Kessel: Wir müssen uns wieder belohnen

München.  Eintrachts Spieler hadern nach dem 0:2 in München mit der Chancenverwertung, blicken aber dennoch positiv nach vorne.

Benjamin Kessel beim Spiel in München.

Benjamin Kessel beim Spiel in München.

Foto: imago images/Oryk HAIST

Abgekämpft und niedergeschlagen – so standen die Drittliga-Fußballer von Eintracht Braunschweig nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Bayern München II in den Katakomben des altehrwürdigen Stadions an der Grünwalder Straße. „Es ist ernüchternd. Wir betreiben hohen Aufwand und haben keinen Ertrag“, ärgerte sich Eintrachts Kapitän Benjamin Kessel, dessen weißes Trikot, das die Löwen erstmals in dieser Spielzeit trugen, übersäht war mit Gras- und Matschflecken.

Der Rechtsverteidiger hatte gekämpft, gebissen, hatte sogar eine Großchance zur möglichen Führung. Aber am Ende war auch er machtlos gewesen. Kurz vor 15 Uhr war besiegelt, dass die Braunschweiger, die mit einem Sieg hätten an die Tabellenspitze stürmen können, das nunmehr vierte Spiel in Folge sieglos bleiben. Doch rat- beziehungsweise hoffnungslos war bei den Löwen niemand. Vielmehr hoben alle Spieler und Funktionäre den guten Fußball hervor, den die Elf von Trainer Christian Flüthmann in München gezeigt hatte – und der Lust auf mehr macht. Mehr von diesem sauberen aber gewitzten Direktpassspiel, mehr von diesen Abschlüssen aus der Anfangsphase.

„Die Chancen sind kreiert. Nun müssen wir darauf hinarbeiten, konsequenter im Abschluss zu werden“, erklärte der Trainer. Sein Rezept: Gespräche, Ermunterung und Abschlusssituationen im Training. Und zum phasenweise furiosen Kombinationsfußball seines Teams sagte er: „Es geht, es funktioniert. Das müssen die Jungs mitnehmen.“

Dass nun ausgerechnet die Länderspielpause kommt, nervt die Spieler nach der Pleite gegen die kleinen Bayern. „Im Moment fühlt sich das beschissen an, aber wir haben alle Bock, es besser zu machen“, meinte Mittelfeldspieler Danilo Wiebe. Und Kessel sagte, dass er es doof finde, so lange warten zu müssen, um das wieder geradezubiegen.

Die kleine Ergebniskrise wurmt die Mannschaft, weckt ihren Ehrgeiz umso mehr. In der spielfreien Zeit testet Eintracht gegen Zweitligist Hamburger SV, danach wartet die Spielvereinigung Unterhaching, ein Top-Team der Liga. Doch Kessel ist egal, wer kommt. „Wir sehen die Entwicklung. Wir müssen uns endlich wieder belohnen“, sagt der Routinier. In den Katakomben soll nach dem Spiel wieder gelächelt werden.

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