Eintracht-Stürmer Pourié: „Wir brauchen einen Dreckssieg“

Braunschweig.  Angreifer Marvin Pourié vermisst bei Eintracht Braunschweigs Drittliga-Fußballern die Gier auf Tore.

Nur selten hatte Marvin Pourie in den vergangenen Spielen so viel Platz zum Abschluss wie in dieser Szene. Der Angreifer wird von des Gegners Verteidigern hart bearbeitet.

Nur selten hatte Marvin Pourie in den vergangenen Spielen so viel Platz zum Abschluss wie in dieser Szene. Der Angreifer wird von des Gegners Verteidigern hart bearbeitet.

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Mangelnden Einsatz konnte man Marvin Pourié wahrlich nicht vorwerfen. Doch der Stürmer des Fußball-Drittligisten Eintracht Braunschweig stand beim 1:1 gegen Tabellenschlusslicht FC Carl Zeiss Jena, das sich wie eine Niederlage anfühlte, zu oft auf verlorenem Posten. Deshalb sparte der Neuzugang, der erst vor zwei Wochen vom Karlsruher SC zum Team von Trainer Marco Antwerpen gestoßen war, auch nicht mit Kritik zum dürftigen Auftritt gegen die Thüringer.

Er und seine Mitspieler hätten im ersten Durchgang viel zu sehr das Tempo verschleppt. Augenscheinlich war es der fehlende Mut, der die Löwen dazu verleitete, den Pass nach vorn zu scheuen und stattdessen erneut den Ball in die entgegengesetzte Richtung zu befördern. „Wir haben zu oft nach hinten gespielt“, haderte der 29-Jährige. Er hätte sich erhofft, dass die Eintracht aktiver agiert statt immer nur auf den Gegner zu reagieren.

Diese Spielweise kam Jena zugute und nahm auch den Angreifer weitgehend aus dem Spiel. Die Löwen brachten es nicht fertig, den Ball kontrolliert in den eigenen Reihen zu halten – und so fiel auch der Treffer zum 0:1 durch Julian Günther-Schmidt nach einem Fehlpass im Spielaufbau. Dass die Blau-Gelben einem Rückstand hinterherlaufen, war in vier von sieben Spielen unter Antwerpens Regie der Fall.

Die Verpflichtung Pouriés sollte zumindest Abhilfe schaffen, die mangelnde Gefahr im Angriff wettzumachen. Doch es fehlen weiterhin die Zuspiele, die die Offensivreihen verwerten können. Und ein Angreifer wie Pourié wird als letztjähriger Torschützenkönig von den Verteidigern der dritten Liga besonders hart bearbeitet – das war in seinen ersten zwei Auftritten im Löwen-Trikot bereits zu erkennen. „Ich muss wirklich sagen, manche Schiedsrichterentscheidungen kann ich nicht für voll nehmen. Man sollte daran denken, dass Fußball ein Kontaktsport ist“, haderte der Stürmer, dem viele Aktionen einfach abgepfiffen werden, obwohl auch der Abwehrspieler mit vollem Einsatz ins Duell geht.

Als Entschuldigung für den dürftigen Auftritt gegen Jena will der erfahrene Offensivmann dies aber nicht vorschieben. „In der dritten Liga geht es nur über Kampf und Wille. Und uns fehlt gerade ein Dreckssieg.“ Abhilfe für Pouriés schweren Stand bei den gegnerischen Verteidigern könnte womöglich der Mann sein, den der Leihspieler aus Karlsruhe aus dem Zentrum verdrängt hat. Mit der Einwechslung von Nick Proschwitz erhielt auch der 1,84-Meter-Mann mehr Räume und das Eintracht-Spiel mehr Zugriff in des Gegners Hälfte. Dem erfahrenen Mittelstürmer, der aus Meppen kam, fehlen in Braunschweig bisher regelmäßige Erfolgserlebnisse.

Die könnte er an der Seite Pouriés möglicherweise leichter feiern, denn mit einer Doppelspitze wäre der Löwen-Angriff deutlich schwerer auszurechnen. Für Pourié ist die Schwerfälligkeit Eintrachts aber auch mit mangelnder Gier zu erklären. „Die letzten paar Prozente fehlen, um das Ding zu machen“, befindet er, sieht aber Qualität, Potenzial und Quantität im Team. „Wir müssen nun zeigen, dass wir eine Mannschaft sind“, meint der in Werne geborene Fußballer. „Eigentlich wollen wir oben angreifen.“

Und Tore wären für dieses Unterfangen nicht schlecht. Doch so lange sich die Eintracht in der Defensive so kläglich präsentiert, sind alle Diskussionen über die derzeit schlechte Torausbeute bloß Makulatur.

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