Pfohls Penaltytreffer lässt die Grizzlys jubeln

Wolfsburg.  Wolfsburgs Eishockey-Erstligist kommt trotz dreifachem Rückstand zurück und gewinnt in München mit 5:4 nach Penaltyschießen.

Das war ein ganz starker Auftritt: Die Grizzlys um die erfolgreichen Wade Bergman (von links), Gerrit Fauser, Anthony Rech und Siegtorschütze Fabio Pfohl haben bei RB München mit 5:4 n. P. gewonnen.

Das war ein ganz starker Auftritt: Die Grizzlys um die erfolgreichen Wade Bergman (von links), Gerrit Fauser, Anthony Rech und Siegtorschütze Fabio Pfohl haben bei RB München mit 5:4 n. P. gewonnen.

Foto: Feiner /Eibner-Pressefoto / imago images

Das war stark, das war beherzt und am Ende auch verdient: Die Grizzlys Wolfsburg haben eine lange Negativserie gegen RB München beendet und vor 6142 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Eishalle einen 5:4 (0:0, 2:3, 2:1)-Erfolg nach Penaltyschießen gefeiert. Dreimal glich das Team von Gäste-Coach Pat Cortina einen Rückstand aus und jubelte am Ende, weil Fabio Pfohl den entscheidenden Penalty verwandelte.

Die Wolfsburger zeigten trotz personeller Sorgen ein sehr ordentliches Auftaktdrittel beim Spitzenreiter, der ebenfalls nicht in Bestbesetzung, aber immer noch mit einer starken Aufstellung antrat. Im Vergleich zum glücklichen 1:0 n. V. am Freitag gegen Augsburg zeigte sich Cortinas Mannschaft, bei der Mathis Olimb als weiterer Verletzter hinzukam, wie ausgewechselt. Die Grizzlys setzten das Team von Don Jackson früh unter Druck und erspielten sich gleich in der Auftaktminute gute Gelegenheiten, nutzten diese aber nicht. Dennoch waren die 12:6 Schüsse in den ersten 20 Minuten sowie ein gutes Über- und ein Unterzahlspiel ein starkes Signal in Richtung der Münchner.

Daran anknüpfen konnten die Gäste nach der ersten Pause zunächst nicht, was auch daran lag, dass RB sich im Powerplay eiskalt zeigte. Zweimal musste Möchel nach Beinstellen und hohem Stock auf die Strafbank. Erst Trevor Parkes (24. Minute) und dann Chris Bourque mit einem Hammer (27.) wussten das mit ihren Treffern zu bestrafen. Doch statt nach dem Überzahl-Doppelschlag einzuknicken, fanden die Wolfsburger einen Weg zurück in die Partie. Topskorer Anthony Rech stahl sich am zweiten Pfosten davon, verwertete einen scharfen Pass von Pfohl zum 1:2 (28.). Und Wade Bergman nutzte eine Schludrigkeit von Münchens Yannic Seidenberg mit einem satten Schuss zum 2:2 (32.).

Den Schlusspunkt dieses unterhaltsamen und offenen zweiten Drittels setzte allerdings der Tabellenführer in Person von Jubilar Parkes (200. DEL-Spiel). Nachdem Ryan Button einen ersten Versuch blockte, stand der RB-Stürmer goldrichtig und fand den Weg an vier Wolfsburgern im Slot vorbei und durch die Hosenträger von Keeper Felix Brückmann (37.).

Die Grizzlys hatten im letzten Drittel große Mühe, gegen immer dominanter spielende Gastgeber wieder in die Partie zu finden. München suchte die Entscheidung, Brückmann war häufiger gefordert, hielt unter anderem gegen Yasin Ehilz (49.) stark. Mit viel Einsatz kämpfte sich Cortinas Team zurück und durfte das 3:3 bejubeln, weil Garrett Festerling Spencer Machaceks Schuss entscheidend abfälschte (55.). Lange hielt der erneute Ausgleich wieder nicht. Weil München weiter im Powerplay traf. Wieder hatte es Möchel erwischt, der nach hohem Stock auf der Strafbank schmoren musste. Und wieder spielte es der Tabellenführer bei 5:4 richtig gut aus. Jason Jaffray hatte zudem das Glück, dass der Ex-Münchner Ryan Button die Scheibe mit dem Schlittschuh ins eigene Tor abfälschte (56.).

Der Schlusspunkt dieser irren Partie war es nicht. „Wir sind weiter sehr positiv geblieben auf der Bank. Die Jungs hatten den richtigen Zusammenhalt“, lobte Manager Charly Fliegauf. Die letzten 82 Sekunden der regulären Spielzeit hatten die Grizzlys dann Überzahl, auch Brückmann blieb draußen. Und bei 6:4 prallte der Puck von Gerrit Fausers Schlittschuh zum 4:4 ins Münchner Tor – der Treffer zählte nach Videobeweis (60.). Brückmann rettete noch einmal in höchster Not gegen Jaffray, dann hatte sich Wolfsburg schon einmal einen Punkt gegen München verdient. Weil die Grizzlys auch die Overtime überstanden, Pfohl mit dem siebten Versuch als Einziger traf und Brückmann danach gegen Patrick Hager auf dem Posten war, jubelte Wolfsburg nach einem bärenstarken Auftritt mal wieder gegen München. Fliegauf lobte: „Das war richtiges Grizzlys-Hockey!“

Grizzlys Wolfsburg – ERC Ingolstadt Freitag, 19.30 Uhr, Eis-Arena.

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