16.111 Euro bei Benefizspiel für Nuri in Braunschweig gesammelt

Braunschweig.  Nuri (4) leidet an einer bisher unerforschten Krankheit. Das Geld soll der Erforschung dieser dienen – am 29. November wollen Ärzte damit beginnen.

Nuri (rechts) und seine Familie beim anfeuern der Teams.

Nuri (rechts) und seine Familie beim anfeuern der Teams.

Foto: Florian Kleinschmidt

Die Sporthalle Alte Waage war besucht wie zu früheren Bundesliga-Zeiten. Das Basketballerische war am Samstagnachmittag jedoch gänzlich nebensächlich. Vielmehr stand die Löwenstadt für Nuri zusammen. Der Vierjährige leidet an einem angeborenen Herzfehler sowie einem Eiweißverlustsyndrom, einer seltenen und bislang weitestgehend unerforschten Krankheit. Das soll sich nun ändern. Denn bei der Benefizveranstaltung brachte die beachtliche Summe von 16.111 Euro ein. Am 29. November kommen im Steigenberger Hotel erstmals Ärzte zusammen – dem geplanten Startschuss für die Forschungsarbeit.

Ob bei der Begrüßung, musikalischen Einlagen, Videogrüßen oder der Verabschiedung – mehrfach gab es Gänsehautmomente. „So viele Leute, die einfach da sind. Das ist überragend. Braunschweig steht zusammen“, hätte es Nuris Vater Stefan Vogt nicht besser zusammenfassen können und sprach überwältigt allen seinen Dank aus. Die Krankheit sei zwar nicht weg, die Unterstützung von allen Seiten mache es aber leichter. Als Erinnerung bekam die Familie einen von allen Basketballern signierten goldenen Spielball überreicht.

Videobotschaft von Daniel Theis aus Boston

Spenden-Höhepunkt war eine Videobotschaft von Daniel Theis aus Boston. „Alle können dich als kleinen Helden feiern“, ließ er Nuri wissen. Ein Scheck von 11.111 Euro leuchtete anschließend auf der Videoleinwand auf. Von Dennis Schröder wurden signierte Schuhe versteigert. Für 350 Euro bekam Andreas Frintrup den Zuschlag. „Es muss doch Geld in die Kasse“, kommentierte er und holte sich die Sneaker freudestrahlend ab. Schröders Bruder Che Secka war mit seinem kleinen Sohn vor Ort und sagte: „Es ist schön, so etwas zu machen.“ Die Unterstützung der Braunschweiger Schröder und Theis aus der amerikanischen Profiliga NBA kommt von Herzen. Sie sind selbst Väter.

850 Besucher kamen im Laufe der vierstündigen Veranstaltung. Im Publikum saßen vor allem viele Familien. Verena Hagedorn und Jan-Phillip Minnich waren mit ihren Kindern Benno und Mats aus Evessen angereist. „Ich bin begeistert, wie viele Menschen sich engagiert haben, um Nuri und seine Familie zu unterstützen und so etwas auf die Beine zu stellen“, sagt die Mutter. An der Hüpfburg herrschte Dauerbetrieb. Thilo Rathgeber war mit seinem Sohn da. Nuri und sein Spross kennen sich vom Kinderturnen.

Braunschweiger Basketball-Größen geben alles

Die früheren Braunschweiger Basketball-Größen zeigten im großen Benefizspiel, dass sie es noch richtig drauf haben. Lucas Gertz, Kai Falk, Thomas Hanhus, Torben Seikowsky, Jan Lipke, Robin Smeulders und Thomas Trautwein, gecoacht von Deniz Sen, siegten mit 65:61 (38:24) gegen das Aufgebot von Coach Frank Theis mit Olufemi Edionwe, Nikolas Meier, Patric Hanhus, Tobias Fath, Lars Kohlrautz (er hatte die weiteste Anreise aus München), Uwe Seikowsky, Jörn Wessels und Didier Njoya.

„Der Dank geht an euch. Wir hoffen, dass ihr viel Geld dagelassen habt und im Gegenzug viel Spaß hattet“, sagte Thomas Hanhus stellvertretend für alle Sportler per Mikrofon in Richtung Kulisse. Die hatte in der Tat alle Lose gekauft (500) und reichlich Kuchen und Würstchen gegen Spenden konsumiert. So kamen in der Summe weitere 5000 Euro zusammen.

Für Ex-Erstligaprofi Smeulders (2010 bis 2016 Baskets Oldenburg) war es eine Rückkehr in die Heimat. In Braunschweig wuchs er auf und reifte unter Talententwickler Liviu Calin bei der SG zum Zweitligaspieler. Der 32-Jährige wohnt mit seiner Familie nach wie vor in der Nähe von Oldenburg. „Ich kenne Familie Vogt schon, als die Zwillinge noch gar nicht geboren waren und war wohl einer der Ersten, der zugesagt hat.“ Smeulders ist selbst Vater zweier kleiner Kinder. Beim Spiel kamen einige Erinnerungen hoch. „Der Geruch ist noch derselbe. In der Alten Waage habe ich unzählige Stunden verbracht“, blickt er auf seine Jugend zurück. „Ich hoffe, wir konnten Nuris Familie ein bisschen helfen“, sagte Lipke. Beim Spiel habe er ab und an gedacht: „Das ist wie damals. Allein schon die grelle Beleuchtung der Halle.“ 2001 bis 2006 spielte er in der Löwenstadt.

Publikum applaudiert für Aktion

Das Publikum bedachte natürlich beide Seiten mit Szeneapplaus für tolle Aktionen. Zuvor absolvierten Eintrachts Mädchen gegen die Jungen aus Schapen das kleine Benefizspiel und ließen ihr Können aufblitzen. Auch sie wurden nach Körben bejubelt. Der Gewinner des Tages waren letztlich alle. Der Veranstalter Basketball Förderkreis Braunschweig mit Sacit Sen und René Hanreich an der Spitze unterstützt von der SG und der „Dennis Schröder Academy“, der Verein Fontanherzen, die Sponsoren, die 60 Helfer, die begeisterten Besucher, die Spieler, die Familie Vogt und viele mehr – sprich das Team Nuri.

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