Grizzlys-Neuzugang – ein MMA-Hobbykämpfer aus dem Pott

Wolfsburg.  So tickt Nationaltorwart Dustin Strahlmeier – der Profi des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten erzählt von sich und seinen ausgefallenen Hobbys.

Lässig, aber nicht abgehoben: Grizzlys-Neuzugang Dustin Strahlmeier ist kein Allerweltstyp.

Lässig, aber nicht abgehoben: Grizzlys-Neuzugang Dustin Strahlmeier ist kein Allerweltstyp.

Foto: Instagram / Privat

Wer ist der Mann privat, der das schwere Erbe Felix Brückmanns im Grizzlys-Tor antritt? Gestatten, Dustin Strahlmeier, 27 Jahre alt, gebürtig aus Gelsenkirchen stammend, zuletzt vier Jahre in Schwenningen aktiv und in der Deutschen Eishockey-Liga einer der Besten auf seiner Position. Zudem eine echte Type, gerade heraus und mit Glamour-Potenzial.

Die Mischung seiner Hobbys kennzeichnet ihn als bodenständig und extravagant zugleich. Auf der einen Seite spielt seine Herkunft eine große Rolle für ihn. Er stammt aus Gelsenkirchen-Buer, im Herzen des Ruhrpotts gelegen. „Man sagt, du kriegst die Leute aus dem Pott, aber nicht den Pott aus den Leuten. Das trifft auch auf mich zu“, erzählt Strahlmeier.

Bis heute besitzt er „eine kleine Wohnung direkt über der meiner Eltern“ und verbringt dort die Sommerpause. In der Zeit gehe es oft mit dem Hund der Eltern zum Spaziergang durch die nahe wiederbegrünte Zechenhalde Rungenberg und mit Freunden auch immer mal zu den Heimspielen des FC Schalke 04. Sein Fitnessstudio fürs Sommertraining liegt, wie er augenzwinkernd sagt, in der „verbotenen Stadt“. Für alle Nicht-Schalker: Gemeint ist das benachbarte Dortmund. In seiner Freizeit greift er dann gern mal zum Controller der Videospiel-Konsole oder trifft sich mit Freunden.

Auf der anderen Seite fällt Strahlmeier nicht nur wegen seiner Größe von 1,93 Meter auf. Arme und Beine sind sichtbar übersät mit Tattoos. „Eines meiner Hobbys“, verrät er. Außerdem sammele er Schuhe, vorzugsweise die aus der limitierten Edition einer amerikanischen Sportmarke. Seinen Wagen, ein C-Klasse-Modell aus der aus Wolfsburger Sicht verbotenen Stadt, pflege er mit Hingabe. „Ein Auto muss sauber sein. Ich liebe es, es sauberzumachen.“ Aus seinem Mund klingt das nicht einmal ansatzweise spießig.

Zusammen mit Freundin Jaqueline, Hairstylistin und Make-up-Coach, posiert er gern mal lässig für coole Schnappschüsse auf ihrem (jaybee_makeupartist) oder seinem (strahlie_34) öffentlichen Instagram-Auftritt.

Nicht gewöhnlich ist: Zur Vorbereitung auf die Saison betreibe er den Vollkontakt-Kampfsport Mixed Martial Arts (MMA). Diese Mischung aus verschiedensten Kampfkünsten ist die wohl härteste Kampfsportart der Welt. Schläge, Tritte, Bodenkampf- und Ringer-Techniken – nahezu alles ist erlaubt. „Ich kämpfe aber nicht, sondern trainiere nur mit den Jungs und mache Sparring in Schutzausrüstung“, beruhigt er seinen neuen Arbeitgeber. Seinen Gegnern auf dem Eis kündigt er indes an: „Wenn es nötig ist, gehe ich auch dazwischen, um meine Mitspieler zu schützen.“ Normalerweise wird im Eishockey der Torwart von seinen Kollegen besonders behütet.

Und trotz seines Flairs bestehe nicht die Gefahr, dass Strahlmeier abhebt und sich in Wolfsburg nicht wohlfühlen könnte, wie es einst bei seinem Gelsenkirchener Landsmann Julian Draxler der Fall war, der nach nur einer Saison (2015/16) beim Fußball-Bundesligisten VfL das Weite suchte. „Davon bin ich ganz weit entfernt. Ich fühle mich in jeder Stadt wohl und freue mich sogar, wenn ich zum Einkaufen auch mal schnell mit dem Rad fahren oder mit dem Auto in nur fünf Minuten da sein kann.“

Auch das ist Wolfsburgs neuer Eishockey-Toptorwart.

Zur Person:

Dustin Strahlmeier (27) wurde am 17. Mai 1992 in Gelsenkirchen geboren.

Seine ersten Stationen als Eishockey-Profi waren die Lausitzer Füchse aus Weißwasser (2. Liga/DEL II), EHC Jonsdorfer Falken (3. Liga) und die Bietigheim Steelers (2. Liga).

In der DEL spielte er vor seinem Wechsel nach Wolfsburg für die Straubing Tigers (2014 bis 2016) und die Schwenninger Wild Wings (2016 bis 2020). Bei den Grizzlys unterschrieb er er nun einen Zwei-Jahres-Vertrag mit einer Laufzeit bis 2022.

Sein größter Erfolg ist bisher die Ernennung zum DEL-Torwart des Jahres in der Saison 2017/18. Außerdem verzeichnete er vier Einsätze für die deutsche Nationalmannschaft und gehörte zum deutschen Kader bei der WM 2019.

Mit Freundin Jaqueline wohnt er derzeit in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen (Ortsteil Buer). Zusammen zieht das Paar aber demnächst nach Wolfsburg um.

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