Dornebuschs Platzverweis bringt neue Chance für Fejzic

Braunschweig.  Die rote Karte für den Eintracht-Torhüter erhitzt beim 2:1-Sieg gegen Bochum die Gemüter – und entfacht den Konkurrenzkampf im Tor neu.

Christof Günsch zeigt Torwart Felix Dornebusch die rote Karte.

Christof Günsch zeigt Torwart Felix Dornebusch die rote Karte.

Foto: Sebastian Priebe / regios24

Felix Dornebusch tat das, was ein Torhüter tun muss: Er opferte sich auf für den Erfolg seiner Mannschaft. Das kompromisslose Herausstürmen des 26-Jährigen bewahrte Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig beim 2:1 (1:1)-Sieg gegen den VfL Bochum vor dem erneuten Rückstand, führte jedoch auch zur roten Karte für den Neuzugang.

Der 1,93-Meter-Mann hatte außerhalb des eigenen Sechzehners den Ball mit der Hand gespielt, als er sich in den Schuss des Bochumer Stürmers Sylvere Ganvoula warf – so weit, so gewöhnlich. Doch weil es zuvor eine Verletzungsunterbrechung gegeben hatte und die Braunschweiger Abwehrspieler sich angesichts des Fair-Play-Gedankens in Sicherheit wähnten, kochten die Emotionen hoch, nachdem der Kongolese dem laschen Pass von Nico Klaß hinterhersprintete und Eintrachts Schlussmann zu seiner folgenreichen Rettungsaktion zwang.

Dornebusch trennte Streithähne nach Platzverweis selbst

Der Platzverweis durch Schiedsrichter Christof Günsch war regelkonform, ein Einsatz des Video-Assistenten nicht vonnöten. Und dennoch wurde es wild. Bochums Danilo schlug um sich, Eintrachts Dominik Wydra motzte, ehe Dornebusch selbst die Streithähne trennte und enttäuscht das Feld verließ. Währenddessen versuchten Spieler beider Teams, den Schiedsrichter umzustimmen – ohne Erfolg.

Anschließend waren die Trainer bemüht, die Szene nicht unnötig hochzujazzen. „Es war eine klare Regelauslegung, und ich glaube, dass es keine Absicht von Sylvere war, da durchzulaufen“, erklärte Bochums Thomas Reis. VfL-Torschütze Simon Zoller entschuldigte sich gar bei Eintracht-Coach Daniel Meyer. „Es war keine bewusste Aktion, aber die Schärfe kommt durch den Platzverweis rein“, war sich der 41-Jährige sicher.

Die Bochumer spielten den fälligen Freistoß dann in die Hände des eingewechselten Jasmin Fejzic – ein Eingeständnis dafür, dass nicht alles sauber abgelaufen war? Dass Nick Proschwitz (67.) im Gegenzug die Führung für die Löwen erzielte, stimmte Meyer aber ohnehin milde.

Dornebusch, den der Eintracht-Coach vor dem ersten Ligaspiel in Heidenheim zum Stammtorhüter machte, drohen trotzdem mehrere Spiele Sperre. Und die Eintracht hat erneut Unruhe auf der Torwartposition. Der Konkurrenzkampf zwischen Fejzic und Dornebusch bekommt eine erneute Wendung. Beide Torhüter lagen leistungsmäßig nah beieinander. Der Neuzugang hatte als besserer Fußballer in Meyers Spielidee den Vorzug erhalten. Seine Wackler in der Strafraumbeherrschung blieben bislang ungestraft, aber das Standing des gebürtigen Witteners ist nicht mit dem des Routiniers Fejzic zu vergleichen.

Jasmin Fejzic kann Punkte sammeln – Dornebusch muss zuschauen

Der Bosnier, in den Augen vieler nach dem 5:4-Pokalerfolg gegen Hertha BSC zu Unrecht aus dem Tor genommen, erhielt nicht nur wegen seines Mega-Reflexes, der der Eintracht den erste Sieg bewahrte, Szenenapplaus.

Nun hat der 34 Jahre alte Publikumsliebling nach einer starke Vorbereitung wieder die Chance, Werbung für sich zu machen. Dornebusch ist dabei zum Zuschauen verdammt.

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