2:4 gegen Nürnberg – Rückschlag für die Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg.  Der Aufwärtstrend des Eishockey-Erstligisten ist vorerst gestoppt. Im Schlussdrittel gibt er das Match aus der Hand.

Nürnbergs Eugen Alanov (weißes Trikot) überwand Grizzlys-Torwart Felix Brückmann (rechts) zweimal.

Nürnbergs Eugen Alanov (weißes Trikot) überwand Grizzlys-Torwart Felix Brückmann (rechts) zweimal.

Foto: imago/Jan Huebner

Gerade, als man dachte, die Grizzlys hätten einen guten Weg eingeschlagen, fanden sie wieder einen Weg, Punkte zu verschenken. Innerhalb von 47 Sekunden im Schlussabschnitt verspielte der ansonsten zumeist gut disponierte Wolfsburger Eishockey-Erstligist eine 2:1-Führung und verlor sein Heimspiel am Freitagabend vor 2776 Zuschauern gegen die Nürnberg Ice Tigers noch mit 2:4 (1:0, 0:1, 1:3).

Die Wolfsburger Treffer gelangen Rückkehrer Christoph Höhenleitner und Spencer Machacek. Die Ice Tigers waren durch Eugen Alanov (2), den Ex-Wolfsburger Chad Bassen (100. DEL_Tor) und Brandon Buck erfolgreich. Die Chancenverwertung muss Grizzlys-Trainer Pat Cortina erneut bemängeln. Die kostete sein Team den möglichen Sieg. In Unterzahl hingegen lieferten seine Schützlinge eine Topvorstellung ab.

Wieder mit Mathis Olimb, Nick Latta und Höhenleitner, dafür ohne Mike Sislo – Cortina musste im Angriff wieder Umstellungen vornehmen. Auch die Nürnberger hatten einen prominenten Ausfall. Nationalspieler Patrick Reimer fehlte verletzt.

Die beiden Siege am vergangenen Wochenende hatten den Grizzlys Selbstvertrauen zurückgegeben. Im ersten Drittel hatten sie das Geschehen zumeist im Griff. Felix Brückmann, der zum vierten Mal in Folge das Tor hütete, fischte mit stoischer Ruhe das Wenige weg, was auf seinen Kasten kam. Auf der anderen Seite vergab Machacek (6. Minute) in Überzahl die erste Großchance. Die zweite war dann drin. Nick Latta legte sehenswert auf für Höhenleitner, der in seinem zweiten Wechsel nach der Verletzungspause keine Mühe hatte, den Puck über die Linie zu drücken. Die vierte Reihe hatte getroffen.

Nur einmal hätte es eng werden können für die Gastgeber. Doch bevor der Puck Andreas Eder am langen Pfosten erreichte, hatte Nick Jones den Schläger dazwischen gebracht (16.). Auch die Grizzlys besaßen noch eine Riesenmöglichkeit. Anthony Rech (20.) traf aber nur den Innenpfosten, von dem die Scheibe wieder aus dem Tor sprang.

Beide Mannschaften minimierten das Risiko, standen defensiv zumeist gut. Im Mittelabschnitt brachten Garrett Festerling (25.) und Brent Aubin (31.) den Puck nicht an Nürnbergs Keeper Niklas Treutle vorbei. Deshalb ging die Führung verloren, weil Chris Summers Schuss erst unfreiwillig von Rech und dann absichtlich von Alanov im Slot unhaltbar für Brückmann abgefälscht wurde – 1:1 (37.).

Nach Machaceks Powerplay-Treffer zum 2:1 (48.) hatten die Grizzlys Oberwasser und gleich wieder Überzahl. Doch dann zog auch Alexander Johansson eine unnötige Strafe. Chance verpasst. In der 52. und 53. Minute folgten die ominösen 47 Sekunden, die Wolfsburg das Genick brachen. Bassen und Alanov drehten das Match fast aus dem Nichts zu diesem Zeitpunkt.

Mit der Brechstange versuchten es die Grizzlys in den Schlussminuten. Johansson (57.) traf aber nur noch das Außennetz. Spät nahm Cortina den Torwart raus – und prompt fiel das „Empty-Net-Goal“ durch Buck (59.). Nach der Schlusssirene gab es vereinzelte Pfiffe von den Rängen. Am Sonntag (14 Uhr) in Schwenningen brauchen die Grizzlys Punkte, um nicht wieder in die Abwärtsspirale zu geraten.

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