Eintracht Braunschweig wehrt sich gegen die Opferrolle

Braunschweig.  Gegen favorisierte Düsseldorfer soll am Montag der erste Sieg des Jahres gelingen. Behrendt soll in der Abwehr sofort helfen.

 Jannis Nikolaou (rechts, im Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund) erhält in der Defensive ab sofort Unterstützung von Neuzugang Brian Behrendt.

Jannis Nikolaou (rechts, im Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund) erhält in der Defensive ab sofort Unterstützung von Neuzugang Brian Behrendt.

Foto: Darius Simka/regios24

Fünf Spiele in Folge hat Fortuna Düsseldorf zuletzt in der 2. Fußball-Bundesliga gewonnen. Trotzdem sagt Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer vor der Begegnung mit den Rheinländern am Montagabend (20.30 Uhr) im Stadion an der Hamburger Straße selbstbewusst: ,,Wir haben Respekt vor Düsseldorf, aber wir werden nicht das Opfer sein." Seine Mannschaft war zwar mit einer 1:3-Niederlage in Aue ins Jahr 2021 gestartet, ,,doch wir haben über weite Strecken eine sehr ordentliche Leistung gezeigt", findet der Braunschweiger Coach.

Behrendt soll entscheidende Rolle in der Abwehr spielen

Die Löwen ärgern sich vielleicht gerade deshalb so über die Pleite zum Jahresauftakt. Die bekannten Probleme im Defensivverhalten überlagerten letztlich die durchaus guten Ansätze in Aue. Ob mit Neuzugang Brian Behrendt bereits alle Defizite behoben werden können, bleibt abzuwarten. Der 29-Jährige soll in der Eintracht-Abwehr aber schnell eine entscheidende Rolle spielen und wird deshalb gegen Düsseldorf wohl auch gleich in der Startelf zu finden sein. ,,Wir haben ihn verpflichtet, weil wir in der letzten Reihe Bedarf sehen, und wir erhoffen uns von der ersten Sekunde an einen Mehrwert von ihm", sagt Meyer. Die ersten Eindrücke des Neuzugangs im Training seien durchweg positiv gewesen.

Behrendt: "Körperlich fühle ich mich sehr gut"

,,Er besitzt eine klare Ansprache, was das Coaching auf dem Platz angeht. Das ist etwas, was uns im Moment etwas abgeht", lobt Meyer die Führungsqualitäten des ehemaligen Bielefelders. Sollte nichts mehr dazwischenkommen, wird Behrendt am Montagabend also beginnen. Und der brennt natürlich darauf, nach seinem Reservistendasein bei Erstliga-Aufsteiger Bielefeld nun in der 2. Liga wieder voll durchzustarten. ,,Körperlich fühle ich mich sehr gut. Das Einzige, was mir vielleicht ein bisschen fehlt, ist die Spielpraxis", sagt Behrendt. Drei Kurzeinsätze hatte er in dieser Saison bei der Arminia. Das ist nach seiner Kreuzbandverletzung in der vergangenen Spielzeit aber vielleicht auch nicht sehr verwunderlich. Zuvor war der Innenverteidiger beim damaligen Zweitligisten aber eine verlässliche Größe gewesen.

Intensive Analyse des 2:1- Sieg der Düsseldorfer

Diese Rolle strebt er nun auch in Braunschweig an. ,,So wie das letzte halbe Jahr lief, stelle ich mir das Profi-Dasein nicht vor", spielt der Abwehrspieler auf seine geringen Einsatzzeiten an. Bei der Eintracht hat er wieder das Gefühl, gebraucht zu werden. Behrendts Erfahrung kann gegen die formstarke Fortuna sicherlich helfen. Den 2:1-Sieg der Düsseldorfer am vergangenen Montag gegen Paderborn haben die Braunschweiger besonders intensiv analysiert. ,,Ich habe in der ersten Hälfte gegen Paderborn eine unfassbar gute Düsseldorfer Mannschaft gesehen", sagt Meyer. Die individuelle Klasse bei den Gästen, die durch ihre kleine Siegesserie inzwischen wieder die Aufstiegsplätze ins Visier nehmen können, ist sicherlich unumstritten. Aber die Eintracht hat in dieser Saison ja schon ein paar Mal bewiesen, dass sie mit Leidenschaft und Kampfgeist andere Defizite wettmachen kann. Da das auf Dauer aber wahrscheinlich nicht für den Klassenerhalt ausreicht, soll Behrendt nicht der einzige Winter-Neuzugang der Löwen bleiben.

Diakhite ist zweite Option für die Abwehr

Mit Oumar Diakhite testen die Braunschweiger im Training gerade einen zweiten Abwehrspieler. ,,Wir haben immer gesagt, dass wir im Defensivbereich zwei Transfers tätigen wollen, weil wir dort bisher die größten Probleme hatten und zu viele Gegentore kassiert haben", sagt Meyer. Der zweite Innenverteidiger steht daher nach wie vor ganz oben auf seiner Wunschliste, und Diakhite sei ,,eine spannende Personalie". Es sei allerdings noch unsicher, ob sich dieser Wechsel realisieren lassen wird.

Deshalb wird Behrendt gegen Düsseldorf sehr wahrscheinlich der einzige Neue in der Eintracht-Mannschaft sein. Aber nicht nur deswegen kann ihn Meyer gut gebrauchen. Vor allem in der Defensive muss der Coach nach wie vor die meisten Ausfälle kompensieren. Neben den Langzeitverletzten Niko Kijewski und Benjamin Kessel steht auch Felix Burmeister weiterhin nicht zur Verfügung. Dazu wird es mit dem anvisierten Comeback von Danilo Wiebe wohl eng. werden.

Noch Hoffnung, dass Wiebe für Spiel zur Verfügung steht

,,Er hat einen kleinen Rückschlag erlitten und war jetzt zwei Wochen raus aus dem Training", sagt Meyer. Die Hoffnung, dass Wiebe zur Verfügung steht, hat er noch nicht komplett aufgegeben, will bei dem gelernten Mittelfeldspieler aber auch kein Risiko eingehen. Wiebe hat sich auf der rechten Außenbahn zu einer festen Größe gemausert. Dort braucht ihn die Eintracht auch noch nach dem Spiel gegen Düsseldorf. Meyers Zuversicht für das Spiel gegen Düsseldorf ist aber auch ohne Wiebe groß. ,,Wir wollen den Bock umstoßen. Ich habe in dieser Woche eine sehr fokussierte Mannschaft erlebt", lobt er. Nun müssen die Braunschweiger diese guten Voraussetzungen auch endlich mal wieder in einen Sieg ummünzen.

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