Lions-Trainer Tomlin lässt sich Meistertattoo stechen

Braunschweig.  Bei der German-Bowl-Feier vor dem Eintracht-Stadion lüftet er das Geheimnis. Connette kann sich Verbleib vorstellen.

Lions-Trainer Troy Tomlin zeigt sein Meistertattoo. Er hatte dem Team versprochen, sich tätowieren zu lassen, falls seine Spieler den German-Bowl-Titel holen würden.

Lions-Trainer Troy Tomlin zeigt sein Meistertattoo. Er hatte dem Team versprochen, sich tätowieren zu lassen, falls seine Spieler den German-Bowl-Titel holen würden.

Foto: Karsten Reißner

Als der letzte Pick-up bei der Meisterfeier der Lions-Footballer vor die Haupttribüne des Eintracht-Stadions fuhr, wurde aus dem Nieselregen ein regelrechter Schauer. Fast hätte man meinen können, dies sei ein Zeichen für die auf der Ladefläche sitzenden Tobias Goebel, Patrick Finke, Niklas Römer, David McCants, Simon Bohlmann und Harald Biencek, weil sie sich allesamt an diesem Sonntagnachmittag in den Football-Ruhestand verabschiedeten. Doch wenig später, als es zum gemütlichen Teil der Feier überging, klarte der Himmel bereits wieder auf.

Erinnerung, die unter die Haut geht

Zuvor hatten sich die Lions von etwa 800 Fans feiern lassen für eine Saison ohne Niederlage und den Sieg im German Bowl gegen die Schwäbisch Hall Unicorns. „Vor der Saison haben viele gesagt, dass die Zeit dieser Mannschaft vorbei ist“, sagte Trainer Troy Tomlin, der sich gerade deshalb über den Meistertitel freute. Das Team aus der Saison 2019 sei eines seiner Lieblingsteams.

Doch das war längst nicht alles. Der Headcoach des Football-Rekordmeisters hatte noch eine Überraschung parat, die nicht nur sprichwörtlich unter die Haut ging. Mancher Fan stutzte ein wenig, als der sonst so zurückhaltende Tomlin bereitwillig sein Shirt lupfte, um sein Meistertattoo zwischen den Schulterblättern zu präsentieren. Dort prangen nun für alle Zeit die Buchstaben „TST“. Das steht für „Tradition starts Today“ – ein Motto, das Tomlin aus den USA mit zu den Lions brachte und was sich heute sogar auf den Trikots wiederfindet. Ganz freiwillig hat er sich die bleibende Erinnerung übrigens nicht stechen lassen. „Ich habe den Jungs versprochen, wenn wir den German Bowl gewinnen, lasse ich mich tätowieren“, erklärte Tomlin – scheinbar hat das als Motivation für sein Team, das zuvor zwei Jahre leer ausgegangen war, gewirkt.

Connette kann sich Verbleib vorstellen

Die Aktion sorgte für den ein oder anderen Schmunzler, aber auch für großen Jubel bei den Fans. Die hatten über die gesamte Saison hinweg auch Quarterback Brandon Connette beeindruckt. Das Autogramm des Spielmachers, der im Finale einer der Matchwinner war, war an diesem Tage eines der gefragtesten. Und der US-Amerikaner, der vor der Saison von den Helsinki Roosters nach Braunschweig gekommen war, zeigte sich ehrfürchtig: „Ich habe in meiner Karriere schon für viele Teams gespielt, viele Fans erlebt, aber noch nie war es so atemberaubend wie in Braunschweig.“ Der laufstarke Regisseur der Lions kann sich einen Verbleib in der Löwenstadt vorstellen, „aber wir haben noch nicht darüber gesprochen, wie es weitergeht.“ Vielmehr, ob es weitergeht. Denn momentan steht auch in den Sternen, ob Connette weiter Football spielt. „Aber wenn, dann gerne in Braunschweig“, sagte er – womöglich in der Hoffnung auf eine weitere Meisterfeier.

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