Fauser erklärt Vertragsverlängerung bei Grizzlys Wolfsburg

Wolfsburg.  Warum der Eishockey-Nationalspieler „schlaflose Nächte“ hatte, sagt er im ausführlichen Gespräch mit unserer Zeitung.

Grizzlys-Star Gerrit Fauser bleibt bis mindestens 2023 und hat dafür gute Gründe.

Grizzlys-Star Gerrit Fauser bleibt bis mindestens 2023 und hat dafür gute Gründe.

Foto: Darius Simka / regios 24

Die Vertragsverlängerung könnte Signalwirkung für den ganzen Klub haben. Gerrit Fauser (30) widerstand dem Lockruf des Geldes und unterschrieb einen neuen, nun bis 2023 laufenden Vertrag beim Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg. Warum der in Nürnberg geborene Nationalstürmer so perfekt zum Klub passt, verdeutlichen seine ehrlichen Aussagen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gerrit Fauser über ...

… den genauen Zeitpunkt seiner Verlängerung, die am Dienstag von den Grizzlys kommuniziert wurde: „Ich hatte schon am Sonntag vor unserem Testspiel in Dresden den neuen Vertrag unterschrieben.“

… die Gründe, warum er sich gegen finanziell bessere Angebote und für einen Verbleib in Wolfsburg entschieden hat: „Meine Familie ist mir sehr wichtig, dass sie glücklich ist. Und das sind meine Frau und ich mit unseren mittlerweile zwei Söhnen und unserem Hund in Wolfsburg. Das gilt mit Blick auf den Klub und auf unser Umfeld zu Hause. Unser Herz hängt daran.“

… die Resonanz, die er auf die Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerung erfahren hat: „Alle haben sich gefreut. Das wiederum hat mich sehr gefreut. Es zeigt, dass die Anerkennung da ist.“

… den Reiz, im Falle eines Wechsels zu einem finanziell stärkeren Klub eine größere Titelchance zu haben: „Von der Papierform her wäre sie vielleicht größer gewesen. Aber wir haben mit den Grizzlys in der Vergangenheit schon bewiesen, dass wir durch harte Arbeit und Zusammenhalt viel erreichen können. Wir waren nah dran. Trotz unseres zuletzt sportlich schlechten Jahres hat sich der Klub weiterentwickelt. Wir wollen unseren Grizzlys-Weg weitergehen.“

… die vergangenen Monate, in denen er eine Entscheidung über seine Zukunft treffen musste: „Ich hatte schon einige schlaflose Nächte gehabt. Vielleicht war es meine letzte Chance, zu einem aus finanzieller Sicht Topklub zu wechseln. Aber ich mag die Leute in unserem Verein – und wie hier gearbeitet wird. Ich bin überzeugt, dass wir auch vorne mitspielen können.“

… die Perspektive, nach der Aktiven-Zeit in anderer Funktion bei den Grizzlys oder deren Hauptsponsor VW weiterarbeiten zu können, worüber die Verantwortlichen intern bereits gesprochen haben: „Ich hatte tolle Gespräche mit unserem Manager Charly Fliegauf. Aber darüber haben wir konkret noch nicht gesprochen. Wenn alles super läuft, spiele ich ja noch ein paar Jahre. Macht der Körper mit, würde ich auch nach 2023 gern noch ein, zwei oder mehr Jahre spielen. Das wäre jetzt schon sehr weit in die Zukunft gedacht. Wenn es nach meinem Karriereende aber so kommen sollte, wäre es eine tolle Sache für mich und meine Familie.“

… seine Entwicklung zum Führungsspieler bei den Grizzlys, die er bei seiner Ankunft in Wolfsburg 2013 nicht für möglich gehalten hätte: „Das hätte ich eher nicht erwartet. In den ersten beiden Jahren hier hatte ich Anlaufschwierigkeiten. Unter unserem damaligen Trainer Pavel Gross musste ich erst viel lernen und mich anpassen. Jetzt bin ich einfach nur happy.“

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