Grizzlys-Krise: „Kommunikation zwischen Trainer und Team stimmt“

Wolfsburg.  Das Kapitänstrio des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg nimmt Stellung zum Stotterstart und zur Lage des Klubs.

Die Kommunikation und das Verhältnis zwischen Cheftrainer Pat Cortina (ganz rechts) und der Mannschaft stimmen. Das sagen jedenfalls die Kapitäne der Grizzlys.

Die Kommunikation und das Verhältnis zwischen Cheftrainer Pat Cortina (ganz rechts) und der Mannschaft stimmen. Das sagen jedenfalls die Kapitäne der Grizzlys.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys / oh

Einen Schritt raus aus der oder weiter mitten hinein in die Krise können die Grizzlys am Mittwoch (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG setzen. Nach nur acht Punkten aus den ersten sechs Partien der Deutschen Eishockey-Liga und dem Sturz auf den vorletzten Rang der Nord-Gruppe hatte der Gegenwind für Cheftrainer Pat Cortina zugenommen . Kritik kam aus dem Management und von den Fans.

Vor der richtungsweisenden Partie gegen die DEG geben nun drei Führungsspieler der Grizzlys Statements zur Lage des Klubs ab. Kapitän Sebastian Furchner, der nach einer „Oberkörperverletzung“ kurz vor seinem Comeback steht, sowie seine beiden Stellvertreter Gerrit Fauser und Spencer Machacek beantworteten unserer Zeitung unabhängig voneinander die drei wichtigsten Fragen im Vorfeld des siebten Spieltags.

Wie bewerten Sie die sportliche Lage der Grizzlys?

Furchner: „Sie ist nicht zufriedenstellend. Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Wir müssen schauen, dass wir Punkte einfahren. Der Schlüssel dazu ist, einfach 60 Minuten das Gleiche zu machen, und keine Berg- und Talfahrt. Durch die Bank weg, von Spieler 1 bis 21. Alle mit dem gleichen vorgegebenen Spiel-Stil. Es gibt Zonen, in denen ist Kreativität gefragt. Und es gibt Zonen, in denen ist direktes Spiel gefragt. Da gibt es kein Links und kein Rechts des Weges. Oder noch klarer ausgedrückt: In der offensiven Zone gibt es Zeit und Platz für Kreativität, aber in anderen Bereichen der Eisfläche gibt es nur einen Weg.“

Fauser: „Wir hatten uns mehr vorgenommen, das ist kein Geheimnis. Wir wollten uns in der Tabelle besser platzieren, aber dafür haben die Ergebnisse gefehlt. Deshalb sind wir nun stark gefragt, dass wir das schnell ändern.“

Machacek: „Wir wollen besser sein als wir uns zuletzt präsentiert haben. Es ist eine kurze Saison, deshalb kannst du dir nicht so viel Zeit lassen, dein Top-Niveau zu erreichen. Es funktioniert zum Teil sehr gut, aber wir zeigen es nicht die ganzen 60 Minuten über. Wir müssen an unserer Konstanz arbeiten, um unsere Leistung das komplette Spiel über abliefern zu können.“

Manager Charly Fliegauf kritisierte vergangene Woche öffentlich die Grizzlys-Trainer und forderte, dass sie die Probleme schnell abstellen. Wie nehmen Sie die Zusammenarbeit zwischen Team und Trainern wahr?

Furchner: „Die Zusammenarbeit zwischen Team und Trainer ist einwandfrei. Wir hatten am Freitag und Samstag zwei harte Trainings, dann am Sonntag frei und starteten am Montag mit der Vorbereitung auf Düsseldorf. Es gab turnusmäßige Einzelgespräche beziehungsweise Gruppen-Meetings, in denen der Einzelne auch anhand von Spieldaten von den Trainern noch einmal gesagt bekam, wie seine Leistung war. Die Trainer haben, denke ich, auch ein bisschen in die Mannschaft hineingehört und ihren Standpunkt klargemacht. Die Arbeit zwischen Team und Trainer ist nach wie vor einwandfrei.“

Fauser: „Wir haben ständig Kommunikation zwischen Trainern und Team. Das Verhältnis ist dauerhaft gut. Daran hat sich nichts verschlechtert in den vergangenen Wochen. Ganz im Gegenteil: Die Kommunikation zwischen uns stimmt. Ganz ehrlich: Was unsere Situation angeht, bin ich etwas überfragt. Es ist ganz schwer zu deuten, weil wir teilweise richtig gutes Eishockey spielen, spielen den Gegner im ersten Drittel an die Wand, verlieren dann aber bei Kleinigkeiten völlig den Faden und unser Konzept und schenken in kurzer Zeit das Spiel her. Das begreife ich nicht. Ich kann verstehen, dass in solchen Situationen der Trainer kritisiert wird, auch von außen. Aber am Ende sind wir ein Team und müssen zusammen den Weg da herausfinden. Es ist auch keine Frage des Systems. Wir spielen mit unserem System richtig gut, vergeigen es aber. Wir sind zu inkonstant. Wir müssen unsere Konstanz finden. In dem Punkt sind wir alle gefragt, das kann nicht von einem allein kommen.“

Machacek: „Für mich ist Eishockey ein Teamsport. Wenn Dinge schlecht laufen, liegt es an uns allen. Nicht an einem Trainer oder dem Trainerstab, auch nicht an einem Spieler oder ein paar Spielern. Sondern an uns allen. Wir müssen als Team besser werden. Alle Spieler, alle Coaches. Wie schon gesagt: Wir müssen bereit für ein komplettes Match sein. Wir brauchen gute Stimmung. Als Ganzes müssen wir besser werden, und zwar schnell. Wenn uns das nicht gelingt, fallen wir in einer solch kurzen Saison zu weit zurück. Wir haben bisher zu viele mentale individuelle Fehler gemacht, die unser Spiel herunterziehen. Es sind auch immer andere Spieler, nicht immer dieselben gewesen. Wir müssen einander helfen. Unser Team ist sehr gut, wir haben schon gezeigt, dass es funktioniert.“

Welche Erwartungen haben Sie an Ihr Team in den nächsten Spielen?

Furchner: „Wir sind in unserer Gruppe Vorletzter. Von den Punkten her geht es sehr eng zu. Die nächsten drei Spiele werden absolut wichtig sein. Zuerst müssen wir uns aber nur auf Düsseldorf fokussieren. Wir spielen zu Hause und wollen gegen die Düsseldorfer mit einer guten Defensive, in der wir nichts zulassen wollen, spielen und vorne weiter Tore schießen, wie wir es zuletzt gemacht haben. Nur defensiv müssen wir wesentlich besser stehen, damit wir selbstverständlich das Spiel gewinnen.“

Fauser: „Wir müssen 60 Minuten Eishockey spielen. Das ist die Erwartung, die ich an uns habe. Die Liga ist zu eng, als dass wir uns fünf, zehn Minuten oder gar ein ganzes Drittel lang eine Auszeit nehmen können. Wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir Manns genug sind, 60 Minuten durchzuziehen. Die Spiele werden nicht einfacher, weil sich alle Mannschaften im Saisonverlauf verbessern. Deswegen ist es nun ganz wichtig, dass wir unseren Mann stehen.“

Machacek: „Ich erwarte, dass wir am Mittwoch gegen Düsseldorf bereit sind. Wir waren bislang mal richtig gut, mal richtig schlecht, mal ganz gut, mal nicht so gut. Ich erwarte, dass wir stabiler in unserem Spiel werden. Wenn wir aufs Eis kommen, muss es krachen. Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren.“

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