börge Albers, Marvin Koch, Pascal Grothe, Nils Oppel, Moritz Angele, Jonas Rummel, Philipp Wolter, Bozhidar Kolev, Stefan Spieweg und Spielertrainer Antti Poikela. Es fehlen: Johannes Gottschall, Julius von Henninges und Benedict Voth.

Mit dieser Mannschaft gehen die Zweitliga-Volleyballer des USC Braunschweig in die Saison 2020/21: Tim Fröhlich (von links), Börge Albers, Marvin Koch, Pascal Grothe, Nils Oppel, Moritz Angele, Jonas Rummel, Philipp Wolter, Bozhidar Kolev, Stefan Spieweg und Spielertrainer Antti Poikela. Es fehlen: Johannes Gottschall, Julius von Henninges und Benedict Voth.

Foto: Bernward Comes

Ein Flipchart steht sinnbildlich für den Umschwung beim USC Braunschweig. Auf ihm bereitet Antti Poikela, der neue Spielertrainer der Zweitliga-Volleyballer, akribisch und detailversessen seine Einheiten und Spiele vor. Der Finne, der im vergangenen Jahr bereits dem Kader angehörte, hat dieses Stilmittel nicht nur wegen der selten auftretenden Sprachbarriere gewählt, sondern auch, um seine Spielidee schnell in die Köpfe seiner Akteure zu bringen. „Für mich ist es eine Hilfe, um meine Einheiten zu planen. Und die Spieler können sich schon in den Pausen auf die neue Übung einstellen“, sagt der 31-Jährige, der als Volleyball-Profi in Europa viel herumgekommen ist.

USC Braunschweig – sieben Neuzugänge für die 2. Liga

Das Engagement beim USC ist für den Außenangreifer sein erstes als Cheftrainer einer Herrenmannschaft. Ansprache, Trainingsplanung – das alles sei noch neu: „Aber es fühlt sich immer natürlicher an. Ich dachte, es ist komplizierter“, sagt Poikela, zu dessen Kader die Neuzugänge Tim Fröhlich, Nils Oppel, Julius von Henninges, Bozhidar Kolev, Marvin Koch und Pascal Grothe zählen.

Der Umbruch ist moderat ausgefallen, aber doch größer als gedacht. Dafür erkennt man nicht nur auf dem Flipchart, dass sich das Spiel des USC verändert hat. Vergleiche mit seinem Vorgänger Marcus Weber meidet Poikela. Er sagt nur: „Wir wollen Volleyball nicht komplizierter machen, als es ist.“ Was auffällt: Die defensiven Abläufe wirken strukturierter, die Aufgabenverteilung klarer. Und! Die Mannschaft verteidigt deutlich weiter vorn als noch in der vergangenen Saison. Diese Beobachtung bestätigt auch der neue Coach. Der Hintergrund: „Wir wollen uns größer machen, wollen das Spielfeld so voll wie möglich machen, um die Chance zu erhöhen, den Ball abzuwehren und es den Angreifern so schwer wie möglich machen“, erklärt Poikela und schmunzelt. Die Vorbereitung habe gezeigt, dass das Team das neue System auch spielen kann. „Wir sind guter Dinge, die Mannschaft hat super mitgezogen“, befindet auch USC-Präsident Volker Ernst, der gespannt ist, wie Poikela die Doppelrolle im Spielbetrieb ausfüllt. Angesichts der Mehraufgaben wurde der Kader aufgestockt. Dass nun allerdings Johannes Gottschall, einer der wichtigsten Spieler, monatelang wegen einer Rückenverletzung ausfällt, trifft die Braunschweiger hart. „Hannes ist ein sehr guter Spieler, aber vor allem ist er als Führungsfigur und Typ nicht zu ersetzen“, weiß Ernst, der kurzerhand Ex-Spieler Marvin Koch aus der Volleyball-Pause geholt hat.

Trotz des Ausfalls Gottschalls glaubt Poikela, zum Auftakt und auch darüber hinaus eine schlagkräftige Truppe auf den Platz schicken zu können. „Wir haben gute, junge und motivierte Spieler“, sagt er, auch wenn er weiß, dass andere Mannschaften seiner allein finanziell voraus sind. Doch die Corona-Pandemie macht vieles anders. Abo-Favorit Mitteldeutschland ist von der Volleyball-Landkarte verschwunden. Moers und Lindow heißen die neuen Titelanwärter.

Dennoch will der USC vor der Konkurrenz nicht in Ehrfurcht erstarren. „Wir wissen, dass man uns eher als Team sieht, das im unteren Mittelfeld beheimatet ist. Aber ich denke, dass wir anfangen können, größer zu denken“, glaubt Poikela, der seinen Spielern zutraut, in die obere Tabellenhälfte vorzustoßen. „Es ist nicht mein Plan, mittelmäßig zu sein“; sagt er. In einer ausgeglichenen Liga sind das ambitionierte aber realistische Ziele – nicht nur auf dem Flipchart-Papier.

Das USC-Aufgebot 2020/21: Stefan Spieweg, Tim Fröhlich, Börge Albers, Jonas Rummel, Moritz Angele, Nils Oppel, Philipp Wolter, Julius von Henninges, Johannes Gottschall, Bozhidar Kolev, Marvin Koch, Benedict Voth, Pascal Grothe und Antti Poikela (Spielertrainer).

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