Grizzlys Wolfsburg duseln sich zu 1:0 n. V. gegen Augsburg

Wolfsburg.  Zwei Punkte geholt, aber schlecht gespielt: Der Eishockey-Erstligist baut den Vorsprung auf den direkten Konkurrenten aus.

Hier wäre Augsburgs Steffen Tölzer (weißes Trikot) fast das 0:1 gelungen. Grizzlys-Torwart Felix Brückmann wäre chancenlos gewesen. Der Puck ging aber an den Pfosten.

Hier wäre Augsburgs Steffen Tölzer (weißes Trikot) fast das 0:1 gelungen. Grizzlys-Torwart Felix Brückmann wäre chancenlos gewesen. Der Puck ging aber an den Pfosten.

Foto: imago/Jan Huebner

Was ein Dusel-Sieg für die Grizzlys! Mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0) nach Verlängerung gewann der Wolfsburger Eishockey-Erstligist am Freitagabend sein Heimspiel gegen Verfolger Augsburger Panther. Chris Casto gelang nach 38 Sekunden in der Overtime im Powerplay das goldene Tor. Ein Sieggarant: Torwart Felix Brückmann, dem sein viertes Shut-out gelang.

Bereit sein nach der kleinen Pause über Neujahr, hatte Grizzlys-Trainer Pat Cortina gefordert. Am 2. Weihnachtstag hatte es sein Team bei ähnlicher Konstellation schlecht gemacht (1:4 gegen Köln). Und diesmal? Im ersten Drittel ließen die Gastgeber wieder die nötige Bereitschaft vermissen.

Fast unverändert im Vergleich zum 2:5 in Düsseldorf einen Tag vor Silvester ließ Cortina spielen. Lediglich auf der Torwartposition tauschte er, brachte Brückmann für Chet Pickard. Unterstützt von der erneut guten Kulisse von 3293 Zuschauern hatten die Grizzlys mit einem Sieg den Vorsprung auf den Verfolger ausbauen wollen. Doch sie kamen in eigener Halle kaum zur Entfaltung.

Bereits nach den ersten 20 Minuten hätten sie 0:3 hinten liegen können. Simon Sezemsky (4. Minute/Überzahl) und Steffen Tölzer (10.) hatten aber nur den Pfosten getroffen. Beide Male wäre der ansonsten starke Brückmann geschlagen gewesen. Gegen Scott Kosmachuk (14.) und Patrick McNeills Schlenzer (15.) war er auf der Hut gewesen. Das Gute aus Grizzlys-Sicht: Es stand glücklicherweise weiter 0:0.

Schlafmützig, meist einen Schritt zu spät und vor allem in der Abwehr fahrig und im Angriff unsichtbar – diese Mankos dürfte auch Cortina festgestellt und in der Pause angesprochen haben. Es änderte aber erst einmal nichts. 25 Sekunden nach Wiederbeginn musste erneut Brückmann retten, als T. J. Trevelyan abgezogen hatte. Die erste Wolfsburger Möglichkeit entstand halb unfreiwillig. Mathis Olimbs scharfen Pass bekam Valentin Busch an den Schlittschuh. Panther-Keeper Olivier Roy passte jedoch auf (21.).

Und dann? Schuss und Nachschuss von Kapitäns-Stellvertreter Gerrit Fauser (25.) gab es noch zu notieren. Immerhin steigerte sich Wolfsburg, wenngleich Augsburg das Match kontrollierte, ohne selbst hohes Risiko zu gehen. 26:12 Schüsse für die Panther wies die Statistik bis zu diesem Zeitpunkt aus. Die Grizzlys verdienten sich das Prädikat harmlos. In der 34. Minute, als sie ihre erste Überzahl erhielten, wechselte das Momentum erstmals. Wieder Fauser (36.) – diesmal vorbei. Überhaupt mangelte es an Präzision im Spiel, schon die Pässe kamen kaum an. Als Fabio Pfohl jedoch sehenswert Spencer Machacek bediente (37.), hätte der mehr daraus machen müssen. Roy hielt ebenso wie Brückmann auf der anderen Seite gegen Adam Payerl (38.).

Es blieb torlos im letzten Drittel. Keine Mannschaft wollte eine Niederlage riskieren im Sechs-Punkte-Spiel. Brückmann hatte mehr Gelegenheiten, sich auszuzeichnen, als sein Gegenüber. Bitter: Olimb schied mit einer Handverletzung zehn Minuten vor dem Ende aus. Ob er am Sonntag in München mitwirken kann, ist fraglich. In Überzahl vergaben die Grizzlys Sekunden vor dem Ende die Chance zum Drei-Punkte-Sieg, der aber unverdient gewesen wäre. Dann schlug die Powerplay-Formation doch noch zu...

Spiel kompakt:

Grizzlys Wolfsburg: Brückmann – Jones, Button; Bittner, Casto; Likens, Bergman; Adam – Rech, Pfohl, Fauser; Valentin, Möchel, Latta; Machacek, Olimb, Busch; Höhenleitner, Festerling, Aubin.

Augsburger Panther: Roy – McNeill, Rogl; Lamb, Tölzer; Sezemsky, Valentine; Lambacher – Trevelyan, Stieler, Fraser; Kosmachuk, Leblanc, Hafenrichter; Holzmann, Ullmann, Sternheimer; Mayenschein, Gill, Payerl.

Tore: 1:0 (60:38) Casto (Pfohl, Rech/4:3).

Strafen: Wolfsburg 6 Minuten, Augsburg 6 Minuten.

Schiedsrichter: Lasse Kopitz und Rainer Köttstorfer.

Zuschauer: 3293.

Personal: Den Grizzlys fehlten Jan Nijenhuis (bei der U20-Nationalmannschaft) sowie die verletzten Armin Wurm (Reha nach Hand-OP), Lucas Lessio, Alexander Johansson (beide Unterkörper) und Sebastian Furchner (Oberkörper). Ersatztorwart war Chet Pickard.

Nächstes Spiel:
RB München – Grizzlys Wolfsburg,
Sonntag, 17 Uhr.

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