Grizzlys Wolfsburg gegen Düsseldorf unter Siegzwang

Wolfsburg.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist muss unbedingt gewinnen gegen die DEG, weil er sonst den Anschluss verpasst und die Unruhe zunimmt.

Comeback möglich: Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner (vorn) möchte im Heimspiel die DEG zu Fall bringen.

Comeback möglich: Grizzlys-Kapitän Sebastian Furchner (vorn) möchte im Heimspiel die DEG zu Fall bringen.

Foto: City-Press / Grizzlys / oh

Unruhige Tage liegen hinter den Grizzlys Wolfsburg, die mit einem Heimsieg über die Düsseldorfer EG am Mittwoch (18.30 Uhr, live bei Magenta Sport) wieder für Ruhe sorgen wollen. Nach der öffentlichen Kritik des Managers Charly Fliegauf am Trainerstab haben Chefcoach Pat Cortina, der auch aus Fan-Kreisen viel einstecken muss, und die Kapitäne des Eishockey-Erstligisten Stellung bezogen in unserer Zeitung. Auf ein Zerwürfnis zwischen Team und Trainer deutet bislang nichts hin. Ohne schnellen Erfolg wird der Druck auf Cortina und Co. aber trotzdem zunehmen.

Die Ausgangslage: Der Weg nach oben führt für die sechstplatzierten Grizzlys (8 Punkte) nur über einen Sieg über Düsseldorf (10), das sie mit einem Sieg nach Punkten überholen können. Das erste Duell der beiden Teams gewannen die Wolfsburger am fünften Spieltag zu Jahresbeginn mit 5:4 nach Verlängerung im ISS-Dome. Drei Führungen (2:0, 3:2 und 4:3) reichten dem Cortina-Team seinerzeit aber nicht, um nach 60 Minuten drei Punkte mitzunehmen. In der Overtime erlöste Garrett Festerling die Grizzlys mit dem goldenen Treffer im Sudden Death und sicherte den Zusatzpunkt.

Während die Grizzlys seit dem 2:5 in Bremerhaven am Mittwoch vergangener Woche kein Match mehr bestritten, war die DEG am Montagabend im Einsatz. Im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin gewann sie mit 5:4 nach Verlängerung. Der frühere Wolfsburger und jetzige Berliner Kris Foucault hatte die Eisbären mit einem Powerplay-Treffer noch in Führung gebracht.

Rückkehr für Alexander Karachun nach Wolfsburg

Das Wiedersehen: In den Reihen der Düsseldorfer steht mit Alexander Karachun ein ehemaliger Grizzlys-Profi. Von 2016 bis 2019 spielte er im Allerpark. Im Hinspiel traf er einmal für seinen neuen Klub gegen seinen alten. Auch für zwei norwegische Brüder gibt es ein Wiedersehen. Der zuletzt wegen den Folgen einer gebrochenen Nase ausgefallene Grizzlys-Center Mathis Olimb (34) trifft auf seinen drei Jahre jüngeren Bruder Ken Andre Olimb (31) auf Düsseldorfer Seite, der am Montagabend gegen Berlin einmal erfolgreich war.

Das Personal: Bislang sieht alles danach aus, dass Grizzlys-Trainer Cortina mindestens einen kompletten 21er-Spieltagskader zur Verfügung hat. Olimb dürfte die Woche Pause gutgetan haben, sodass die Probleme mit der gebrochenen Nase weiter zurückgegangen sind. Mit ihm wären die Grizzlys 21. Gut möglich, dass auch Kapitän Sebastian Furchner („Oberkörperverletzung“) zurückkehrt. Die vergangenen vier Partien hatte der Außenstürmer aussetzen müssen, befindet sich aber seit vergangener Woche wieder im Mannschaftstraining. „Das muss man noch abwarten, es entscheidet sich kurzfristig“, sagte er am Montag zu seinen Einsatzchancen.

Wenn er spielen kann, muss Cortina einen Akteur aus dem Aufgebot streichen. Zuletzt in Bremerhaven hatte der junge Verteidiger Steven Raabe – obwohl auf der Bank – keine Eiszeit erhalten und wäre wohl der erste Streichkandidat. Die Verteidiger Janik Möser (Herzmuskelentzündung) und Dominik Bittner (Muskelverletzung im Bauchbereich) fallen weiter auf unbestimmte Zeit aus.

Im Tor könnte es nach längerer Zeit mal wieder einen Wechsel geben. Dreimal in Folge war Neuzugang Dustin Strahlmeier zum Einsatz gekommen. Angesichts von 14 Gegentoren (davon ein „Empty Net Goal“) hätte Chet Pickard eine neue Chance verdient.

Die taktische Ausrichtung: Die erste große Frage ist, wie sich die einwöchige Pause aufs Grizzlys-Spiel auswirkt. Klar ist, dass die mit drei Siegen und drei Niederlagen gestarteten Wolfsburger ihrer Mitfavoritenrolle in der DEL-Gruppe Nord gerecht werden wollen. Kapitän Furchner forderte: „Wir müssen defensiv wesentlich besser stehen als zuletzt, aber vorne weiter unsere Tore schießen.“ Bester Wolfsburger Torschütze ist bislang Kapitäns-Stellvertreter Spencer Machacek (4 Treffer). Die meisten Scorerpunkte sammelte indes Festerling (7/davon 2 Tore und 5 Assists).

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