Die Lions müssen umdenken nach Verlust von Topspielen

Braunschweig.  Mit McClendon und Jackson haben sich zwei Topkräfte kurzfristig von den Braunschweiger Footballern verabschiedet.

Christopher McClendon wurde im Oktober zum wertvollsten Spieler des von seinen Lions gewonnen Endspiels um die deutsche Meisterschaft geehrt. Aus privaten Gründen kehrt der US-Amerikaner dieses Jahr nicht zurück – und reißt eine große Lücke ins Angriffsspiel der Braunschweiger.

Christopher McClendon wurde im Oktober zum wertvollsten Spieler des von seinen Lions gewonnen Endspiels um die deutsche Meisterschaft geehrt. Aus privaten Gründen kehrt der US-Amerikaner dieses Jahr nicht zurück – und reißt eine große Lücke ins Angriffsspiel der Braunschweiger.

Foto: Schust /Eibner-Pressefoto

Troy Tomlin ist ein Perfektionist. Und alles, was hinderlich sein könnte, um das Optimale zu erreichen, macht den Cheftrainer der Braunschweiger Footballer fuchsteufelswild. So waren zwei Leistungsträger der Lions kürzlich Stimmungskiller bei Tomlin und seiner rechten Hand, Defense-Koordinator Dave Likins, als Abwehr-Ass Basil Jackson und Christopher McClendon, der beste Ballträger der Bundesliga, bekannt gaben, dass sie entgegen der Absprache aus familiären Gründen dieses Jahr nicht für die Braunschweiger spielen können (wir berichteten).

„Wir haben unser Konzept überarbeitet und einen neuen Plan gemacht. Und wir haben neue Spieler verpflichtet. Wir haben die Hoffnung, beide Positionen gut besetzt zu haben“, betont Tomlin unwirsch und auch ein bisschen trotzig nach den schlechten Nachrichten, die ihm seine Landsleute überbracht haben. Aber der US-amerikanische Coach hat in den Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er in der Lage ist, gerade in solch einer Stimmungslage, in solch einer Situation seine Mannschaft noch schlagkräftiger machen zu können.

Manchmal gelang dies auch mit Hilfe von Umschulungsaktionen, also indem Akteure plötzlich eine ganz andere Position spielten als zuvor. Und manchmal veränderte Tomlin einfach die gewohnte Art der Lions, Football zu spielen. Natürlich mit Erfolg. Eben so, wie man das von einem deutschen Rekordmeister auch erwarten darf.

Dem kurzfristig nachverpflichteten englischen Ballträger Marcus Francis mag man nur ganz viel Glück wünschen. Es darf aber auch bezweifelt werden, dass er in der Lage sein wird, McClendon vergessen zu machen. Aber ausgeschlossen ist das nicht. Da ist Tyren Quinn in der besseren Position. Denn der neue US-Verteidiger, der Jackson ersetzen soll, bekommt in der Abwehr zwar eine Führungsrolle, aber nicht eine mit Alleinstellungsmerkmal wie ein Runningback, mit dem im Angriff alles steigt oder fällt.

Zumindest, wenn man so Football spielt, wie es die Lions in den vergangenen Jahren getan haben. Da war der Ballvortrag über den Runningback nicht nur ein eingestreutes Stilmittel, sondern der wesentliche Teil der Angriffsstrategie. Sollte die Lions nun wieder einen größeren Schwerpunkt auf das Passspiel legen, kann es gut sein, dass Francis eine große Hilfe ist. Viel wird davon abhängen, wie schnell und gut sich der neue Spielmacher Jake Kennedy in der stärkste Amateurliga Europas eingewöhnt. Schließlich gilt der US-Amerikaner als sehr mobil.

Jedenfalls haben die Lions nicht mehr viel Zeit, sich auf die neue Saison vorzubereiten. „Unsere Personalverpflichtungen sind jetzt abgeschlossen“, betont Tomlin. In genau einem Monat geht es mit dem Testspiel in Hannover los. Zwei Wochen darauf startet die Bundesliga-Saison mit dem Kracher gegen Köln.

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