Eintrachts Devise: Ruhig bleiben in der Achterbahn

Braunschweig.  Braunschweigs Fußball-Drittligist steht am Sonnabend vor einer wichtigen Heimpartie im Abstiegskampf: Tabellennachbar Sonnenhof Großaspach kommt.

Trainer Andre Schubert und seine Mannschaft hoffen auf einen Heimspiel-Dreier.

Trainer Andre Schubert und seine Mannschaft hoffen auf einen Heimspiel-Dreier.

Foto: FOTO: IMAGO/SUSANNE HÜBNER

Das Zeitfenster schließt sich immer mehr, der Druck steigt, die Nerven flattern eher als sonst. Jedes Tor, jeder Punkt, ja vor allem jeder Sieg hat immer größere Bedeutung – gerade gegen einen Tabellennachbarn im Kampf gegen den Abstieg. Sechs Spieltage vor dem Ende der Saison in der 3. Fußball-Liga heißt es ruhig bleiben in der Achterbahn der Gefühle. Nur wer das Drumherum so gut wie möglich ausblenden kann, kann auch seine beste Leistung auf den Rasen bringen.

„Wo du zwischenzeitlich in der Tabelle stehst, ist egal“, sagt Andre Schubert, dessen Team nach dem 0:1 vorigen Sonntag bei Tabellenführer Osnabrück wieder auf einen Abstiegsplatz abgerutscht ist. „Nach dem letzten Spieltag musst du über dem Strich stehen.“

Das schafft die Braunschweiger Eintracht wieder, wenn sie am heutigen Sonnabend die SG Sonnenhof Großaspach im Heimspiel besiegt und damit überholt. Ein Dreier brächte den Löwen 39 Punkte, die Gäste würden bei 37 bleiben. „Wahrscheinlich wird die Entscheidung, wer absteigen muss, erst am letzten Spieltag fallen“, blickt Schubert voraus, der nach außen einen völlig lockeren, stets optimistischen Eindruck macht. Da könnten noch Mannschaften im engen Tabellenkeller auftauchen, die vor Wochen eigentlich gesichert schienen.

Die Partie gegen die Eintracht habe keine größere oder geringere Bedeutung als beispielsweise der jüngste Sieg gegen 1860 München oder die fünf Partien, die danach noch kommen, sagt Timo Röttger, der mit bisher sechs Treffern bei der SG am gefährlichsten war und nach abgesessener Gelbsperre wieder zurückkehrt. „Aber klar: Wenn wir verlieren, wird uns die Eintracht überholen. Wir dürfen aber nicht nervös werden oder gar Angst davor haben, was wir verlieren könnten“, sagt der 33-jährige Ex-Kölner.

Dafür fehlen bei den Sonnabend-Gästen die beiden anderen torgefährlichen Spieler, die bisher jeweils fünf Mal trafen. Zlatko Janjic laboriert an einem Muskelfaserriss, Philipp Hercher muss nach der fünften gelben Karte zuschauen. Personalsorgen also bei der SG Sonnenhof Großaspach, die der Eintracht in die Karten spielen könnten.

Die Löwen müssen zwar auch Kapitän Stephan Fürstner wegen einer Gelbsperre ersetzen, aber der Rest brennt darauf, den Heim-Dreier zu holen, zumal bestimmt 18.000 Fans ihrer Eintracht mächtig den Rücken stärken werden.

Der „Dorfklub“, wie er sich selbstironisch nennt, aus Baden-Württemberg hat sich bisher als Remis-König einen Namen gemacht. 16 Unentschieden in 32 Spielen zeugen von anständig erledigter, gewissenhafter Defensivarbeit. Doch dass sich Punkteteilungen am Ende einer Saison nicht unbedingt als Überlebensgarantie erweisen, haben die Braunschweiger vorige Spielzeit leidvoll erlebt, als sie mit 15 Remis die 2. Liga verlassen mussten.

Doch das ist Geschichte. Nach der katastrophalen Hinserie in der 3. Liga haben die Löwen unter Schubert eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt, die jetzt im Saisonendspurt allerdings noch veredelt werden soll und muss.

Braunschweig habe ein schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn, gutes Gegenpressing und außerdem eine hohe individuelle Qualität im Kader, lobt SG-Cheftrainer Florian Schnorrenberg. „Wir fahren deshalb mit Respekt zu einem direkten Konkurrenten, allerdings keinesfalls mit Angst. Wir wissen, dass jeder unserer Spieler alles für unser Ziel geben wird.“

Alles geben werden auch die Löwen, keine Frage. Also dann: Rein in die Achterbahn.

Eintracht Braunschweig - SG Sonnenhof Großaspach:

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