Eintracht geht auf Stürmersuche für die Rückrunde

Braunschweig.  In einem Monat öffnet im Fußball wieder der Transfermarkt. Trotz angespannter Finanzlage will auch Eintracht in die Mannschaft investieren.

Nick Proschwitz blieb als Torjäger hinter den Erwartungen zurück.

Nick Proschwitz blieb als Torjäger hinter den Erwartungen zurück.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Erfreuliche Zahlen wird Eintracht Braunschweig bei der Jahreshauptversammlung am Mittwoch nicht verkünden. Das vergangene Geschäftsjahr schloss die Kapitalgesellschaft des Fußball-Drittligisten mit einem Verlust von über vier Millionen Euro ab. Durch zahlreiche Maßnahmen wird diese Summe in der aktuellen Saison zwar deutlich kleiner ausfallen, dennoch bleibt die Finanzlage der Löwen angespannt. Die Blau-Gelben wollen in der Winterpause nichtsdestotrotz in die Mannschaft investieren.

„Im Moment haben wir einen Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Wenn das bis zur Winterpause so bleibt, ist das eine Chance, die wir nicht so einfach wegwerfen wollen. Dann werden wir schon schauen, auf welchen Positionen wir uns vielleicht noch verbessern können“, sagte Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann unsere Zeitung nach dem 2:1-Heimsieg gegen Chemnitz. Es war die erste Partie unter der Regie des neuen Trainers Marco Antwerpen. Spielerisch war da noch kein großer Fortschritt im Vergleich zu den vergangenen Wochen zu erkennen, trotzdem macht der Erfolg Hoffnung, dass die Braunschweiger mit dem neuen Coach zurück in die Erfolgsspur finden werden. „Um von einer Wende zu sprechen, ist es aber sicherlich noch etwas zu früh. Da müssen wir abwarten, wie unsere weiteren Spiele bis Weihnachten laufen“, sagt Vollmann.

Als Sportdirektor geht sein Blick aber auch schon ein wenig über diese Phase hinaus. Vollmann ist bewusst, dass seine Handlungsoption in der Winterpause aus finanziellen Gründen begrenzt sind. „Es gibt aber schon die Möglichkeit, noch etwas zu machen“, erklärt er. Und die wollen die Löwen auch nutzen, unter gewissen Bedingungen. „Es müssten dann wirklich sehr gezielte Neuverpflichtungen sein. In die Breite des Kaders brauchen wir nicht groß zu investieren. Wenn wir einen Spieler holen, sollte das auch ein klarer Startelf-Kandidat sein“, erklärt er.

So ein Spieler würde sich vor allem als Verstärkung für den Sturm anbieten, und nach Informationen unserer Zeitung befindet sich die Eintracht bereits auf der Suche nach einem neuen Angreifer. Die Torquote der aktuellen Eintracht-Stürmer ist jedenfalls ausbaufähig. Treffsicherster Braunschweiger ist nach wie vor Mittelfeldspieler Martin Kobylanski (6 Tore). Die neu verpflichteten Mittelstürmer Nick Proschwitz (4) und Orhan Ademi (2) bleiben dagegen bisher hinter den Erwartungen zurück.

Aber auch durch die Verpflichtung von Antwerpen dürfte die Stürmersuche bei der Eintracht Priorität erhalten. Während sein Vorgänger Christian Flüthmann meist nur mit einer Spitze spielte, setzt der neue Coach verstärkt auf zwei Stürmer. Das war bereits bei seinem Debüt gegen Chemnitz so. Da mischte neben Proschwitz zwar auch Marcel Bär in der ersten Offensivreihe mit, der 27-Jährige ist aber kein klassischer Stürmer. Wollen die Löwen auf der Dauer mit zwei Angreifern agieren, besteht im Sturm also Nachholbedarf. Bei der Quantität als auch bei der Qualität.

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