In der Kita

Ibrahim Jumaa ist glücklich bei der Arbeit in Salzgitter

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Ibrahim Juuma ist seit 2019 in der Kita Fredolino fest angestellt.

Ibrahim Juuma ist seit 2019 in der Kita Fredolino fest angestellt.

Foto: V. Schweiger / Johanniter

Salzgitter.  Er kam als Flüchtling nach Deutschland – heute arbeitet er im Johanniter-Kindergarten. Er schätzt seine Kollegen und sie schätzen ihn.

Es war ein langer Weg heraus aus dem schaukelnden Gummiboot auf dem Mittelmeer zwischen der Türkei und Griechenland bis auf die Holzbank der Außenanlage der Johanniter-Kita Fredolino am Fredenberg. Ibrahim Jumaa hat viel gesehen und viel erlebt, seit er Ende 2014 seine Heimatstadt Damaskus in Syrien verlassen musste. Einiges davon übersteigt die Vorstellungskraft von Menschen, die das Glück haben, Krieg nicht hautnah erleben zu müssen. Aber: Es ist auch viel Gutes passiert in den vergangenen sieben Jahren. Das berichtet die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Harz-Heide.

Im Frühsommer 2022 sitzt Ibrahim Jumaa demnach vergnügt auf der Kita-Bank, sein Cap lässig nach hinten gedreht, die Augen aufmerksam auf die Gruppe Kinder gerichtet, die an diesem warmen Tag draußen spielen. Ein kleines Mädchen kommt angelaufen und drückt dem 30-Jährigen seinen Thermobecher in die Hand. Jumaa lächelt. „Ich habe quasi bei null angefangen in Deutschland“, sagt er.

Als Sportlehrer gearbeitet

Das alte Terrain hat er weit hinter sich gelassen, und das liegt auch daran, dass er einen Beruf gefunden hat, der ihm Spaß macht. Seit 2018 ist Jumaa im Ortsverband Salzgitter der Johanniter-Unfall-Hilfe beschäftigt. Zunächst im Rahmen seiner Ausbildung, seit 2019 dann fest angestellt. In seiner Heimat Syrien hat Jumaa als Sportlehrer gearbeitet und Kinder der ersten bis zur sechsten Klasse unterrichtet. Da lag es nicht fern, sich auch in Deutschland eine pädagogische Tätigkeit zu suchen. Aber: Zunächst musste sich der junge Mann erst einmal zurechtfinden. Mitte März 2015 kam er in Bayern an und blieb zunächst für ein Jahr in einem kleinen Dorf. Sein einziger Kontakt in Deutschland: ein Cousin in Salzgitter, berichten die Johanniter. Im März 2016 zog Ibrahim Jumaa dorthin.

In Salzgitter standen zunächst einmal Sprachkurse auf dem Programm, bevor es 2018 in die Ausbildung ging. Der gebürtige Syrer war damals einer der ersten männlichen Erzieher in der Kita Fredolino. „Ich bin hier sehr freundlich aufgenommen worden“, sagt er. Dass er fließend arabisch spricht, hatte in dem multikulturellen Umfeld am Fredenberg natürlich viele Vorteile, heißt es weiter. „Ich komme mit vielen Eltern schnell in Kontakt.“ Überhaupt habe ihm die Arbeit in der Johanniter-Kita geholfen, in seinem neuen Leben Fuß zu fassen. „Ich sage meinen Kollegen immer: Ihr seid meine zweite Familie hier.“

Als Auszubildenden übernommen

Eine Zuneigung, die nicht nur einseitig ist. „Ich kenne Ibrahim seit meiner ersten Fredolino-Stunde, damals habe ich ihn als Auszubildenden übernommen. Er ist ein unglaublich zugewandter, aufmerksamer und empathischer Pädagoge – nicht nur für die Kinder, sondern auch im Team“, wird Einrichtungsleitung Svenja Schwarze zitiert. Er sei ein Gewinn für die Einrichtung und „als Mensch ein großer Schatz“.

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Für die Zukunft möchte sich der 30-Jährige gern noch weiterentwickeln, weiter daran arbeiten, „Kinder richtig auf die Gesellschaft vorzubereiten“. Das Wichtigste für ihn aber: „Ich fühle mich hier wohl.“ Ein Zustand, den Ibrahim Jumaa wertzuschätzen weiß.

Wer sich für eine Stelle bei den Johannitern interessiert – als Erzieher oder Erzieherin, Bundesfreiwilligendienstleistende oder auch Rettungssanitäter: Unter www.besser-für-alle.de gibt es alle weiteren Infos.

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