Endlich wieder zu null – Eintracht macht defensiv Fortschritte

Braunschweig.  Das 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf war kein schönes Spiel. Dafür präsentierte sich die Braunschweiger Abwehr mit Neuzugang Brian Behrendt stabiler.

Neuzugang Brian Behrendt (vorne) zeigte ein ordentliches Debüt im Eintracht-Trikot.

Neuzugang Brian Behrendt (vorne) zeigte ein ordentliches Debüt im Eintracht-Trikot.

Foto: Simka/regios24

Freunde des Offensivspektakels sind bei diesem Spiel nicht gerade auf ihre Kosten gekommen. Torraumszenen hatten Seltenheitswert, gelungene Spielzüge ebenfalls, und an richtig klaren Chancen war eine einzige zu vermerken – auf beiden Seiten zusammengenommen. Das Montagabendspiel zwischen Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf wird sicherlich nicht in die Annalen der aufregendsten Partien der 2. Fußball-Bundesliga eingehen. 0:0 endete die Begegnung, in der Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic die beste Möglichkeit der Düsseldorfer durch Kenan Karaman in der neunten Minute mit einer guten Parade vereitelte.

Konkurrenz setzte Eintracht unter Druck

Trotzdem konnten die Braunschweiger mit diesem torlosen Remis am Ende zufrieden sein. Und sie waren es auch. „Wir sind erstmal froh, dass wir zu null gespielt haben. Es war das Thema der vergangenen Wochen, dass wir in der Defensive zu viele Fehler gemacht haben“, sagte Eintracht-Trainer Daniel Meyer. „Der Punkt ist wichtig in unserer Situation“, fügte mit Blick auf die Tabelle hinzu. Die Ergebnisse der direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt an diesem 15. Spieltag hatten die Eintracht zusätzlich unter Druck gesetzt. Mit dem Punkt wurde zwar nicht der Relegationsplatz verlassen, aber immerhin gehen die Löwen nun mit einem kleinen Positiv-Erlebnis in die Partie am Freitag bei Schlusslicht Würzburg (18.30 Uhr).

Eintracht zeigt sich defensiv stabil

Es macht vor allem Hoffnung, dass sich die in dieser Saison so oft wackelige Eintracht-Defensive über weite Strecken stabil erwies. Düsseldorf hatte, vor allem in der ersten Hälfte, mehr vom Spiel und präsentierte sich als die reifere und individuell bessere Mannschaft. Doch als Erstliga-Absteiger und mit zuletzt fünf Siegen in Folge im Rücken war auch kein anderes Auftreten der Fortuna im Stadion an der Hamburger Straße erwartet worden.

Die Blau-Gelben traten den favorisierten Gästen mit einer formell mutigen Aufstellung (zwei Spitzen und dahinter Spielmacher Martin Kobylanski) entgegen. Auf dem Platz agierten sie dann aber doch tiefstehend und abwartend. Das machte es den Rheinländern schwer, Lücken zu finden. Allerdings gingen die Braunschweiger auch deutlich konsequenter und konzentrierter in der Defensive zur Sache als zuletzt. Der Punktgewinn war aufgrund dieser engagierten Leistung deshalb auch nicht unverdient.

Debüt von Behrendt macht Hoffnung

„Ich habe von Düsseldorf nur die eine Chance gesehen“, stellte Meyer deshalb zufrieden fest. Erfreulich war auch das Debüt von Neuzugang Brian Behrendt. Der Ex-Bielefelder lief als rechter Mann in der Abwehr-Dreierkette, die durch die beiden Außenbahnspieler oft zur Fünferreihe wurde, auf und erlebte eine ordentliche Premiere im Eintracht-Trikot. „Brian Behrendt hat gezeigt, was wir uns versprochen haben. Er war sehr laut, was die Kommandos angeht, hat sehr klar und einfach gespielt und schnell in unsere Abläufe hingefunden. Ich bin sehr froh, dass er so stabil war“, lobte Meyer seinen neuen Spieler. Natürlich besteht die Hoffnung, dass sich mit Behrendt die Löwen-Defensive nicht nur gegen Düsseldorf sondern auch dauerhaft sattelfester präsentiert.

Im Spiel nach vorne besteht Luft nach oben

Bei all der Freude über einen gewonnenen Punkt und einer ordentlichen Defensivleistung darf aber nicht unterschlagen werden, dass die Eintracht besonders in der ersten Hälfte spielerisch einiges zu wünschen übrigließ. Die Meyer-Elf kam nur selten strukturiert über die Mittellinie. Aufgrund fehlender Anspielstationen waren die Abwehrspieler viel zu oft gezwungen, den langen Pass nach vorne zu wählen. Dort standen ein sich mühender Nick Proschwitz sowie ein oft indisponiert wirkender Suleiman Abdullahi allein auf weiter Flur. „Man muss bilanzieren, dass wir in der ersten Hälfte zu viele lange Bälle geschlagen und die Bälle zu leicht hergeben haben“, gab Meyer zu. „Aber das ist im zweiten Durchgang deutlich besser gewesen“, sagte der Trainer.

Meyer versucht es wieder mit zwei Stürmern

Er hatte es taktisch nach langer Zeit mal wieder mit zwei echten Stürmern versucht. Die Kombination Proschwitz und Abdullahi gab es dabei sogar das erste Mal von Anfang an. „Wir wollten vorne zwei Zielspieler haben. Es ist klar, dass sich die anderen Teams inzwischen besser auf Nick Proschwitz eingestellt haben und dass es für ihn daher schwieriger geworden ist“, erklärte Meyer seine Überlegungen. Die Pläne gingen allerdings nicht richtig auf. Zum einen, weil die Stürmer selten mit brauchbaren Anspielen gefüttert wurden. Zum anderen aber auch, weil die Abstimmung zwischen Proschwitz und Abdullahi noch ausbaufähig war – vorsichtig ausgedrückt.

„Dadurch ist viel verpufft. Sie hingen beide viel in der Luft, und die Effektivität war überschaubar“, sagte Meyer. Besonders Abdullahi präsentierte sich weit weg von einer Form, mit der er einen Gewinn für die Eintracht darstellt. Trotz Punktgewinn gegen Top-Team Düsseldorf und ordentlicher Defensivleistung bleibt für die Blau-Gelben also weiterhin viel zu tun. Am Freitag steht in Würzburg die nächste Standortbestimmung im Abstiegskampf an.

Die Zahlen des Spiels im Detail

Eintracht – Fortuna Düsseldorf 0:0 Eintracht: Fejzic – Behrendt, Wydra, Nikolaou – Kaufmann, Kroos, Kammerbauer, Schlüter – Kobylanski (85. Schwenk) – Abdullahi (72. Bär), Proschwitz (90.+3 Ben Balla). Düsseldorf: Kastenmeier – Zimmermann, Hoffmann, Danso, Krajnc – Morales, Prib (85. Sobottka)– Borrello (63. Iyoha), Peterson (63. Pledl) – Hennings (75. Kownacki), Karaman. Tore: Fehlanzeige Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma) Gelbe Karten: Schlüter (2.), Behrendt (1.), Wydra (4.), Schwenk (2.) / Prib (1.), Hoffmann (2.)

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