Nur Gerlach erreicht das Halbfinale in Braunschweig

Braunschweig.  Katharina Gerlach ist im Halbfinale die letzte deutsche Spielerin beim ITF-Tennisturnier im Braunschweiger Bürgerpark.

DTB-Nachwuchs-Ass Jule Niemeier ging nach vielen starken Auftritten in Serie  gestern im Viertelfinale die Energie aus. Sie bekam trotzdem viel Applaus.

DTB-Nachwuchs-Ass Jule Niemeier ging nach vielen starken Auftritten in Serie gestern im Viertelfinale die Energie aus. Sie bekam trotzdem viel Applaus.

Foto: Susanne Hübner / Fotoagentur Hübner

Das Wetter ist traumhaft, das Niveau hoch, alles klappt reibungslos bei den Braunschweig Womens Open auf der BTHC-Tennisanlage im Bürgerpark. Entsprechend dankbar sind die Spielerinnen und loben die Organisatoren des Fördervereins Tennis Braunschweig. „Bis nächstes Jahr“, möchte man ihnen zum Abschied nachzurufen. Doch dafür gibt’s von den deutschen Spielerinnen nur ein leicht gequältes Lächeln.

Denn wer im Bürgerpark aufschlägt, um das 25.000 Dollar dotierten Weltranglistenturnier wirklich als Sprungbrett auf die höhere Ebene der Profi-Tour zu nutzen, wie es gedacht ist, der will ja gerade nicht wiederkommen. Sondern der will im nächsten Jahr zur gleichen Zeit bei den US-Open aufschlagen.

Julie Niemeier beispielsweise. Die nach ihrem Sieg in Leipzig in der Vorwoche auf einen Weltranglistenrang um die 260 gekletterte 20-Jährige verlor zwar gestern ihr Viertelfinale gegen die Ungarin Reka-Luca Jani mit 6:3, 3:6, 3:6. Aber an ihrem Aufstieg gibt es eigentlich wenig Zweifel. „Jule hatte einen tollen Sommer. Wenn sie gesund bleibt, geht sie steil“, sagt die deutsche Frauentennis-Chefin Barbara Rittner.

Das hofft auch die Spielerin selbst, nachdem sie zuletzt in einem 60.000-er-Turnier im Halbfinale und in Aschaffenburg im Finale stand sowie aus Leipzig die vollen 50 Weltranglistenpunkte mitgenommen hat. „Mein Ziel ist es, in die Qualifikation für die Australien Open zu kommen“, sagt die Braunschweiger Vorjahres-Finalistin zuversichtlich. Dafür muss sie unter die besten 230 der Welt kommen. Kein unrealistisches Vorhaben, bedenkt man, dass sie die aktuellen starken Leistungen abruft, obwohl sie im ersten Halbjahr rund drei Monate verletzt ausgefallen war. Erst zwickte der Rücken, dann die Schulter, dann kam ein Bänderriss obendrauf. „Ich denke, wenn mein Körper jetzt nicht mehr schwächelt, kann ich meine Ziele erreichen“, sagt sie. „Man sieht ja, dass die Ergebnisse kommen, wenn ich fit bin.“ Im Spiel gegen die 275. der Welt allerdings ging ihr nach eineinhalb Sätzen die Energie aus, wie sie einräumte. „Ich habe ja nach dem Bänderriss nun ohne Regeneration ein paar Wochen lang durchgespielt – da war heute am Ende einfach nicht mehr viel drin.“

Ähnlich erging es Lokalmatadorin Anna Klasen. Die Wildcard-Starterin aus Gifhorn kämpfte gegen die an Drei gesetzte Belgierin Maryna Zanevska beim 6:3, 3:6, 2:6 lange auf Augenhöhe mit, ehe ihr die Puste ausging. Und auch im Doppel mit Romy Kölzer war anschließend gegen ein russisch-französisches Duo beim 2:6, 1:6 nichts mehr drin. „Aber Anna hat beherzt gespielt und ihre Wildcard gerechtfertigt“, resümierte Turnierchef Freddy Pedersen. Die Morderger-Zwillinge schieden im anderen Halbfinale gegen zwei Uzbekinnen mit 6:7, 6:7 aus.

So hält Sonnabend im Halbfinale Katharina Gerlach die deutsche Fahne hoch. Die 21-Jährige, die wie Niemeier zum DTB-Talentteam zählt, bezwang die Italienerin Cristina Ferrando klar mit 6:3, 6:2, die allerdings von Rückenschmerzen geplagt wurde. Auch Gerlach will sich schnellstmöglich von Ranglistenplatz 300 plus in die Top 250 kämpfen. In Braunschweig spielt sie schon seit Jahren mit. „Das Turnier ist wirklich toll, super familiär“, schwärmt sie. Aber Wiederkommen? Ungern.

Das Wochenend-Programm:

Den Auftakt macht am Samstag um 12.30 Uhr das Doppelfinale ohne deutsche Beteiligung.

Im Einzel-Halbfinale trifft anschließend zunächst Katharina Gerlach auf die an Vier gesetzte Ungarin Reka-Luca Jani. Danach spielt die Belgierin Maryna Zanevska gegen die Nummer eins, Cagla Büyükakcay.

Das Finale beginnt Sonntag um 11.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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