Die Lions besiegen Dresden im Spitzenspiel mit 19:3

Braunschweig.  Kicker Tobias Goebel war am Samstagabend schon wieder der Held bei den Braunschweiger Footballern.

Christopher McClendon erzielt den einzigen Touchdown für die Lions im Spitzenspiel gegen Dresden.

Christopher McClendon erzielt den einzigen Touchdown für die Lions im Spitzenspiel gegen Dresden.

Foto: Karsten Reißner

Nachdem am Samstagabend scheinbar schon alle Spieler der Lions ins Eintracht-Stadion eingelaufen waren, bekam Tobias Goebel noch einen riesen Sonderapplaus von den Braunschweiger Football-Fans. Der Kicker hatte in der Vorwoche seinen 932. Punkt für die Lions erzielt und übernahm damit die Spitze in der Vereinsstatistik für die meisten erzielten Punkte. Eine Huldigung für das Lebenswerk quasi. Und so lief Goebel ganz zum Schluss ganz allein ins Stadion ein, begleitet von tosendem Beifall.

Rund zweieinhalb Stunden später wurde der gleiche Spieler schon wieder groß gefeiert. Denn der Kicker war der Garant für den Sieg der Braunschweiger im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Dresden Monarchs, im Duell Erster gegen Dritter. 19:3 (13:3) hieß es am Ende ein wenig unerwartet deutlich für die Lions. Das Pikante daran: Goebel war beteiligt mit 13 Punkten. Viermal traf er per Fieldgoal, einmal per Erhöhungskick, nachdem Christopher McClendon den einzigen Braunschweiger Touchdown erlaufen hatte.

„Ich habe nur meinen Job gemacht“, betonte Held Goebel hinterher zurückhaltend. „Wir wussten, dass wir im Fieldgoal-Team perfekt spielen müssen. Ich will immer perfekt spielen.“

Lions bleiben unbesiegt

Vor nur 2903 Zuschauern war es in Art und Weise ein grandioser Erfolg für die Lions, die weiterhin unbesiegt nach zehn Spielen die Bundesliga Nord anführen. Nachdem die Männer von Cheftrainer Troy Tomlin schon das Hinspiel mit 34:31 gewonnen hatten, sind die Dresdner nun wohl aus dem Nordtitelkampf raus. Nächsten Samstag in Hildesheim fällt dann aller Voraussicht nach die Entscheidung über den Staffelsieg, wenn die Invaders, die bislang nur den Lions unterlegen waren, die Braunschweiger zum Rückspiel empfangen.

Im Duell mit den Monarchs bestimmten die Löwen-Footballer über weite Strecken das Tempo, hatten jederzeit mit einem nahezu perfekten Zeit-Management alles im Griff, wirkten entschlossener, reifer, konzentrierter und vor allem besser vorbereitet auf das, was sie erwarten würde. Es schien, als wüssten die Lions-Spieler vor wirklich jedem Spielzug der Gäste, was diese vorhaben. Die Lions-Abwehr schnürte die Gäste immer wieder eng ein. Erst kurz nach Beginn des vierten Viertels kamen die Dresdner das zweite Mal über die Mittellinie. So wenig gelingt sonst nur abgeschlagenen Außenseitern.

Wenn es denn etwas an der Braunschweiger Leistung zu kritisieren gab, dann diese beiden Dinge: Wer viermal in höchst aussichtsreicher Position, tief in der Redzone, also weniger als 20 Meter vor der gegnerischen Endzone, steht und keinen Touchdown schafft, wird an anderen Tagen am Ende bestraft. Wenigstens gelangen dann dank Goebel die Fieldgoals, also jeweils drei Punkte statt der möglichen sieben oder acht.

Zu viele Strafen

Und die Lions erlaubten sich zu viele Regelwidrigkeiten. Nichts Schlimmes, aber ein Halten hier, ein Frühstart dort, in der Summe der Strafen, die stets in Raumverlusten geahndet werden, verschenkte 50 Meter, eine halbe Feldüberquerung. Auch sowas kann entscheidend sein in knappen Spielen. An diesem Samstag aber nicht. Vor allem, weil die Dresdner überhaupt kein Mittel fanden, das nachhaltig Wirkung zeigte.

Doch nicht nur die Braunschweiger Abwehr begeisterte. Der Angriff spielte drei Viertel lang nahezu fehlerlos, überragend der Laufangriff vor allem über McClendon, sehr stark das Passspiel von Quarterback Brandon Connette, der durch die Bank fangsichere Mitspieler bediente. Einzig die Krönung, Touchdown, fehlte zu oft. Aber da konnte der Mann des Tages, der Lions-Kicker, Tobias Goebel eben, mit seiner Klasse in die Bresche springen. Mühelos, wie es schien. Und bei aller Zurückhaltung dann doch mit einem zufriedenen, breiten Lächeln.

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