Klare Niederlage - Löwen ereilt der Quarantäne-Fluch

Braunschweig.  Braunschweigs Basketballer unterliegen dem MBC nach schwacher zweiter Hälfte mit 91:104. Koné und Peterka sind die besten Werfer.

Bazou Koné war zusammen mit Martin Peterka die positive Überraschung aufseiten der Löwen. Er zog gegen den MBC immer wieder treffsicher zum Korb, versenkte auch zwei Dreier und kam auf einen Karriere-Bestwert von 21 Punkten.

Bazou Koné war zusammen mit Martin Peterka die positive Überraschung aufseiten der Löwen. Er zog gegen den MBC immer wieder treffsicher zum Korb, versenkte auch zwei Dreier und kam auf einen Karriere-Bestwert von 21 Punkten.

Foto: Darius Simka / Regios24

Der sportliche Jahresauftakt nach 19 Tagen Pause ist den Braunschweiger Basketballern missglückt. Auch ihnen gelang es nicht, den Quarantäne-Fluch zu durchbrechen, wonach bislang kein BBL-Team beim Start aus der Corona-Zwangspause ein Spiel gewinnen konnte und angesichts mangelnder Defensiv-Intensität immer 100 Gegenpunkte oder mehr kassierte. Das 91:104 (54:49) gegen den Tabellennachbarn Mitteldeutscher BC war für das Team von Pete Strobl die dritte Niederlage in Folge, eine die weh tut, gegen einen Gegner, der normalerweise schlagbar sein müsste.

Doch die Weißenfelser hatten am Donnerstagabend, wie man schon befürchten musste, zum Ende hin den entscheidenden Energie-Überschuss. Darauf hatten sie auch gesetzt, wie Trainer Silvano Poropat verriet. Nach einem fulminanten zweiten Viertel (33:27) bauten die Löwen in der zweiten Hälfte gegen aggressiver werdende Gäste deutlich ab und kämpften mit immer untauglicheren Mitteln gegen die Niederlage an.

Löwen-Trainer Strobl: Immer eine Sekunde zu spät

Das ganze Spiel war ein zäher, zerfaserter Kraftakt, der mehr als zwei Stunden dauerte. Dazu trugen auch die schwachen Schiedsrichter bei, die kleinlich entschieden und dies auch noch ständig per Videobeweis überprüften. Sie pfiffen 32 Fouls gegen die Löwen, nur 23 gegen die Weißenfelser, die 39 Freiwürfe bekamen und daraus 32 Punkte von der Linie machen durften. So viele hatten wir noch nie“, staunte Poropat. Die Löwen hingegen versemmelten 10 von 25 Freiwürfen.

„Wir waren immer eine Sekunde zu spät mit jedem Schritt in der Verteidigung“, gab Löwen-Trainer Pete Strobl allerdings zu, dass die meisten Pfiffe wohl zu Recht erfolgten. Vor allem unter dem Korb wurde dies deutlich, wo die sonst so physischen und reboundstarken Braunschweiger phasenweise hilflos unterlegen waren. Die neuen MBC-Center Benedict Turodic (22 Punkte) und Ex-Löwe Aleks Marelja (14), in seinem ersten Punktspiel der Saison, trafen auf viel zu wenig Gegenwehr und erarbeiteten sich zusammen 19 Freiwürfe.

Neue Impulse von Koné und Peterka

Neue Impulse bekamen auch die Braunschweiger von zwei Akteuren, die zuletzt nicht weiter aufgefallen waren. Spielmacher Bazou Koné kehrte nach gut einem Monat Verletzungspause höchst treffsicher zurück, versenkte sieben seiner neuen Feldwürfe und kam auf ein Karrierebestmarke von 21 Punkten. Auch Center Martin Peterka, der diesmal in der Startformation auflaufen durfte, bot mit 16 Punkten offensiv seine beste Leistung im Löwen-Trikot.

Aber das Plus, das diese beiden Profis den ohne den kranken Lukas Wank angetretenen Löwen brachten, reichte nicht, weil sonstige Leistungsträger recht schwach performten. Karim Jallow, Bryon Allen und James Robinson schleppten sich zu kraftlos übers Feld und leisteten sich zu viele Ballverluste. Ohne Jallows Energie, Robinsons Kreativität und Allens Reißerqualitäten war die Löwen-Offensive nach der Halbzeit zu harmlos. Auch die Körpersprache stimmte nicht, Frustfouls kamen hinzu.

Die Kritik von Kapitän Lukas Meisner bei Magentasport, die Quarantäne sei keine Entschuldigung, die Mannschaft habe einfach zu wenig Willen und Energie gebracht, wirkte trotzdem ein bisschen zu hart. „Wir haben gekämpft, aber wir konnten nicht so physisch spielen, wie wir wollten“, entschuldigte dagegen Pete Strobl seine Schützlinge.

Löwen nach der Halbzeit mit Problemen gegen neuformierte Gegner

Als die Beine noch frischer waren, im zweiten Viertel, zeigten die Löwen, was sie können. In den ersten 13 Minuten hatten sie deutliche Schwierigkeiten, in den Basketball-Rhythmus zu kommen und nur 39 Prozent der Zweipunktewürfe (7/18) getroffen. Der MBC lag meist mit fünf, sechs Punkten vorne, nach zwei Dreiern in Folge plötzlich sogar mit neun Zählern (31:40, 15.).

Doch dann starteten die Braunschweiger fulminant durch. Unter anderem mit fünf Dreiern von Peterka, Allen und Robinson, dazu Dunkings von Gavin Schilling und Jallow bogen sie den Neun-Punkte-Rückstand mit einer 23:7-Serie in einen 54:47-Führung um. In dieser Phase klappte auch die Verteidigung, nach mehreren Ballgewinnen konnten die Löwen aufs Tempo drücken.

Doch in der Halbzeit sortierten sich die Gäste neu, kamen aggressiver aus der Kabine, setzten gezielt ihre Center ein, spielten zudem ihren Topscorer Michal Michalak frei (23 Punkte) und tanzten die löchrige Löwen-Verteidigung aus. Die Braunschweiger liefen ab der 27. Minute wieder einem Rückstand hinterher, bekamen ihn aber nicht mehr wettgemacht.

Bazou Konés Freiwurftreffer zum 87:92 ließen zwei Minuten vor Schluss nochmal hoffen. Aber das Team fand gegen souveräne Weißenfelser keinen Zugriff mehr und musste erleben, wie ausgerechnet Marelja den „Hunderter“ perfekt machte. „Schade, wir haben gekämpft bis zum Schluss, aber denen zu viele Offensivrebounds erlaubt“, resümierte Topscorer Koné.

Löwen: Koné 21 Punkte (78%, 2/2 Dreier, 4 Rebounds, 4 Ballgewinne, 3 Ballverluste), Peterka 16 (55%, 2/4 Dreier, 5 Rebounds), Schilling 14 (50%, 8 Rebounds), Robinson 12 (42%, 2/3 Dreier, 6 Vorlagen, 3 Ballgewinne, 3 Ballverluste), Meisner 12 (40%, 2/5 Dreier, 3 Vorlagen), Allen 8 (27%, 4 Vorlagen, 4 Ballverluste), Jallow 6 (50%, 5 Rebounds, 4 Ballverluste), van Slooten 2, Zeeb, Watkins.

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