Grizzlys Wolfsburg wollen „Zeichen setzen“ mit dem Testspiel

Wolfsburg.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist bestreitet in Crimmitschau erstmals seit März wieder ein Match. Ein Duo muss passen, ein Wunschkandidat sagt ab.

Das erste Testspiel steht an für Stürmer Anthony Rech (links) und Torwart-Neuzugang Dustin Strahlmeier von den Grizzlys Wolfsburg.

Das erste Testspiel steht an für Stürmer Anthony Rech (links) und Torwart-Neuzugang Dustin Strahlmeier von den Grizzlys Wolfsburg.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys/oh

Erstmals wieder seit dem 8. März (3:5 in Ingolstadt) und dem dann folgenden coronabedingten Saisonabbruch absolvieren die Grizzlys Wolfsburg ein Match. Am Freitag (Beginn 19 Uhr) gastiert der Eishockey-Erstligist beim Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau zum ersten Testspiel der Vorbereitung auf eine Saison, von der noch keiner genau weiß, wann sie wirklich beginnt. Zwei Verteidiger müssen jedoch zu Hause bleiben.

Dabei handelt es sich um Armin Wurm und Steven Raabe. „Armin und seine Familie sind krank. Aufgrund der Ansteckungsgefahr wird er nicht mitfahren“, erklärt Manager Charly Fliegauf, weist aber darauf hin, dass es sich in diesen Fällen nicht um Corona handelt. Für Raabe komme ein Einsatz nach einer Hüftoperation und der anschließenden Reha noch zu früh. Zwar trainiert der 19-Jährige bereits wieder mit Körperkontakt, aber noch nicht lange genug. Das Risiko ist den Verantwortlichen noch zu groß.

Kanadier hat abgesagt

Sechs Abwehrspieler haben die Grizzlys trotzdem zur Verfügung, obwohl auch noch die Position des ausländischen Top-Verteidigers nicht besetzt ist. Ein heißer Kandidat dafür hat den Wolfsburgern kürzlich einen Korb gegeben. Der Kanadier Ryan Stanton war nach Informationen unserer Zeitung ein Wunschkandidat von Trainer Pat Cortina und Fliegauf (wir berichteten). Der 31-jährige Familienvater entschied sich aber für einen Verbleib in Nordamerika und heuerte beim AHL-Klub Bakersfield Condors an.

Aus dem Sturm sind alle 13 unter Vertrag stehenden Grizzlys-Profis in Crimmitschau mit von der Partie. Cortina plant vorerst mit vier Pärchen: Matti Järvinen/Sebastian Furchner, Mathis Olimb/Spencer Machacek, Fabio Pfohl/Gerrit Fauser und Garrett Festerling/Jordan Boucher sind gesetzt gegen den Zweitligisten. Im Rotationsverfahren kommen die Außenstürmer Anthony Rech, Phil Hungerecker, Max Görtz, Valentin Busch und Jan Nijenhuis hinzu. Auch für den Mannschaftsteil könnte noch Verstärkung kommen, sobald klar ist, wann die DEL startet. Ein zehnter Ausländer soll auf jeden Fall auch eine Option für den Sturm sein können. Auch ein junger deutscher U23-Stürmer steht eigentlich noch auf Fliegaufs Wunschliste.

Beide Torhüter spielen

In Crimmitschau gibt es das Wiedersehen mit zwei bekannten Gesichtern. Patrick Pohl (2012 bis 2014) und Vincent Schlenker (2015/16) haben eine Wolfsburg-Vergangenheit. Mit ihnen haben die Eispiraten bislang aber erst neun Angreifer unter Vertrag. Das dürfte gegen die Grizzlys anstrengend für den Außenseiter werden. Geplant ist zudem, dass sich die Torhüter Dustin Strahlmeier und Chet Pickard das Spiel teilen.

1500 Zuschauer genehmigten das Land Sachsen und das Gesundheitsamt vor Ort für das Testspiel. Gästefans sind nicht zugelassen. Am Donnerstag waren jedoch erst 800 Tickets verkauft. „Wir wollen mit unserem Auftritt auch ein Zeichen setzen. Meines Wissens ist es das erste Testspiel mit Beteiligung aus der DEL und DEL 2 in Deutschland nach der Corona-Pause“, sagt Fliegauf.

Kurzarbeit droht wieder

Die Grizzlys sind eines der wenigen DEL-Teams, die trotz der zu erwartenden Einnahmeausfälle unbedingt eine Saison spielen wollen. Dem Manager ist bewusst, dass er sein Team Ende nächster Woche wieder in Kurzarbeit versetzen muss, wenn die DEL am 2. Oktober den schon einmal verschobenen Starttermin (13. November) noch einmal mehrere Wochen nach hinten verlegt. Angst, dass dann Abgänge drohen, habe er jedoch nicht. „Ich sehe nicht die Gefahr, dass in dem Fall einige unserer Spieler die Flatter bekommen und weg wollen. Wir sind von Anfang an offen und fair mit ihnen umgegangen“, sagt er.

Crimmitschau – Grizzlys Wolfsburg,

Freitag, 19 Uhr (live im kostenpflichtigen Internet-Stream www.sprade.tv).

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