Trainer Cortina: Grizzlys Wolfsburg haben „Ergebniskrise“

Wolfsburg.  Nach fünf verlorenen Matches in Folge steht der Eishockey-Erstligist unter Druck. Der Coach scheut sich nicht, das K-Wort in den Mund zu nehmen.

Grizzlys-Trainer Pat Cortina hat die Zügel angezogen im Training. Die jüngste Niederlagen-Serie seiner Mannschaft hat den Druck spürbar erhöht.

Grizzlys-Trainer Pat Cortina hat die Zügel angezogen im Training. Die jüngste Niederlagen-Serie seiner Mannschaft hat den Druck spürbar erhöht.

Foto: Darius Simka / regios 24

Fünf Niederlagen in Folge, von zwischenzeitlich Platz 2 nach vier Spieltagen runter auf Rang 10 – schon früh in der Saison haben sich die Grizzlys selbst unter Druck gesetzt. Vor dem schweren Auswärtsspiel des Eishockey-Erstligisten am Freitag (19.30 Uhr) in München nimmt Trainer Pat Cortina das Wort Krise in den Mund, differenziert aber: „Wir haben eine Ergebnis- keine Leistungskrise“, streicht der Italo-Kanadier heraus.

Nur gegen Meister Mannheim (Endstand 2:5) habe sein Team in den bisherigen neun Partien „keine Chance“ gehabt. „Alle anderen Spiele“, betont er, „waren eng.“ Der Abwärtstrend hatte aber zur Folge, dass die Intensität im Training erhöht wurde. „Wir Trainer haben in dieser Woche versucht, dass die Spieler die gut gemachten Dinge nicht vergessen, aber den Details noch mehr Beachtung schenken. Wir müssen im Prozess bleiben, dürfen nicht nur aufs Ergebnis schauen.“

Cortina will vermeiden, dass durch Aktionismus das taktische System und die Entwicklung leiden. Vize-Kapitän Gerrit Fauser schlägt in dieselbe Kerbe. „Fünf gegen fünf sind wir sehr stabil und ziemlich gut“, sagt er. Spieler und Trainer sind sich jedoch einig: Die Special Teams, also Über- und Unterzahl, müssen besser werden.

Trotz der Pleiten-Serie (Fauser: „Die nagt an einem“) sei die Stimmung gut in der Kabine. „Wir sind eine gefestigte Gruppe und nicht etwa depressiv. Jeder will aus der Situation heraus. Und ich bin mir sicher, dass wir da wieder herauskommen“, fügt der Angreifer hinzu. „Die Spieler wissen, was funktioniert und was nicht. An Letzterem arbeiten wir“, betont Cortina. Rufen die Grizzlys ihre Leistung ab und bleiben sie fokussiert, „kann man eine Ergebniskrise schnell beheben“.

Grizzlys aktuell

Ohne Mike Sislo müssen die Grizzlys am Freitag (19.30 Uhr) voraussichtlich bei Spitzenreiter RB München antreten. Der an einer nicht genauer kommunizierten Unterkörperverletzung leidende Sturm-Neuzugang setzte am Mittwoch mit dem Mannschaftstraining aus, nachdem er am Dienstag bereits wieder mitgemacht hatte. „Die Entscheidung fällt zwar erst am Donnerstag, aber es sieht nicht gut aus“, sagte Cheftrainer Pat Cortina und seufzte. „Wir müssen bei ihm von Tag zu Tag schauen.“

Zuschauerschwund? Nach dem erfreulich guten Besuch in den ersten drei Saisonspielen nahm das Zuschauerinteresse an Grizzlys-Heimspielen zuletzt ab. 3155 (Schwenningen), 2502 (Ingolstadt), 3056 (Augsburg), 2125 (Straubing) und 2133 (Düsseldorf) lauteten die Besucherzahlen in den ersten fünf Partien in der Eis-Arena. Sonntag (14 Uhr) steht das in der Vergangenheit zuschauerträchtige Heimspiel gegen Bremerhaven an. Am Mittwoch waren dafür aber erst 1900 Karten (davon 100 an die Gäste) verkauft.

Nicht verheizen will Grizzlys-Trainer Pat Cortina den erst seit Dienstag mittrainierenden Neuzugang Chris Casto. „Er braucht die Chance, sich zu akklimatisieren. Wir müssen smart sein und nicht zu früh zu viel von ihm erwarten“, sagte Cortina. Mit Casto hat der Tabellenzehnte sieben Verteidiger. Einen festen Partner erhält der US-Boy deshalb noch nicht. „Ich werde ihn hin und wieder reinwerfen, um dem einen oder anderen Verteidiger eine Pause zu gönnen“, erklärte der Coach seinen Plan fürs Wochenende.

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