Eintracht verliert kläglich bei Hansa Rostock

Rostock.  Eintracht kann nie an das 4:1 gegen Uerdingen anknüpfen und verliert 0:3 in Rostock.

Eintrachts Niko Kijewski (rechts) im Zweikampf mit Rostocks Julian Riedel.

Eintrachts Niko Kijewski (rechts) im Zweikampf mit Rostocks Julian Riedel.

Foto: Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto via www.imago-images.de / imago images/Eibner

Das Auf und Ab von Braunschweigs Drittliga-Fußballern geht weiter. Auf den 4:1-Heimsieg gegen Uerdingen folgte am Montagabend bei Hansa Rostock der nächste Rückschlag. Er war heftig, er war bitter, und er macht wenig Hoffnung, dass diese Saison noch positiv für die Eintracht enden könnte. Mit der 0:3 (0:2)-Niederlage waren die Löwen nach dem Spielverlauf sogar noch gut bedient.

Es hätte ja einiges geben können, was eine reibungslose Ausrichtung des Spiels hätte verhindern können. Coronavirus, Fan-Proteste gegen Montagsspiele und DFB oder Beleidigungen gegen Dietmar Hopp. Aber dass es dann das Flutlicht war, weswegen die Partie unterbrochen werden musste, konnte niemand ahnen. Es waren gerade mal 48 Sekunden gespielt, da war im Ostseestadion vor 12.297 Zuschauern erstmal wieder Schluss. Zwei Flutlichtmasten fielen aus und so schickte der Schiedsrichter die Mannschaften zurück in die Kabine.

Nach etwa zwanzig Minuten ging es aber weiter, mit bester Beleuchtung in jedem Winkel des Stadions. Den Durchblick hatten die Löwen trotzdem nicht. Bereits der erste Angriff der Rostocker war von Erfolg gekrönt. Bei einem Schuss von Nikolas Nartey hielt John Verhoek den Fuß hin und fälschte den Ball unhaltbar für Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic ins Tor ab (3.). Damit war alles, was sich die Blau-Gelben vorgenommen hatten, früh zunichte gemacht.

Einige Minuten brauchten die Braunschweiger, um sich von diesem Schock zu erholen und ihrerseits den ersten Torschuss abzusetzen. Der Versuch von Nick Proschwitz, der in Abwesenheit der verletzten Bernd Nehrig und Benjamin Kessel die Kapitänsbinde trug, ging nur knapp daneben.

Doch gerade als die Gäste etwas im Spiel schienen, schlug Rostock ein zweites Mal zu. Erneut agierte die Eintracht-Defensive schlafmützig. Daniel Hanslik ließ gleich zwei Braunschweiger Verteidiger im Strafraum alt aussehen und schob den Ball an Fejzic vorbei zum 2:0 für Hansa ins Tor (14.).

Damit war wie vor zwei Wochen in Würzburg schon fast wieder alles gelaufen für die Eintracht, und es hätte noch vor der Pause schlimmer kommen können. Aaron Opoku zirkelte einen Freistoß aus 18 Metern Entfernung an den Außenpfosten (20.), nur eine Minute später verpassten gleich zwei Rostocker frei vor Fejzic das 3:0. Und es waren nicht einmal 30 Minuten gespielt, als Opoku Fejzic zu einer Glanztat zwang (28.). Wie schon in Würzburg fiel die Eintracht-Elf beim ersten Anzeichen von Gegenwind wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Neben dem verletzten Kesselhatte Löwen-Trainer Marco Antwerpen freiwillig noch einen weiteren Spieler aus der Startelf vom Uerdingen-Spiel ausgewechselt. Marcel Bär blieb draußen, dafür spielte Manuel Schwenk – positionsgetreu hinter den Spitzen. Doch bereits nach 36 Minuten war der Arbeitstag beendet. Antwerpen brachte für ihn Marc Pfitzner , um mehr Stabilität in sein Team zu bekommen. Das gelang zumindest ein bisschen.

Trotzdem blieb es auch im zweiten Spielabschnitt ein schwacher Auftritt der Braunschweiger. Hansa hatte etwas das Tempo aus der Partie genommen, wurde von den Gästen dennoch nicht vor große Probleme gestellt. Die Eintracht-Profis kämpften, doch ihnen fehlten spielerische Fähigkeiten, Ideen, Selbstvertrauen und schlicht und einfach Qualitäten, um noch einmal zurückzukommen. Dass mit Orhan Ademi ein Spieler eingewechselt wurde, der den Klub im Januar bereits verlassen sollte, unterstreicht die Braunschweiger Trostlosigkeit.

Die Latte verhinderte bei einem Schuss von Nils Butzen, dass das Ergebnis nicht deutlicher wurde (64.). Chancen der Eintracht? Fehlanzeige. Ein Spielabbruch – ob nun wegen des Flutlichts, Corona oder der Fans – wäre wahrscheinlich das Beste gewesen, was den Blau-Gelben aus sportlicher Sicht an diesem Abend hätte passieren können. In der 90. Minute erhöhte nämlich Verhoek doch noch auf 3:0 für die klar überlegenen Hausherren.

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