Eintracht Braunschweig

Eintracht Braunschweig hat zwei neue Aufsichtsräte

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Hartmut Rickel zieht in den Aufsichtsrat ein.

Hartmut Rickel zieht in den Aufsichtsrat ein.

Foto: Darius Simka/regios24

Braunschweig.  Hartmut Rickel und Sebastian Götze ziehen ins Kontrollgremium der Profi-Fußballer von Eintracht Braunschweig ein

Mit einer Menge positiver Energie und einer Prise Nervosität führte Nicole Kumpis durch ihre erste Mitgliederversammlung als Präsidentin von Eintracht Braunschweig von Beginn an. Die 48-Jährige war erst im März bei einer emotionalen Außerordentlichen Vereinsversammlung gewählt worden und stand nun zum ersten Mal sofort im Fokus. Kumpis muss sich erst im kommenden November wieder dem Votum der Mitglieder stellen, außerdem hatte die Versammlung im Business-Bereich des Eintracht-Stadions, an der auch die Zweitliga-Fußballer um Trainer Michael Schiele teilnahmen, nicht die Brisanz der Sitzungen aus den vergangenen Jahren.

Eintracht Braunschweigs Mitgliederversammlung zieht sich bis kurz vor Mitternacht

Abgestimmt wurde an diesem Dienstagabend über andere Personalien. Zwei Posten im Aufsichtsrat der Kapitalgesellschaft wurden neu besetzt. Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Uwe Fritsch stellte wie angekündigt seinen Platz im obersten Kontrollgremium der Profifußballer zur Verfügung. Sein Nachfolger wird Volkswagen-Manager Hartmut Rickel, dessen Kompetenzen der Aufsichtsratsvorsitzende Jens-Uwe Freitag hervorhob. Er erhielt 172 Ja-Stimmen, bei 102 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen. Fritsch bleibt Ersatzmitglied für Rickel. 221 Mitglieder stimmten für ihn, 30 dagegen, 21 enthielten sich. Zudem wurde nach langer Kandidatensuche Sebastian Götze, nach dessen Vorstellung lauter Applaus aufbrandete, als Fan-Vertreter in den Aufsichtsrat berufen. Der 32-Jährige vereinte 260 Ja-Stimmen bei 21 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen für sich. Er war in der jüngeren Vergangenheit als Mitglied der Initiative in Erscheinung getreten, die im Sommer 2021 die erste außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt hatte.

Zudem gab es viele Berichte und Zahlen: Die Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA hat das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Verlust von 508.000 Euro abgeschlossen. Im Jahr zuvor verzeichnete die Kapitalgesellschaft einen Verlust von 843.000 Euro. „Damit ist es uns gelungen, das Geschäftsjahr trotz der mit dem vorzeitigen Aufstieg in die 2. Bundesliga verbundenen Mehraufwendungen deutlich besser als ursprünglich budgetiert abzuschließen“, sagt Rainer Cech.

Zahlen und Fakten zu Eintracht Braunschweigs finanzieller Situation

Der Vizepräsident Finanzen der Eintracht erwähnte außerdem, dass die GmbH & Co. KGaA ihr Eigenkapital zum Abschluss des Geschäftsjahres Ende Juni mit 700.000 Euro sichern konnte und damit „das finanzielle Gleichgewicht ohne die Inanspruchnahme von Kreditlinien gesichert“ wurde, so Cech.

Der Aufstieg der Profifußballer, der in diesem Jahr zu Mehrkosten führte, ist laut Cech aber „eine wesentliche Weiche für die erfolgreiche Entwicklung unserer Tochtergesellschaft“. Der Klassenerhalt in der laufenden Saison sei sowohl aus sportlicher als auch aus finanzieller Hinsicht von zentraler Bedeutung.

In der vergangenen Drittliga-Saison hatte die Kapitalgesellschaft einen Umsatz von knapp über 12 Millionen Euro erwirtschaftet. Das lag deutlich (mehr als 9 Millionen Euro) unter dem Umsatz aus der Spielzeit 2020/21, als die Eintracht in der 2. Liga spielte. Nach dem Abstieg konnten und mussten die Blau-Gelben den Spieleretat von 10,1 Millionen Euro auf 6,2 Millionen senken.

Der Verein schließt das Jahr mit einem Fehlbetrag von 91.000 Euro ab, steigerte seine Mitgliederzahl aber auf 6094 und steigerte seine Mitgliedsbeiträge auf eine Rekordsumme von 724.000 Euro (2021 waren es noch 643.000 Euro).

Kumpis berichtete außerdem in ihrem Rückblick auf ihre bisherige Amtszeit davon, dass Sponsoren positive Signale in Richtung der Eintracht gesendet haben. Bei der Entwicklung einer Strategie hat sich der Verein Hilfe von einer externen Agentur geholt.

In verschiedenen Gruppen sollen die Bereiche Sport, Finanzen, Kommunikation und Personal vorangebracht werden. „Wir wollen noch mehr zusammenrücken“, verdeutlichte Kumpis.

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