Eintrachts Suche nach Verstärkung geht weiter

Braunschweig.  Braunschweigs Fußball-Zweitligist hat die Hoffnungen auf Verstärkung noch nicht aufgegeben.

Fabio Kaufmann (rechts) wird von Chefcoach Daniel Meyer (links) und Co-Trainer Thomas Stickroth abgeklatscht. Er ist einer von elf  Neuzugängen der Eintracht. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Fabio Kaufmann (rechts) wird von Chefcoach Daniel Meyer (links) und Co-Trainer Thomas Stickroth abgeklatscht. Er ist einer von elf Neuzugängen der Eintracht. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Foto: Darius Simka / regios24

Die Liste der vertragslosen Profi-Fußballer ist in diesem Jahr besonders lang. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie dazu geführt, dass diesmal mehr Spieler als sonst noch auf der Suche nach einem neuen Klub sind. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen Verein wie Zweitligist Eintracht Braunschweig, der sich auch nach dem Ende der Transferphase noch verstärken will – würde man zumindest denken.

Eintracht kann keine Spitzengehälter zahlen

Dem ist aber nicht so, meint Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann. „Es ist nicht so einfach, denn bei vielen Spielern haben sich die Gehaltsvorstellungen trotz Corona und ihrer Arbeitslosigkeit kaum geändert“, sagt er. Da sich die Eintracht im Sommer aber schon mit elf Neuzugängen auf großer Einkaufstour befand – obwohl viele Verpflichtungen ablösefrei waren – sind die Kassen bei den Löwen relativ leer. Spitzengehälter können oder wollen die Blau-Gelben in der 2. Liga nicht zahlen. Deshalb fallen einige Spieler, die die Eintracht sportlich sicherlich weiterbringen könnten, durch das Raster.

Collin Quaner war ein Thema

Das soll zum Beispiel bei Linksverteidiger Matthias Ostrzolek sowie Stürmer Collin Quaner der Fall gewesen sein. Mit beiden Spieler haben sich die Braunschweiger nach Informationen unserer Zeitung beschäftigt. Aus finanziellen Gründen ist eine Verpflichtung aber unwahrscheinlich. Bei Ostrzolek kommt noch die Vergangenheit als Spieler von Hannover 96 hinzu. Das ist zwar kein Ausschlusskriterium für die sportlich Verantwortlichen. Der Fall von Abwehrspieler Felix Burmeister, der es bei vielen Eintracht-Fans nie leicht hatte, zeigt aber, dass sie solche Dinge nicht völlig außer Acht lassen sollten.

Nicht nur auf Außen gibt es Handlungsbedarf

Unabhängig von diesen Schwierigkeiten geht die Suche der Eintracht nach Verstärkungen aber weiter, nachdem zuerst gehofft wurde, Spieler von Erstligisten ausleihen zu können. „Wir versuchen, noch einen guten Spieler zu bekommen. Das halte ich für sehr wichtig“, sagt Vollmann. Die ersten drei Ligaspiele haben ihm und Trainer Daniel Meyer gezeigt, dass die Kaderqualität noch Luft nach oben lässt. Und das leider nicht nur wegen der Verletzung von Linksverteidiger Niko Kijewski. Dessen Kreuzbandriss hat die Probleme auf den Außenbahnen zwar noch einmal verschärft, die Braunschweiger haben in ihrer Analyse aber auch den Sturm sowie die Innenverteidigung als Positionen ausgemacht, wo ihnen einen Verstärkung noch gut zu Gesicht stehen würde. Bei einem eigenen Tor und sechs Gegentoren ist das aber auch keine ganz überraschende Erkenntnis.

Viele Klubs hoffen auf sinkende Gehaltsvorstellungen

Deshalb wird der Markt der vertragslosen Spieler spätestens seit der vergangenen Woche intensiv sondiert. Dabei schauen die Löwen eher ins In- als ins Ausland. Denn neue Leute müssen mehrere Voraussetzungen mitbringen. Sie müssen Erfahrung auf Zweitliga-Niveau oder besser haben, sich schnell integrieren können und dürfen am besten nicht zu viel Gehalt kosten. Es spekulieren allerdings einige Klubs darauf, dass die Gehaltsvorstellungen bei den vertragslosen Spielern in den nächsten Wochen fallen. Die Braunschweiger Jagd nach einem Schnäppchen könnte also ebenfalls erfolglos bleiben.

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