Zu viel Stückwerk im Spiel der Löwen-Basketballer in Würzburg

Braunschweig.  Beim 83:97 (40:54) geht die Negativserie der Braunschweiger Basketballer mit schwacher Verteidigung und vielen planlosen Phasen nahtlos weiter.

Karim Jallow sitzt in Würzburg fassungslos am Boden. Der Nationalspieler fightete bis zum Ende und schönte seine Statistik. Doch seine Löwen waren ab Mitte des dritten Viertels praktisch chancenlos.

Karim Jallow sitzt in Würzburg fassungslos am Boden. Der Nationalspieler fightete bis zum Ende und schönte seine Statistik. Doch seine Löwen waren ab Mitte des dritten Viertels praktisch chancenlos.

Foto: Frank Scheuring via www.imago-images.de / imago images/foto2press

Sie wollten so vieles besser machen gestern Abend in Würzburg. Doch am Ende kam im ersten Spiel im neuen Jahr auch wieder eine klare Niederlage heraus, bei der Braunschweigs Basketballer nur in wenigen Momenten mal ihr Können, ein bisschen Spielfluss und gute Verteidigung aufs Feld gebrachen.

Über weite Strecken aber ließen sie sich beim 83:97 (40:54) von den Gastgebern und deren schnellem Passspiel vorführen. Und die Stimmung scheint nach der achten Pleite aus den vergangenen neun Spielen ebenfalls einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben. Zumindest vermittelte Lucca Staiger im TV-Interview bei Magentasport diesen Eindruck.

Harte Worte von Staiger

Ob die Niederlage ein bisschen zu hoch ausgefallen sei, wollte der Reporter wissen. „Nee, überhaupt nicht“, ätzte der 115-fache Nationalspieler, und man sah ihm an, wie er nach Worten rang, um einen heftigen Ausbruch zu verhindern. „Wir haben gut angefangen, und umso schlechter sind wir dann geworden“, sagte Staiger zutreffend. Und auf die Frage, wie die Löwen aus ihrem Loch wieder rauskommen könnten, meinte er: „Keine Ahnung, was man da verändern kann.“

Der gute Start, den hatte es tatsächlich gegeben. Trainer Pete Strobl hatte Staiger und Thomas Klepeisz für Karim Jallow und Trevor Releford in die Startformation befördert, und vor allem dank Kapitän Klepeisz ging es gut los für die Löwen. Mit seinem zweiten von vier Dreiern in Hälfte eins brachte der Österreicher sein Team mit 17:8 in Führung.

Und weil er auch den Spielaufbau übernahm, hatte das Offensivspiel durchaus mehr Struktur als zuletzt – so wie es sich alle Beteiligten auch gewünscht und vorgestellt hatten.

Doch aus der Neun-Punkte-Führung wurde nach einer 8:20-Serie schon zur ersten Pause ein Rückstand. Die Würzburger ließen sich nicht länger vom Braunschweiger Tempospiel überraschen und fanden auch Mittel gegen die Zonenverteidigung der Löwen.

Starker Start nur Strohfeuer

Der starke Start des Strobl-Teams war nur ein Strohfeuer gewesen. Im zweiten Abschnitt ging es rapide abwärts, die Gastgeber zogen auf 15 Punkte weg (52:37, 20.). Mit spielerischer Leichtigkeit und hohem läuferischen Einsatz tankten sie sich durch die Braunschweiger Defensivreihen. Mit ein, zwei Modifikationen ihrer Offensive spielten sie plötzlich ganz freie Würfe am Korb heraus, bei denen ein freistehender Würzburger den Ball nur noch in den Korb zu legen brauchte.

Dazu kam eine exzellente Dreierquote der Franken. Von ihren ersten 16 Würfen von außen trafen die Würzburger 10, standen dabei allerdings oft auch sehr, sehr frei. Das führte dazu, dass sie ihren Vorsprung im dritten Viertel beim 71:47 (27.) auf 24 Punkte hochschrauben konnten. Am Ende kamen sie immer noch auf eine Dreier quote von starken 57 Prozent. Die Löwen ließen in der starken Phase des Gegners wie zuletzt gegen Oldenburg die Köpfe hängen. Ihre Körpersprache war desolat.

Nur ein kleiner Zwischenspurt

Was unter dem Strich besser war: Die Braunschweiger reduzierten die Zahl ihrer Ballverluste auf 14 und über weite Strecken auch ihre Foulbelastung. Nur half das eben in dieser Partie nicht.

Immerhin: Mit einem kleinen Zwischenspurt arbeiteten sich Karim Jallow und Co. beim 81:69 (34.) nochmal auf 12 Punkte heran. Kurzfristig hatte ihr Spiel Durchschlagskraft. Scott Eatherton wurde am Korb eingesetzt, Trevor Relefold und Jairus Lyles zogen gegen größere Gegenspieler erfolgreich zum Korb. Doch das Aufbäumen kam zu spät, zumal die Gastgeber zurückschlugen und beim 89:71 wieder alles im Griff hatten.

Löwen: Klepeisz 19 (60%, 6/8 Dreier, 4 Vorlagen, 2 Ballgewinne), Jallow 16 (64%, 7 Rebounds), Eatherton 16 (62%, 4 Rebounds), Lyles 12 (55%, 4 Rebounds, 4 Vorlagen), Releford 8 (33%), Lawson 7, Staiger 3 (7 Rebounds, 1/6 Dreier), Wank 2, Marelja.

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