Antwerpen: Die Spieler müssen sich hinterfragen

Braunschweig.  Nach dem 0:3 bei Hansa Rostock übt Eintracht-Trainer Marco Antwerpen deutliche Kritik an seiner Mannschaft.

Eintracht-Trainer Marco Antwerpen war nach dem Spiel in Rostock richtig angefressen.

Eintracht-Trainer Marco Antwerpen war nach dem Spiel in Rostock richtig angefressen.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

In dieser Woche möchte man kein Fußball-Profi von Eintracht Braunschweig sein. Denn nach der 0:3-Niederlage bei Hansa Rostock war Trainer Marco Antwerpen sauer –richtig sauer – und setzte zu einem verbalen Rundumschlag gegen sein Team an. Die deutlichen Worte werden in den nächsten Tagen wohl nicht die einzigen bleiben.

„Die Spieler müssen sich auch mal selber hinterfragen. Sind sie mit 100 Prozent Konzentration beim Fußball oder haben wir immer wieder Nebengeräusche, von denen wir uns ablenken lassen. Das Trainerteam bereitet die Spieler jedes Mal darauf vor, was auf sie zukommt. Aber es ist schon ein verdammt schwerer Weg, hier Konstanz reinzubringen“, sagte Antwerpen am Montagabend noch in den Katakomben des Ostseestadions.

Der Löwen-Coach war konsterniert, wie sein Team hier aufgetreten war. Die Löwen hatten nach dem 4:1 gegen Uerdingen Rückenwind gehabt und zudem die Chance, in der Tabelle einen Sprung nach vorne zu machen. Doch sie lieferten einen erschreckend schwachen Auftritt ab – wieder einmal. Es sind immer wieder solche Spiele wie in Rostock, die an Grundsätzlichem bei der Eintracht zweifeln lassen.

Deshalb störte sich Antwerpen auch weniger an der verpassten Chance in der Tabelle, sondern vielmehr daran, wie die Blau-Gelben sich ohne echtes Aufbäumen ihrem Schicksal ergaben. „Wir brauchen doch gar nicht darüber zu reden, ob wir nach oben oder nach unten gucken. Wir verlieren 0:3 in Rostock und sind chancenlos. Da sollte man als Spieler nach Hause fahren und hart mit sich ins Gericht gehen. Das kann man definitiv nicht anbieten“, kritisierte der Trainer.

Wie in Würzburg fiel sein Team nach einem frühen Rückstand auseinander. Eine gute Chance von Nick Proschwitz konnten die Braunschweiger nach dem 0:1 verbuchen, ansonsten liefen sie nur hinterher. Rostock war spielerisch, taktisch und kämpferisch eine Klasse besser als die Eintracht. Erneut wurde deutlich, dass dieser Mannschaft, obwohl sie zu den ältesten der 3. Liga gehört, in schwierigen Phasen Führungsspieler fehlen, die vorangehen. Auch Antwerpen sieht dieses Problem, sieht es aber als eines der Einheit. „In solchen Phasen sollten wir uns erst einmal darauf konzentrieren, gut zu verteidigen. Aber wir werden hektisch, gehen von unserer Strategie weg, zeigen ein schlechtes Zweikampfverhalten“, analysierte er, um sich dann noch etwas unsachlich zu echauffieren: „Wir bekommen einen Beinschuss im Fünfmeterraum. Irgendwann hört es auch mal auf. Da muss ich als Spieler auch mal sehen, dass es so nicht geht.“

Für Antwerpen wird die Zeit langsam knapp, in Braunschweig etwas zu bewegen. Sein Vertrag läuft zum Ende der Saison aus und die bisherigen Ergebnisse taugen nicht dazu, eine Vertragsverlängerung zu empfehlen. Der positive Umschwung, den sich Sportdirektor Peter Vollmann vom Wechsel auf der Trainerposition erhoffte, blieb jedenfalls aus. Im Gegenteil. In der Gesamtbilanz zeigt der Trend nach dem Aus von Christian Flüthmann sogar nach unten. Alle Ansätze, die Antwerpen wählt, fruchten nicht – zumindest nicht dauerhaft. „Es ist schon erstaunlich, dass man nach einem Spiel wie gegen Uerdingen nun so spielen kann. Das ist unfassbar“, wirkt der Coach zunehmend ratlos.

Auch die Spielunterbrechung durch den Ausfall von zwei Flutlichtern ließ er nicht als Ausrede für die schwache Leistung gelten. „Beide Mannschaften müssen doch mit der Unterbrechung leben. Da muss ich wieder auf den Platz gehen und meine Aufgaben erledigen. Aber das machen wir halt nicht“, sagt er. Ändert sich daran nichts, werden die Braunschweiger in dieser Saison nicht mehr viele Spiele gewinnen, und dann heißt der Trainer bald vielleicht auch nicht mehr Marco Antwerpen.

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