Löwe Mushidi: „Das war ein kurzer Schockmoment“

Braunschweig.  Der wurfstarke Youngster der Braunschweiger Basketballer gibt nach dem Umknicken schnell Entwarnung. Lukas Wank spielt sich aufs BBL-Niveau.

Schockmoment: Kostja Mushidi versucht mit schmerzverzerrtem Gesicht, sein linkes Knie zu belasten.

Schockmoment: Kostja Mushidi versucht mit schmerzverzerrtem Gesicht, sein linkes Knie zu belasten.

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Knapp zwei Minuten vor der Halbzeit herrschte kurzzeitig Entsetzen im Löwen-Lager. Kostja Mushidi war zum Korb gezogen, hatte den Ball reinbugsiert, war aber beim Aufkommen gleich zu Boden gegangen, hatte sich das linke Knie gehalten und der Bank signalisiert, dass er ausgewechselt werden müsse. „Ich bin beim Dunkversuch im Knie umgeknickt“, erklärte der 21-Jährige nach dem 102:88-Sieg seines Braunschweiger Teams gegen den MBC. „Das war ein kurzer Schockmoment.“

Als er sich aufgerappelt hatte und von Arzt und Physio zur Bank geleitet wurde, habe er schon gespürt, dass es wohl keine schlimme Verletzung sei, berichtete der Youngster. „Ich habe gemerkt, da sitzt alles richtig“, sagte er erleichtert. Als sich dieser Eindruck auch beim Aufwärmen für die zweite Hälfte bestätigte, stand einem erneuten Einsatz nichts im Weg. Mushidi wurde bei seiner Einwechslung von den Fans mit erleichtertem Beifall auf dem Feld zurück begrüßt und haute sich rein als wäre nichts gewesen.

Während sich der Youngster bereits in den Spielen zuvor zu einem richtigen Leistungsträger der Löwen gemausert hat, auch wenn er manchmal noch zu sehr mit dem Kopf durch die Wand will und den einen oder anderen Wurf zu viel forciert, schaffte Teamkollege Lukas Wank gegen den MBC möglicherweise den Durchbruch aufs BBL-Niveau. Jedenfalls war es der bislang beste Auftritt des fast zwei Meter großen Spielmachers.

Zuvor hatte er von Trainer Pete Strobl zwar viel Vorschuss-Vertrauen erhalten, durfte stets in der Startformation auflaufen und gut 17 Minuten spielen, wurde also so gefördert, wie man es sich als junger Spieler erträumt. Doch mit einem Punkt, 2 Vorlagen, aber 3,3 Ballverlusten war seine Ausbeute bescheiden, und das Team insgesamt spielte mit ihm auf dem Feld auch nicht sonderlich erfolgreich.

Gestern jedoch präsentierte sich der 22 Jahre alte A-2-Nationalspieler deutlich aggressiver in der Offensive, suchte den Abschluss, kreierte mehr und kam auf 7 Punkte und 3 Vorlagen bei nur einem Ballverlust. „Heute ist einiges besser gelaufen“, sagte Wank erleichtert, fand sich allerdings zuvor auch nicht so schlecht. „Der Trainer gibt mir das Vertrauen, aber ich zeige ihm auch Woche für Woche im Training, dass das berechtigt ist“, sagte er selbstbewusst.

Seine Stärke seien auch die Kleinigkeiten, die sich nicht unbedingt in der Statistik ablesen ließen, erläuterte er: „Die kleinen Rotations-Sachen in der Defense oder das Gefühl für die Ansage der richtigen Spielzüge, die dann auch funktionieren.“ Gegen den MBC allerdings habe er nun stärker auf seinen Abschluss geachtet. „Und das will ich in Zukunft auch noch mehr tun.“

Da auch US-Profi Henry Pwono seine aufsteigende Form als solider Rollenspieler bestätigte und Lars Lagerpusch erstmals in eigener Halle mitspielen durfte, scheinen die Löwen allmählich richtig zusammenzuwachsen. Sie demonstrierten wirklich eine enorme Kadertiefe. Trevor Releford stand mit nur 23:32 Minuten Einsatzzeit schon am längsten auf dem Feld. Strobl rotiert seine Schützlinge durch – schon wie bei einem Spitzenteam.

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