Machtkampf um die Führung der Eintracht

Braunschweig.  Die Suche nach einem Nachfolger für Ex-Präsident Sebastian Ebel droht, den Klub zu spalten.

Im November geht es um die Nachfolge von Sebastian Ebel.

Im November geht es um die Nachfolge von Sebastian Ebel.

Foto: Philipp Ziebart / Philipp Ziebart/BestPixels.de

Die Botschaft war eindeutig. „Fiedler raus, Streiff verhindern“, stand auf einem Plakat an einem Zaun vor dem Eintracht-Stadion am Samstag beim Spiel der Braunschweiger Zweitliga-Fußballer gegen Holstein Kiel. Das ist die nächste Eskalationsstufe in einem Machtkampf um die Führung bei den Löwen, der sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr zugespitzt hat. Dem Klub droht vor der Jahreshauptversammlung am 13. November eine Zerreißprobe.

Ebel glaubt den Verein auf einem guten Weg

Als Sebastian Ebel im Juli kurz nach der Rückkehr der Blau-Gelben in die 2. Liga seinen Rücktritt als Eintracht-Präsident bekanntgab, wähnte er den Verein auf einem guten Weg. „Ich trete jetzt zurück, weil ich davon überzeugt bin, dass wir wieder gut funktionierende Strukturen haben, die uns einen langfristigen Erfolg ermöglichen werden, sofern wir gemeinsam im Sinne der Eintracht kämpfen“, sagte Ebel damals. Mit Blick auf die vergangenen Wochen war das wohl eher Wunschdenken. Nachdem Eintracht bereits 2019 keinen Kandidaten für das Präsidenten-Amt gefunden hatte, droht die Frage nach dem Ebel-Nachfolger, den Klub nun zu spalten.

Fiedler spricht sich für Streiff aus

Auf der einen Seite steht der Großteil des Aufsichtsrates mit dem Vorsitzenden Frank Fiedler an der Spitze. Fiedler führt nicht nur dieses Gremium, er ist auch Vorstand bei Volkswagen Financial Services. Die VW-Tochter hat ihren Vertrag als Hauptsponsor der Eintracht gerade um ein Jahr verlängert und ist damit einer der wichtigsten Unterstützer des Zweitligisten. Fiedler und andere Aufsichtsratsmitglieder hatten sich zuletzt öffentlich für den Braunschweiger Unternehmer Helmut Streiff als Eintracht-Präsident ausgesprochen. Streiff hat seine Kandidatur zwar noch nicht offiziell erklärt, soll aber sein Interesse an dem Posten signalisiert haben.

Fans lehnen den Unternehmer ab

Allerdings hat sich mit der Initiative Eintracht beziehungsweise der Fanabteilung ein gewichtiges Interessenbündnis im Verein gegen Streiff gestellt. Es wirft Fiedler vor, mit der Finanzkraft von VW im Rücken, zu viel Einfluss auf den Verein nehmen zu wollen. An Streiff stört die Fans, dass er in einem Gespräch mit ihnen die Möglichkeit einer engeren Kooperation mit dem VfL Wolfsburg und weniger Distanz zu Hannover 96 thematisierte. Deshalb schlossen sie bereits aus, ihn am 13. November zu wählen.

Ausgang im November offen

Nach Informationen unserer Zeitung war Streiff danach kurz davor, seine Ambitionen aufzugeben, wurde von seinen Unterstützern aber umgestimmt. Wie die Sache ausgeht, ist offen. Nur eines ist klar: Nicht nur sportlich ist bei Eintracht demnächst Spannung garantiert.

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