Ebel und Co. müssen sich Eintrachts Mitgliedern stellen

Braunschweig.  Die Jahreshauptversammlung von Eintracht Braunschweig verspricht in diesem Jahr viel Konfliktpotenzial. Es werden hitzige Diskussionen erwartet.

Dieses Plakat hing am Samstag vor dem Stadion.

Dieses Plakat hing am Samstag vor dem Stadion.

Foto: Florian Kleinschmidt / BestPixels.de

Am Donnerstag, dem Nikolaustag, wird es bei Eintracht Braunschweig spannend. Allerdings nicht, weil man sich beim Fußball-Drittligisten über ein paar Geschenke des christlichen Heiligen freuen darf. Angesichts der sportlichen Entwicklung in diesem Jahr wäre es wohl auch eher Knecht Ruprecht mit seiner Rute, den die Blau-Gelben zu erwarten hätten.

Die „Bestrafung“ für Abstieg und Talfahrt ans Tabellenende der 3. Liga dürfte bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am 6. Dezember allerdings in anderer Form stattfinden. Die Führungsspitze um Präsident Sebastian Ebel wird sich anders als in den Jahren zuvor wohl nicht einer wohlwollenden Mitgliederversammlung gegenübersehen, sondern können sich auf viele Wortmeldungen frustrierter Mitglieder einstellen. Seit Wochen stimmen sich einige Fans auf das Treffen ein. Beim vergangenen Heimspiel am Samstag gegen Aalen hingen rund um das Stadion Schilder mit den Aufschriften „Am 6.12. zur JHV“ oder „SOV raus“. Mit SOV ist Eintrachts Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt gemeint, der vor allem von der „Initiative Eintracht“ sehr kritisch gesehen wird. Dieser Zusammenschluss von Mitgliedern möchte nicht nur eine Ablösung Voigts, sondern auch Veränderung in den Strukturen der Eintracht GmbH und Co. KG erreichen.

Die Besetzung des Geschäftsführerposten liegt jedoch gar nicht im Entscheidungsbereich der Mitgliederversammlung. Nur der Aufsichtsrat kann darüber bestimmen. Die Neuwahl dieses Gremiums wird daher wahrscheinlich die interessanteste Frage, die am Donnerstag – die Jahreshauptversammlung beginnt um 19 Uhr – geklärt werden soll. Trotzdem dürfte die Personalie Voigt ein Thema sein. Die Gerüchte halten sich, dass dessen Zeit als Geschäftsführer der Löwen dem Ende entgegen geht. Ebel und Co. wollen Voigt aber zumindest noch bis zum Abschluss des Lizenzierungsverfahren für die nächste Saison (Ende Februar) im Boot behalten. Gerade angesichts der schwierigen finanziellen Situation, in der sich die Eintracht durch den Abstieg befindet, wird Voigts Erfahrung als unverzichtbar eingeschätzt.

Die Vereinsbosse können die Dynamik, die sich auf der Mitgliederversammlung entwickelt, aber nur schwer abschätzen. So wird über eine Begrenzung der Redezeit nachgedacht, damit die Veranstaltung zeitlich nicht ausufert. Für Satzungsfragen wird außerdem ein Anwalt anwesend sein.

Eines ist aber klar: Nur aktive Eintracht-Mitglieder sind bei der Versammlung stimmberechtigt. Aus Kapazitätsgründen erhalten auch nur sie nach Vorlage ihres Mitgliedsausweises Einlass zur Veranstaltung. Eintracht will für Gäste das Jahrestreffen aber nach außen übertragen lassen.

Besonders die Wahl des Aufsichtsrates erzeugt das Interesse. Am Sonntag gab Eintracht die acht Namen bekannt, die auf der Kandidatenliste stehen. Ebel ist als Präsident gesetzt. Dabei überraschte besonders der Name Katja Wittfoth. „Ich würde es eine spannende Aufgabe finden. Manchmal sehen Frauen Dinge aus einer anderen Sicht. Vielleicht tut das mal gut“, sagt die Trainerin der Eintracht Fußballerinnen, die als erste Frau in das Gremium einziehen könnte.

Dazu müsste sie wie alle anderen Kandidaten die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhalten. Erreicht ein Kandidat die nicht, kann jemand anderes von der Mitgliederversammlung nominiert werden. Die Initiative Eintracht hat für diesen Fall bereits den Sprecher des Fanrates, Robin Koppelmann, in Position gebracht.

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