Kleinster Stadtteil will groß feiern

Hohenrode.  Feuerwehr Hohenrode wird 125 Jahre alt und hat dazu den Stadtfeuerwehrverband eingeladen.

Das Vorbereitungsteam für die 125-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Hohenrode, Helge Jacobs (von links), Martin Exner, Markus Schulze, Andreas Exner, Mario Exner und Dirk Knoblauch, steckte bereits jetzt die Ackerfläche ab, auf der das große Festzelt im nächsten Jahr stehen wird. Landwirt Hans Kasinger hat deshalb die Fläche nicht mit Winterweizen bestellt und wird darauf Rasen einsäen.

Das Vorbereitungsteam für die 125-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Hohenrode, Helge Jacobs (von links), Martin Exner, Markus Schulze, Andreas Exner, Mario Exner und Dirk Knoblauch, steckte bereits jetzt die Ackerfläche ab, auf der das große Festzelt im nächsten Jahr stehen wird. Landwirt Hans Kasinger hat deshalb die Fläche nicht mit Winterweizen bestellt und wird darauf Rasen einsäen.

Foto: Horst Körner

Im kleinsten Stadtteil Salzgitters, in Hohenrode mit 182 Einwohnern, herrscht schon jetzt Jubiläumsstimmung, denn die Freiwillige Feuerwehr wird im nächsten Jahr 125 Jahre alt. Gefeiert werden soll drei Tage vom Freitag, 21. bis zum Sonntag, 23. Juni − am Sonntag zusammen mit dem Stadtfeuerwehrtag.

Das Vorbereitungsteam mit Martin, Andreas und Mario Exner, Markus Schulze, Dirk Knoblauch und dem Ortsbrandmeister Helge Jacobs plant, hat die ersten Verträge abgeschlossen. Gerechnet wird damit, dass wie beim 111. Jubiläum Hunderte von Besuchern schon beim Kommers dabei sind. „Wir schaffen das“ − mit dieser Parole ist die „AG 125“ optimistisch am Werk.

Diesen Optimismus brauchen sie auch, denn die Probleme, die in größeren Stadtteilen keine Kopfzerbrechen bereiten, sind groß: Wo können die vielen Mitglieder des Feuerwehrverbandes zum traditionellen Aufmarsch, zur Begrüßung und zum anschließenden Umzug aufgestellt werden? Wo soll das große Festzelt stehen, wenn es keinen entsprechend großen Platz gibt?

„Diese Probleme haben wir zuerst gelöst“, sagte Martin Exner, Sprecher des Vorbereitungsteams. So hilft beim Aufmarsch der Feuerwehren Andreas Medyk, Geschäftsführer der Auto Medyk GmbH. Das Treffen erfolgt auf seinem großen Parkplatz auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Georg am Hohenroder Weg zwischen Gitter rund Hohenrode. Von dort startet der Umzug durch das Dorf. „Das passt dann auch mit der Entfernung für den langen Umzug“, meinte Exner zufrieden.

Das zweite Problem, den Platz für das große Zelt, löst Landwirt Kasinger für die Wehr: Er hat beim Säen des Winterweizens auf seinem Acker den notwendigen Platz an der Straße am Gutshof frei gelassen. Inzwischen hat er darauf Rasen eingesägt, der bei Festbeginn dann einen guten Untergrund bieten soll. „Das ist mein Beitrag für das Fest“, meinte Kasinger.

Die Eckdaten für das Festprogramm stehen bereits. Los geht es am Freitag nach einem kurzen Kommers mit dem Festabend mit der Live-Partyband „Show Line“ auf der Bühne. „Alfred und die Melker“ sind als Stimmungsmacher für Samstagvormittag verpflichtet. Der Nachmittag wird als Kaffeetafel gestaltet. Dann klingt das Fest aus, denn der Sonntag gehört dem Feuerwehrverband und seinem Stadtfeuerwehrtag, der am Nachmittag nach dem Umzug gemeinsam mit den Einwohnern bei schwungvoller Musik das Fest ausklingen lässt.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 9. Juli 1894 durch Gemeindebeschuss gegründet. Vorher gab es seit dem 28. April 1869 eine Pflichtfeuerwehr.

Nicht alltäglich ist, dass diese Hohenroder Wehr seit ihrer Gründung zwei Feuerwehrgerätehäuser, einen Schulungsraum und eine Fahrzeughalle bauten: 1870 das erste Spritzenhaus am Mühlengraben, das 1961 abgerissen wurde. An gleicher Stelle wurde ein Neubau in Eigenarbeit errichtet. Zum dritten Mal packten dann um die Jahrhundertwende. Die Wehr baute in einem Kraftakt Räume der ehemaligen Versuchsanstalt zum Schulungs- und Veranstaltungsraum um. 2001 wurde dann auch noch die Fahrzeughalle umgebaut.

Erwähnenswert ist der Streifendienst der Männer, die nach Großbränden in Nachbarorten, die mit Sicherheit durch Brandstiftung entstanden waren, zum Schutz des Dorfes von November bis Dezember 1972 auf Wache gingen.

Die Ortsbrandmeister der Feuerwehr: Heinrich Weule (1894), Heinrich Stiezel (1906), Fritz Ohlendorf (1931), Fritz Wienefeld (1934), Gustav Ohlendorf (1937), Willi Ohlendorf (1945), Fritz Grenzer (1956), Joachim Ziegert (19679; Dieter Hartmann (1979), Peter Siemens (1991) und im Jubiläumsjahr Helge Jacobs.

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