Eintracht muss Sparkurs beibehalten

Braunschweig.  Die Finanzen bleiben angespannt beim Fußball-Drittligisten unter der alten und neuen Führung von Sebastian Ebel.

Sebastian Ebel während der Jahresversammlung von Eintracht Braunschweig am Mittwochabend. Mit großer Mehrheit wurde er als Eintracht-Präsident wiedergewählt.

Sebastian Ebel während der Jahresversammlung von Eintracht Braunschweig am Mittwochabend. Mit großer Mehrheit wurde er als Eintracht-Präsident wiedergewählt.

Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Eintracht Braunschweig hat einen neuen Präsidenten, und es ist der alte. Sebastian Ebel wurde am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung des Vereins von den Mitgliedern erneut an die Spitze des Klubs gewählt. Das ist nach den Entwicklungen der vergangenen Monate keine Überraschung, trotzdem fiel es Ebel nicht leicht, die eigene Kehrtwende zu erklären. Vor zwölf Monaten hatte er nämlich noch seinen Rückzug vom Präsidentenamt in Aussicht gestellt.

„In der letzten Jahreshauptversammlung hatte ich angekündigt, dass ich mich nicht mehr zur Wahl stellen werde“, erinnerte Ebel an seine eigenen Worte vor einem Jahr. Doch in den vergangenen Monaten hätten ihn viele Mitglieder überzeugt, noch einmal anzutreten. „Das hat nichts damit zu tun, dass ich an meinem Posten klebe. Ich bin überzeugt und brenne darauf, dass wir gemeinsam etwas bewirken können“, sagte der 56-Jährige. Er will bei der Eintracht und den Drittliga-Fußballern des Vereins weiter Verantwortung übernehmen, auch weil sich in den vergangenen zwölf Monaten kein Nachfolger herauskristallisierte, der in seine Fußstapfen treten könnte. Die Präsidentenfindungskommission fand keinen geeigneten Kandidaten – somit war Ebel die einzige Option und wurde mit 329 Ja-Stimmen bei 31 Gegenstimmen und 16 Enthaltungen im Amt bestätigt.

Ihm zur Seite steht die nächsten zwei Jahre Rainer Cech als Vizepräsident Finanzen, der ebenfalls wiedergewählt wurde. Zwei bisherige Vorstandsmitglieder hatten zuvor ihren Rückzug angekündigt. Wolfgang Krake und Vizepräsident Rainer Ottinger traten nicht mehr an. Vor allem der 77-Jährige Krake, der viele Jahrzehnte für die Eintracht in verschiedenen Funktionen tätig war, wurde mit viel Applaus verabschiedet. Für sie rücken Christoph Bratmann als 1. Vizepräsident und Kay-Uwe Rohn als Vizepräsident Abteilungen nach, die jeweils klar die erforderliche einfache Mehrheit erhielten. Diese verfehlte der bisherige Vizepräsident Fußball Andreas Becker. Die Mitglieder votierten mit 231 Nein- zu 100 Ja-Stimmen gegen ihn. An seiner Stelle nominierte die Initiative Eintracht Ex-Profi Dennis Kruppke. Seine Wahl stand bei Redaktionsschluss aber noch nicht fest.

Erfreulich waren zumindest einige Zahlen, über die Rainer Cech, Vizepräsident Finanzen, berichten konnte. Der Eintracht e.V. konnte seine Erträge deutlich steigern und schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 140.000 Euro ab. Dazu trug besonders eine Großspende von 350.000 Euro bei. „Zum Glück haben wir schwarze Zahlen im Verein“, sagte Cech. Dabei soll es aber auch bleiben. Und da nicht immer mit solchen Großspenden zu rechnen ist, mahnt Cech zur Sparsamkeit. „Wir haben eine strikte Ausgabendisziplin vereinbart. Wir müssen uns alle miteinander bemühen, mit unseren Einnahmen auszukommen.“ Immerhin: Die Erträge aus Mitgliedsbeiträgen konnten um fünf Prozent gesteigert werden. Das liegt an den höheren Mitgliederzahlen der Eintracht, dem Verein gehören inzwischen mehr als 5200 Menschen an, davon sind 1900 Fördermitglieder. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung“, sagte Cech.

Trotzdem muss weiter gespart werden, denn mit Zuschüssen von der Kapitalgesellschaft, der 100-prozentigen Tochter des Vereins, ist in nächster Zeit nicht zu rechnen. Bei der GmbH sieht es durch den Abstieg der Profis in die 3. Liga finanziell weiter düster aus. Im vergangenen Geschäftsjahr mussten die Löwen einen Fehlbetrag von 4,4 Millionen Euro ausweisen, der das Eigenkapital des Klubs erheblich auf 4,3 Millionen Euro schrumpfen lässt. Aufgrund dieser schwierigen Finanzlage musste die Eintracht in dieser Saison einen Sparkurs fahren, dem zahlreiche Mitarbeiterstellen in der Geschäftsstelle sowie im Nachwuchsleistungszentrum zum Opfer fielen. „Wir mussten ein gewaltiges Sparpaket in die Hand nehmen“, gab Cech zu.

Doch das wird langfristig nicht ausreichen, denn trotz aller Bemühungen steuert die Kapitalgesellschaft auch in diesem Geschäftsjahr auf einen Millionenverlust zu. Eintracht kalkuliert aktuell mit einem Minus von rund drei Millionen Euro und wird damit weiter an seinem Eigenkapital zehren müssen. Doch zusammen mit Sponsoren und Banken sei ein mittelfristiger Finanzplan aufgestellt. „Das laufende als auch das kommende Geschäftsjahr sind gesichert“, sagte Cech. Klar ist aber, dass die Finanzen in der 3. Liga eine schwierige Angelegenheit bleiben. Eine Rückkehr der Profis in Liga zwei bereits nach dieser Saison wäre deshalb Gold wert.

Eintracht Braunschweig: Kruppke ist neuer Vizepräsident Fußball

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