Prioritätenliste: Hinten links und Sturm stehen oben

Wolfsburg  Der erst 18-jährige Itter ist der letzte verbliebene Linksverteidiger des VfL. Leipzigs Bernardo ist ein Thema, Bayerns Bernat könnte dazu werden.

Aktuell der einzige Linksverteidiger im Kader: Das 18-jährige Eigengewächs Gian-Luca Itter soll Verstärkung erhalten.

Aktuell der einzige Linksverteidiger im Kader: Das 18-jährige Eigengewächs Gian-Luca Itter soll Verstärkung erhalten.

Foto: Peter Schatz / imago/ActionPictures

. Jörg Schmadtke, der neue Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, und Trainer Bruno Labbadia haben dieser Tage die Köpfe zusammengesteckt. Heraus kam eine Liste mit Positionen, auf denen das neue Führungs-Duo der Grün-Weißen Handlungsbedarf sieht. Ganz oben stehen der Angriff und die Linksverteidigerposition.

Hinten links – gerade dort hatte der VfL in den vergangenen Jahren stets ein Überangebot. Erst war Marcel Schäfer gesetzt, dann Ricardo Rodriguez. Zur Baustelle wurde es, als sich der Schweizer nach fünf Jahren im vergangenen Sommer in Richtung AC Mailand verabschiedete und zugleich Eigengewächs Jannes Horn zum 1. FC Köln verkauft wurde. Dadurch hat der VfL mit dem erst 19-jährigen Gian-Luca Itter nur noch einen gelernten Linksverteidiger in seinem Kader. Yannick Gerhardt, der dort in der jüngeren Vergangenheit häufig zum Einsatz kam, wird sowohl von Labbadia als auch von Schmadtke im zentralen Mittelfeld gesehen.

Wer stopft nun die Lücke hinten links? Einer der Kandidaten ist, wie berichtet, Bernardo von RB Leipzig. Der Brasilianer ist 23 Jahre jung, kommt auf 40 Bundesliga-Einsätze und darf die Sachsen offenbar verlassen. Von rund 7 Millionen Euro an Ablöse ist die Rede. Noch ein wenig teurer wäre eine andere, aber dafür prominentere Lösung: Juan Bernat. Wie der „Kicker“ berichtet, darf der Spanier den FC Bayern verlassen, falls ein entsprechendes Angebot eintrifft. Der 25-Jährige hat noch ein Jahr Vertrag beim Rekordmeister, wo man mit seinen Leistungen aber nicht mehr vollumfänglich zufrieden ist. Wollen die Bayern noch eine Ablöse für Bernat, der nicht zum spanischen WM-Kader gehört, einstreichen, ist die kommende Transferperiode die vorletzte Chance. Von 10 Millionen Euro ist die Rede.

Zu stemmen wäre das auch mit dem kleineren Budget, das Klubeigner Volkswagen dem VfL inzwischen zur Verfügung stellt. Und Labbadia bekäme dafür einen international erfahrenen linken Verteidiger, an dem Nachwuchstalent Itter wachsen kann. Aktuell, so ist zu hören, gibt es keinen Kontakt zwischen dem VfL und Bernats Beratern. Aber es wäre fast schon fahrlässig, wenn die Wolfsburger Verantwortlichen den Spanier aufgrund dieser Konstellation nicht zumindest auf dem Zettel hätten. Ob sich Bernat allerdings einen Wechsel zum nicht international vertretenen VfL vorstellen kann, ist die andere Frage. Bislang soll bei den Bayern noch kein Angebot für ihn eingetroffen sein.

In der Offensive soll es in den nächsten Tagen auch Bewegung geben. Landry Dimata wird vom RSC Anderlecht und dem FC Brügge umworben. In dieser Personalie soll es bald eine Entscheidung geben. Tendenz: Der 20-Jährige wird für eine Saison verliehen. In belgischen Medien lässt er sich bereits zitieren: „Ich bin bereit, Stürmer Nummer 1 zu werden – egal wo.“ Aber vermutlich erst einmal nicht in Wolfsburg.

Weil Schmadtke seinen Job als Geschäftsführer schon einen Monat eher als zunächst geplant angetreten hat, kann Labbadia nun auch in Ruhe in seinen Urlaub gehen. Am Sonntag verabschiedet sich der VfL-Coach für einige Tage aus dem Tagesgeschäft, um nach dem nervenaufreibenden Saisonende mal die Füße hochzulegen. In der Zeit arbeitet Schmadtke die gemeinsam erstellte Liste weiter ab – vielleicht gibt’s schon bald erste Ergebnisse.

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