Braunschweig und Hannover – Kooperationspartner im Basketball?

Braunschweig.  Die Löwen könnten zur Wiederbelebung des Unterbaus eine Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Baskets Langenhagen und MTV/BG Wolfenbüttel eingehen.

Perspektivspieler der Löwen wie Jannik Göttsche (links) blieben nach dem Bruch mit der SG Braunschweig und zuvor mit den Herzögen Wolfenbüttel praktisch eine Saison ohne Spielpraxis. Das soll sich wieder ändern.

Perspektivspieler der Löwen wie Jannik Göttsche (links) blieben nach dem Bruch mit der SG Braunschweig und zuvor mit den Herzögen Wolfenbüttel praktisch eine Saison ohne Spielpraxis. Das soll sich wieder ändern.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Es sieht so aus, als stünden Braunschweigs Erstliga-Basketballer nach ihrer Absage an die SG Braunschweig und die Dennis-Schröder-Akademie kurz vor dem Abschluss einer neuen Kooperation im Männerbereich, um den brachliegenden Unterbau der Profis wiederzubeleben. Meldungen in Internet-Foren, wonach eine Zusammenarbeit der Löwen mit dem Regionalligisten MTB Baskets Hannover/SC Langenhagen so gut wie perfekt sei, dementierte Geschäftsführer Sebastian Schmidt zwar auf Nachfrage unserer Zeitung.

Er bestätigte allerdings „intensive und weite Gespräche“ sowohl mit den Landeshauptstädtern als auch mit dem MTV/BG Wolfenbüttel, der „ja deutlich näher liegt“. Derzeit habe man noch andere Sorgen, sagte Schmidt mit Blick auf die Corona-Krise auf die Frage nach der Zeitschiene. Man wolle jedenfalls das bestmögliche Konstrukt zum Wohle des Nachwuchsbasketballs zusammenbauen, was auch eine Kooperation mit beiden Partnern bedeuten könne. In diesem Fall würden wohl die Doppellizenz-Profis der Löwen in Hannover ihre Wettkampfpraxis bekommen, während man beim Nachwuchs über den neuen Löwen e.V. wohl mit MTV/BG Wolfenbüttel zusammenarbeiten würde, um genügend Kinder und Jugendliche für starke Mannschaften zusammenzubekommen und die Lizenzbedingungen der BBL zu erfüllen.

Die SG kooperiert mit Wolfsburg

Die SG MTV/FT Braunschweig hingegen hat die Kräfte im Unterbau mittlerweile mit dem TV Jahn Wolfsburg gebündelt, will ein eigenes U16-Jugend-Bundesligateam auf die Beine stellen und perspektivisch mit den Männern mindestens in die erste Regionalliga aufsteigen, wenn nicht sogar in die ProB.

Der Kontakt der Löwen mit den Baskets Hannover besteht nach Informationen unserer Zeitung bereits seit dem Herbst. Und wenn man die Sache mal ganz emotionslos und aus dem Moment heraus betrachtet, würden die Braunschweiger sich verbessern. Dass sie wieder einen Partner brauchen, der ihre BBL-Perspektivspieler und die stärksten U19-Talente einsetzt, ist unstrittig. Und nun würden sie mit einem kooperieren, der zwar ein bisschen weit weg, aber deutlich finanz- und leistungsstärker ist als zuletzt ihr Pro-B-Partner Herzöge Wolfenbüttel oder Zweitregionalligist SG Braunschweig.

Wer sind diese Baskets aus Hannover? Der starke Mann hinter den Kulissen ist Mayk Taherian, ein ambitionierter Macher, Unternehmer und Mäzen, der mit seinem Unternehmen MTB angetreten ist, mit einem „Masterplan Basketball“ den Standort Hannover auf die deutsche Bundesliga-Landkarte zu heben. Zudem ist der ehemalige Zweitligaspieler Vorsitzender des Niedersächsischen Basketballverbandes.

Vielleicht noch Pro-B-Aufstieg

Die Baskets, eine GmbH, die mit dem e.V. Langenhagen kooperiert, hatten im Vorjahr die Regionalliga-Lizenz der Herzöge Wolfenbüttel gekauft, nachdem diese aus der Pro B abgestiegen waren. Das klare Nahziel heißt Pro-B-Aufstieg, wurde aber mit Platz fünf in der abgebrochenen Saison noch nicht erreicht. Doch die Baskets stehen bereit, sofort nachzurücken, falls ein Platz in dieser dritten Liga frei wird, was wegen der Corona-Wirren nicht ausgeschlossen ist.

„Ob die nun in der Regionalliga oder Pro B spielen, hat für uns keine zentrale Rolle gespielt“, sagt Schmidt. Jedenfalls sind die Hannoveraner ein sehr ambitionierter Standort, der auch nachhaltige Strukturen aufbaut. Dazu wurde im Vorjahr ein absoluter Experte als Geschäftsführer verpflichtet: Ralph Held war zuvor Sportdirektor des deutschen Basketballbundes und Nachwuchs-Chef bei den Baskets Oldenburg. Trainer in Hannover ist Benjamin Travnizek, einst bei der SG Braunschweig und den Herzögen Wolfenbüttel engagiert.

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