Klepeisz nutzt die Chance zum Weiterspielen in Ulm

Braunschweig.  Der Löwen-Kapitän wechselt für das Play-off-Turnier der Basketballer zum Braunschweiger Bundesligarivalen Ulm, schließt eine Rückkehr aber nicht aus.

Abschied aus Braunschweig für immer? Nein, sagt Thomas Klepeisz. Er wechselt erstmal nur für den Titelkampf nach Ulm.

Abschied aus Braunschweig für immer? Nein, sagt Thomas Klepeisz. Er wechselt erstmal nur für den Titelkampf nach Ulm.

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

So ein kleines bisschen werden Braunschweigs Basketballer nun doch bei der Saison-Fortsetzung der Bundesliga vertreten sein, so sie denn stattfindet. Nachdem sich die Löwen aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sahen, am dreiwöchigen BBL-Turnier teilzunehmen, entschied sich Kapitän Thomas Klepeisz mit dem Segen seines bisherigen Arbeitgebers für einen Wechsel zum Ligarivalen Ulm.

„Als Spieler juckt es einen natürlich in den Fingern, und da will man spielen, deshalb habe ich mich sehr über das Angebot aus Ulm gefreut“, sagt der österreichische Nationalspieler, der zuvor aber auch Verständnis für den Verzicht der Braunschweiger geäußert hatte. Nun sei er aber froh, als Sportler in den dunklen Corona-Zeiten für ein bisschen Normalität sorgen zu können.

Die Entscheidung des 28 Jahre alten Braunschweiger Publikumslieblings, dessen Vertrag an der Oker ausgelaufen ist, kam nicht ganz überraschend – auch wenn er zuvor gegenüber unserer Zeitung neben der Lust zu spielen auch Sorgen wegen einer möglicherweise zu hohen Belastung in kurzer Zeit nach einer langen Pause geäußert hatte.

Eigenwerbung bei potenziellem Arbeitgeber

Und hätte Klepeisz bereits einen Vertrag für die nächste Saison besessen, hätte er sich möglicherweise anders entschieden. Doch wie viele andere Basketball-Profis auch muss er sich Sorgen um die Zukunft machen. Der Markt dürfte wegen der Corona-Krise einbrechen, die Gehälter werden sinken. Ein Monat im Ulmer Trikot bedeutet nun auch einen Monat Geldverdienen für den Berufssportler und die Chance, um den Titel mitzukämpfen. Und er kann gleich Eigenwerbung betreiben bei einem potenziellen neuen Arbeitgeber für die nächste Saison.

Denn bei seinem Versuch, mit den Braunschweigern über eine Vertragsverlängerung für ein fünftes Jahr an der Oker zu verhandeln, war Klepeisz zunächst vertröstet worden. Die Löwen konnten laut Geschäftsführer Sebastian Schmidt ihre finanziellen Möglichkeiten für die nächste Spielzeit noch nicht abschätzen.

„Dass ich jetzt nach Ulm gehe, bedeutet aber keinesfalls einen finalen Abschied aus Braunschweig“, versichert Klepeisz, der längst das Gesicht des Standorts geworden ist. „Ich bin weiterhin mit den Löwen in Gesprächen, und es ist bei mir nach wie vor alles offen, was die Zukunft anbelangt.“

Bei den Ulmern wird der Braunschweiger für Spielmacher Kilian Hayes einspringen. Das erst 18 Jahre alte französische Supertalent bereitet sich in den USA auf den NBA-Draft vor. Deshalb hatte Hayes den Ulmern für das Turnier abgesagt.

„Ich hatte gute Gespräche mit den Ulmer Verantwortlichen und bin glücklich über die Chance, ein Teil dieses Turniers sein zu können“, sagt Klepeisz, der bei den Siegen der Löwen gegen Ulm groß aufgespielt hatte und am Sonnabend beim Team von Trainer Jaka Lakovic erwartet wird. „Ich kenne Thomas seit Jahren als tollen Spieler und klasse Typen“, lobt Ulms Sportdirektor Thorsten Leibenath. „Ich bin sehr froh darüber, dass er uns in der aktuellen Situation helfen will.“

BBL hofft auf Start-Erlaubnis am Dienstag

Alba Berlin, Bayern München, die Baskets Oldenburg, Bamberg und die Skyliners Frankfurt treten nach bisherigem Stand nahezu in Bestbesetzung zum Kampf der zehn Klubs um den Meistertitel an. Die ausländischen Profis, die während der Corona-Pause zu ihren Familien gereist waren, sind größtenteils zurück bei den Klubs und in der Quarantäne. Crailsheim und Göttingen wollen die Absage von Leistungsträgern durch je zwei Neuverpflichtungen kompensieren.

Fehlt nur noch das Okay der Behörden für die Fortsetzung der Saison. Bei der BBL, die in das dreiwöchige Play-off-Turnier in München laut eigener Aussage rund eine Millionen Euro investiert, hofft nächsten Dienstag darauf, wenn das Bayerische Landeskabinett getagt hat

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