Lawnik schafft mit Platz fünf bestes Braunschweiger DM-Resultat

Braunschweig.  LG-Athlet Kilian Grünhagen schlägt sich bei der Heim-DM im Eintracht-Stadion gut, Hoffnungsträger Sebastian Hendel steigt vorzeitig aus.

Im Vorlauf lief’s prächtig: Julian Lawnik schüttelt Christian Von Eitzen ab und gewinnt. Im Finale wurde er Fünfter.

Im Vorlauf lief’s prächtig: Julian Lawnik schüttelt Christian Von Eitzen ab und gewinnt. Im Finale wurde er Fünfter.

Foto: imago images/Beautiful Sports

Tja, das Fazit dieser deutschen Heim-Meisterschaften aus Sicht der LG Braunschweig fiel nicht sonderlich euphorisch aus. Die erträumte kleine Sensation gab es nicht, dafür Enttäuschungen der Etablierten und recht gute Leistungen der Newcomer. Julius Lawnik war als Fünfter über 800 Meter der Beste.

Zwar hatte der Vizemeister in der Halle mit einer Medaille geliebäugelt, war aber nicht wirklich zum engeren Favoritenkreis gezählt worden, da er in dieser Saison noch keine starke Zeit vorgelegt hatte. „Der Platz ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte“, sagte er nüchtern. „Trotzdem bin ich zufrieden mit mir, denn ich habe alles gegeben.“

„Anfangstempo unterschätzt“

Die allererste Phase nach dem Start allerdings hatte der 23-Jährige aus Magdeburg verpennt. „Ich habe das Anfangstempo unterschätzt“, gestand er ein. „Ich bin erstmal human losgelaufen“, beschrieb er sein Tempo, mit dem er sich mit kleinem Rückstand ganz hinten wiederfand.

Lawnik startete eine Aufholjagd, ging dabei aber nach eigener Einschätzung „zu aggressiv nach vorne.“ So war er zwar kurz Vierter, fiel aber schnell wieder auf Rang sechs zurück. „Die Kraft hat nachgelassen“, gab er zu. „Aber ich habe gekämpft, was ging.“ Im Endspurt machte er wieder einen Platz gut, kam nach 1:49.41 Minuten ins Ziel und musste sich später dem Protest eines Konkurrenten stellen, er habe zu heftig gedrängelt. Aber das Wettkampfgericht wies den Einspruch ab. Lawnik, der sein Halbfinale mit einem Start-Ziel-Sieg locker gewonnen hatte, blieb Fünfter.

Das wäre auch ein guter Platz für Sebastian Hendel gewesen. Der im Herbst mit großen Erwartungen verpflichtete Langstreckler hatte schon zuvor die Erwartungen an seinen 5000-Meter-Auftritt gedämpft, weil er wegen einer Achillessehnenentzündung nur Ausdauer- aber kaum Schnelligkeitstraining gemacht hatte. Doch das Rennen wurde zur Enttäuschung, obwohl der Braunschweiger lange Kontakt zur Spitzengruppe hatte.

Kritik am Hitze-Management

Doch nach rund zwölf Minuten stieg er aus und fasste sich an die rechte Hüfte. „Ich hatte einen Krampf, das hatte sich schon die Runden vorher angedeutet und ist dann schlimmer geworden“, erklärte der 24-Jährige sein Ausscheiden, gerade als nach vorne die Post abging. Ärgerlich sei das, sagte er. „Der erste Start im neuen Trikot, dann auch noch in Braunschweig, und ich krieg einen Krampf!“

Wie andere 5000-Meter-Läufer klagte Hendel darüber, dass ausgerechnet sie, die eine lange Viertelstunde auf der Bahn unterwegs sind, in der größten Hitze starten mussten. „Da habe ich schon ein bisschen Kritik am Veranstalter“, sagte Hendel, der auf eine Verlegung des Rennens in die Abendstunden gehofft hatte. „Man hat ja den Wetterbericht und könnte ein bisschen besser auf die Gesundheit von uns Sportlern achten, als uns bei 37 Grad starten zu lassen.“

Lob für Debütant Grünhagen

Trotz Hendels Aus hatte Laufteam-Chef Peter Heine am Samstag ein positives Zwischenfazit gezogen hatte. „Wenn man drei von vier Athleten ins Finale kriegt, ist das doch super“, frohlockte er, nachdem neben Lawnik auch unverhofft Viktor Kuk und Kilian Grünhagen über 1500 Meter beide die Qualifikation für den Endlauf am Sonntag geschafft hatten. Max Dieterich allerdings war über 800 Meter nicht mehr dabei. Er lief im Halbfinale zunächst wie geplant an Position zwei. Doch nach der ersten Runde wurde er überholt und musste etwa 200 Meter vor dem Ziel abreißen lassen. „Am Ende ist er den Heldentod gestorben“, sagte Heine mit Mitgefühl für den 20-Jährigen. In 1:53,67 wurde Dieterich Vierter seines Laufs und schied als Gesamt-13. aus.

Über 1500 Meter hatten Kuk und Grünhagen im Halbfinale auch Glück: Durch einen Sturz in der letzten Runde, bei dem drei Athleten übereinander stolperten und einen vierten ausbremsten, dezimierte sich das Feld. Routinier Kuk kam als Vierter direkt weiter, aber auch Grünhagen erfüllte sich im Endspurt als Fünfter seinen Finaltraum. „Das hat er top gemacht, er hat die Chance gesehen und ist dann da reingegangen“, lobte Heine Auch am Sonntag gefiel der LG-Neuzugang aus Hannover bei seiner ersten Freiluft-DM als Zehnter in 3:56.55 Minuten. „Er hat sich teuer verkauft und kann völlig zufrieden sein“, urteilte Heine.

Was für Kuk allerdings nicht galt. Der Routinier lief von Beginn an hinterher, schien nicht richtig präpariert für zwei harte Rennen in zwei Tagen und wurde in 4:10.32 abgeschlagen Letzter. „Er hat überhaupt keinen Zugang zum Rennen gefunden“, ärgerte sich Heine über den ungewöhnlich schlechten Auftritt. „Sonst macht er immer einen Platz zwischen vier und acht.“

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