Ein Punkt, der Eintracht weiterhelfen soll

Braunschweig.  Kiel war beim 0:0 am Samstag besser, doch die Eintracht hielt dagegen. Das macht Hoffnung für die nächsten Spiele.

Martin Kobylanski versucht es in dieser Szene mit einem Torschuss. Sein Kieler Gegenspieler Alexander Mühling kann nicht mehr eingreifen. Der Eintracht-Kapitän blieb aber erfolglos.

Martin Kobylanski versucht es in dieser Szene mit einem Torschuss. Sein Kieler Gegenspieler Alexander Mühling kann nicht mehr eingreifen. Der Eintracht-Kapitän blieb aber erfolglos.

Foto: Darius Simka / regios24

Ein 0:0 der besseren Sorte war die Nullnummer für Eintracht Braunschweig am Samstag gegen Holstein Kiel in der 2. Fußball-Bundesliga nicht. Dafür hatte die Partie allein mit dem Ausfall von Niko Kijewski, der sich schwer am Knie verletzte und lange ausfällt, zum Schluss eine zu bittere Note für die Löwen parat. Trotzdem sagte Eintracht-Trainer Daniel Meyer hinterher: „Wir haben einen großen Fight gezeigt und nehmen den Punkt gerne mit. Der hilft uns auch für den Kopf.“ An dieser Analyse Meyers änderte auch der „große Wermutstropfen“, den Kijewskis Kreuzbandriss darstellt, nichts.

Meyer: Haben noch einen weiten Weg zu gehen

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Braunschweiger mit dem Punkt gegen Kiel auch deshalb so zufrieden waren, weil die Gäste von der Ostsee die klar bessere Mannschaft waren – zumindest in der ersten Hälfte. Bereits ihm Vorfeld hatte Meyer die Kieler als ein Spitzenteam geadelt, und als wollte die Holstein-Elf die Einschätzung des Löwen-Trainers untermauern, zeigte sie in den ersten 45 Minuten den deutlich gepflegteren Fußball. Das lag sicherlich auch daran, dass die Kieler eingespielter sind und über mehr Erfahrung auf Zweitliga-Niveau verfügen. „Wir wissen, dass wir noch einen weiten Weg zu gehen haben. Wir hatten in der vergangenen Woche sechs Debütanten in der 2. Liga, diesmal drei. Da machen viele ihre ersten Schritte auf diesem Niveau, und das sieht man in der einen oder anderen Situation“, fordert Meyer noch Geduld für seine Mannschaft ein.

Kessel: Können mit dem 0:0 gut leben

Diese zeigte sich nach der Pause auch ebenbürtig und brachte die Souveränität der Kieler mit Einsatz und Mut zeitweilig ins Wanken, aber nicht zum Einstürzen. Und in der Defensive schaffte es die Eintracht trotz starker Aktionen des Gegners, doch immer wieder einen Gegentreffer zu verhindern. Deshalb verdienten sich die Löwen diesen ersten Punkt nach dem Aufstieg, obwohl die Gäste vor 3512 Zuschauern im Eintracht-Stadion auch in der zweiten Hälfte die besseren Chancen besaßen. „Der erste Punkt ist immer der wichtigste. Insgesamt können wir mit dem 0:0 gut leben, denn wir hatten selber nicht die ganz großen Chancen“, analysierte Benjamin Kessel.

Der Trainer ändert doch einiges

Er war eine von zwei personellen Veränderungen, die Trainer Meyer im Vergleich zum Auswärtsspiel in Heidenheim an der Startelf vorgenommen hatte. Kessel und Marcel Bär kamen für Robin Ziegele und Danilo Wiebe in die Mannschaft. Damit einher ging auch eine Taktik-Änderung. Statt Dreierkette agierte die Eintracht in der Abwehr mit vier Spielern. Davor setzte Meyer auf eine Doppelsechs und Kapitän Martin Kobylanski als offensiven Zentrumsspieler. Mittelstürmer war Suleiman Abdullahi, der von den beiden Außen Bär und Fabio Kaufmann flankiert wurde. „Wir haben eine Grundphilosophie, mutig nach vorne spielen zu wollen. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, mit drei Stürmern zu spielen und nicht mit fünf Verteidigern“, erklärte Meyer seinen Taktik-Wechsel vom 3-4-3 zum 4-3-3. Eigentlich hatte der Coach seinem Team, das immerhin elf Neuzugänge integrieren muss, in der aktuellen Findungsphase keine großen Änderungen zumuten wollen. Die Kieler Stärken hatte ihn dann doch zum Umdenken gebracht.

Kiel hat die besseren Chancen

Allerdings konnte diese Maßnahme nicht verhindern, dass die Braunschweiger in der ersten Hälfte Mühe hatten, mit den Gäste mitzuhalten. Nach einer kurzen Phase des Abtastens übernahm Holstein schnell das Kommando auf dem Platz und war die deutlich bessere Mannschaft, präsentierte sich kombinationssicher und eingespielt. Die beste Chance der Kieler besaß Alexander Mühling nach einem tollen Pass von Jae Sund Lee. Doch er scheiterte allein vor dem Tor an Felix Dornebusch (43. Minute), der bei den Löwen erneut den Vorzug vor Jasmin Fejzic zwischen den Pfosten erhalten hatte. Trotz dieser Parade war Dornebusch kein sicherer Rückhalt für die Löwen an diesem Nachmittag. Er zeigte sowohl mit dem Fuß als auch in der Strafraumbeherrschung einige Schwäche. Kiel wusste das aber auch in der zweiten Hälfte nicht zu nutzen. Innenverteidiger Michael Schultz vereitelte im letzten Moment die beste Chance der Gäste, als er vor dem einschussbereiten Lee klärte (71.). Wenig später vergab Lee eine dicke Chance ohne Zutun eines Braunschweigers (74.).

Punkt soll nur der Anfang gewesen sein

Die Eintracht hatte auch ihre Möglichkeiten, vor allem mit Fernschüssen und bei Standardsituation. Am nächsten dran an einem Tor war Martin Kobylanski, der einmal die Oberkante der Latte traf (69.). Deshalb steht bei den Löwen auch nach zwei Spieltagen vorne noch die Null. „Das bereitet mir aber kein Kopfzerbrechen“, sagt Meyer. Er ist überzeugt, dass der Punkt gegen Kiel nur der Anfang war. Der Rest soll folgen.

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