Grizzlys-Play-off-Rechnung: „Zehn Siege aus noch 19 Partien“

Wolfsburg.  Mit dem Heimspiel gegen Augsburg startet Wolfsburgs Eishockey-Erstligist in die dritte Saisonphase – und mit einer klaren Vorgabe des Trainers.

Springt der Funke über? Grizzlys-Trainer Pat Cortina (hinten) feuert seine Schützlinge vor der dritten und entscheidenden Hauptrunden-Phase jedenfalls mächtig an.

Springt der Funke über? Grizzlys-Trainer Pat Cortina (hinten) feuert seine Schützlinge vor der dritten und entscheidenden Hauptrunden-Phase jedenfalls mächtig an.

Foto: Darius Simka / regios 24

„Zehn Siege aus den letzten 19 Spielen werden wir wohl brauchen zum Einzug in die Play-offs.“ Das sagt Pat Cortina vor dem Heimspiel gegen die Augsburger Panther am Freitagabend, das die dritte Saisonphase der Grizzlys einläutet. In der hofft der Trainer des Wolfsburger Eishockey-Erstligisten auf eine erneute Steigerung seiner Mannschaft. „Wir müssen nun konstant spielen, zumal die Intensität bei allen Teams steigt, je näher die Play-offs rücken.“

Der Blick in die Statistik zeigt: Die Grizzlys haben nach der November-Pause deutlich erfolgreicher gespielt als zuvor. Nur 19 Punkte (42:47 Tore) hatten sie in den ersten 17 Saisonspielen geholt. Aus den folgenden 16 waren es immerhin schon 26 Zähler (54:48 Tore). Das heißt, sie steigerten ihren anfänglich desaströsen Punkteschnitt von 1,12 auf 1,63 pro Match.

So hievten sie sich zurück in die Top 10 der Tabelle, sind aktuell mit 45 Punkten Neunter. Allerdings haben sie ein Spiel mehr ausgetragen als die Verfolger Nürnberg (43 Zähler) und Augsburg (42), die vorbeiziehen beziehungsweise aufschließen können. Um mindestens Zehnter zu werden, könnten aber sogar zehn glatte Siege mit zusammen 30 Punkten nicht reichen. Dann hätten die Grizzlys am Hauptrunden-Ende zwar insgesamt 75. Aber in der Spielzeit 2014/15 hatte Krefeld als Zehnter stolze 76. Ganz so viele waren in der jüngsten Vergangenheit jedoch nicht nötig. Für 65 (2018/19), 74 (2017/18), 64 (2016/17) und 73 Punkte (2015/16) ging Rang 10 zuletzt weg. „Deshalb sollten zehn Siege reichen, aber wer weiß das schon genau?“, gibt Cortina zu bedenken.

Zudem müssen die Wolfsburger dringend ihre Ausbeute gegen die Top-6-Teams steigern. Aus den insgesamt 13 bisherigen Spielen gegen die aktuell sechs besten Mannschaften (München, Straubing, Mannheim, Berlin, Bremerhaven und Ingolstadt) nahmen die Grizzlys nur acht Punkte (drei Siege, zwei davon erst nach Overtime) mit. Der Punkteschnitt beträgt indiskutable 0,62 pro Match. Das Torverhältnis (35:53) aus diesen Duellen ist ebenfalls inakzeptabel. Das darf nicht so weitergehen, denn: 11 der letzten 19 Partien bestreitet Cortinas Team gegen die Top 6.

Deshalb an dieser Stelle ein warnendes Rechenexempel: Legt man den Punkteschnitt aus den Duellen mit den Top-6-Teams (0,62/noch elf ausstehende Vergleiche) und aus den Spielen gegen den Rest der Liga (starke 1,90/bei acht offenen Partien) zugrunde, holen die Grizzlys hochgerechnet noch 22 Punkte (11x0,62=6,8 plus 8x1,90=15,2). Somit wären es 67 Punkte am Ende der Hauptrunde. Sehr fraglich, ob das reichen würde...

Kein Wunder, dass der Coach sein Team in die Pflicht nimmt: „In der dritten Saisonphase sollten wir die nötige Konstanz erreicht haben und uns keine Schwächephasen mehr erlauben.“ Mit Blick auf die bisher magere Ausbeute gegen die Top-Teams fügt er hinzu: „Mit der Konstanz kommen auch mentale Stärke und Selbstvertrauen. Es sollte für unsere Leistung keine Rolle mehr spielen, wo unser Gegner in der Tabelle steht. Vielleicht braucht es mal den einen Sieg, um das nötige Selbstbewusstsein zu erlangen.“

Auch von der besonderen Brisanz des Sechs-Punkte-Spiels gegen Verfolger Augsburg will Cortina nichts wissen. „Alle Spiele sind gleich wichtig.“ Auch setzt er auf den „Lerneffekt“, wie man nach kleinen Spielpausen – wie die Grizzlys über den Jahreswechsel nun eine hatten – in den Wettkampf zurückkehrt. An Weihnachten (1:4 gegen Köln) ging das noch schief.

Gelingen die Vorhaben, erfüllt sich auch Cortinas Wunsch fürs Jahr 2020. „Es wäre toll, die Saison so zu beenden, dass wir sagen können: Wir haben das Bestmögliche erreicht.“ Dazu braucht es mindestens die Play-off-Teilnahme...

Grizzlys Wolfsburg – Augsburger Panther, Freitag, 19.30 Uhr, Eis-Arena.

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