Salzgitter. In Salzgitter gibt es viele Döner-Läden. Ist der Döner wirklich das gesündeste Fast-Food? Eine Diätassistentin und ein Fitnessexperte klären auf.

Die Salzgitteranerinnen und Salzgitteraner haben sich in den letzten Wochen als wahre Döner-Fans entpuppt. Im gesamten Stadtgebiet Salzgitter gibt es zahlreiche Döner-Läden, die bei unseren Leserinnen und Lesern sehr beliebt sind (wir berichteten). Aber ist der Döner wirklich das gesündeste Fast-Food? Und wie oft sollte man einen Döner verzehren? Simone Wiening, Diätassistentin und Ernährungsberaterin der BKK, klärt auf.

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Ist der Döner ein gesundes Fast-Food?

Ungesund sei der Döner nicht – auch wenn Diätassistentin Wiening ungern in den Kategorien „Gesund und ungesund“ denkt. Laut Wiening könnte man den Döner dennoch verbessern: „Es wäre ein Upgrade, wenn das Brot ein Vollkornbrot wäre.“ Sie erinnert an die verschiedenen Varianten von Hamburgern: Diese Entwicklung, dass es verschiedene Varianten von Dönern gibt, habe noch nicht stattgefunden – auch wenn viele schon vegetarischen Döner essen.

Dass der Döner als gesündestes Fast-Food gehandelt wird, mag vor allem am hohen Gemüse- und Salatanteil liegen, den Wiening bei arabischen und türkischen Imbissen schätzt. Denn Krautsalat Weißkohl, Gurke und Co. tragen zur Sättigung und Füllung bei. „Ich schätze am Döner, dass er wirklich satt macht – im Vergleich zu etwa einem Hamburger.“

Simone Wiening, Diätassistentin und Ernährungsberaterin bei der BKK. Sie zeigt Alternativen zum Döner auf.
Simone Wiening, Diätassistentin und Ernährungsberaterin bei der BKK. Sie zeigt Alternativen zum Döner auf. © Privat | Privat

Döner mit Fleisch oder vegetarisch – was ist besser?

Aber auch ein Döner mit Fleisch muss nicht zwingend schlecht sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt, dass eine Person pro Woche maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren verzehren sollte. „Wenn sich jetzt jemand eine Woche nur vegetarisch ernährt hat, wieso sollte er dann keinen Döner mit Fleisch essen?“, wirft Wiening ein.

Auch Saucen gehören für viele zum Döner dazu. In vielen Restaurants gibt es demnach eine breite Auswahl: Scharfe Sauce, Zaziki, Kräutersauce, Cocktailsauce und viele weitere Varianten. Dass nicht genau ersichtlich ist, welche Zutaten in den Saucen enthalten sind, kritisiert Wiening.

Welche Alternative zum Döner gibt es?

Es gebe aber auch Alternativen zum Döner, wie die Ernährungsberaterin weiß. Sie rät beispielsweise zum Fisch-Fast-Food. „Fischbrötchen sind jetzt nicht unbedingt kalorienarm und die Brötchen sind auch nicht unbedingt Vollkornvarianten, aber dann hätte ich zumindest eine Fisch-Portion zu mir genommen.“ Aber auch ein Lahmacun, ein Garnelen-Spieß oder eine Fischsuppe wären gute Alternativen.

Summa summarum: Es ist laut Wiening nicht schlimm, den Döner mal auf dem Speiseplan – als Hauptmahlzeit – zu haben. Ein Problem siehe Wiening jedoch darin, dass viele den Döner nicht als eine solche Mahlzeit anerkennen. „Die Leute essen ihre warme Mahlzeit und snacken dann nebenbei einen Döner.“

Fitnessexperte rät zu Cardio- und Krafttraining

Zu viel Fast-Food wie Döner, Pizza, Burger und Co. gegessen? Fitnessexperte Jörg Heckenbach aus Braunschweig weiß, wie die Pfunde langfristig purzeln können – ohne, dass der berühmte Jojo-Effekt eintrifft. Um Gewicht zu reduzieren, mache 70 Prozent die Ernährung aus und 30 Prozent das Training. „Wenn ich präventiv und langfristig zu einem gesunden Lebensstil kommen möchte, brauche ich in beiden Segmenten sowohl bei der Ernährung als auch beim Training 100 Prozent Disziplin, um das Ziel zu erreichen“, sagt Heckenbach.

Fitnessexperte Jörg Heckenbach
Fitnessexperte Jörg Heckenbach © Privat

Beim Abnehmen sei es außerdem wichtig, in einem Kaloriendefizit zu sein. Um überhaupt ein Gefühl zu bekommen, wie viel Kalorien man täglich zu sich nimmt, rate Heckenbach dazu, das Essen zu tracken. Hierfür gebe es verschiedene Apps für das Smartphone.

Um langfristigen Erfolg zu haben, sei es wichtig, beim Fitness langsam zu starten. „Wo ist mein Fitnesslevel?“ – eine Frage, über die sich vor allem Anfängerinnen und Anfänger bewusst sein sollten. Beim Sport komme es vor allem auf zwei Bausteine an: Cardio- und Krafttraining.

Das muss beim Cardio-Training beachtet werden:

Cardio-Training schult laut Heckenbach das Herz-Kreislauf-Training und kurbelt auch den Fettstoffwechsel an. Personen, die vorher noch kein Fitness gemacht haben, sollten mit ein bis zwei schnellen Spaziergängen – 30 bis 45 Minuten – die Woche starten: „Das kann schon fördernd sein, denn jede Bewegung führt zur Verbrennung von Kalorien.“

Anfängerinnen und Anfänger sollen sich am Anfang jedoch nicht zu viel vornehmen und die Ziele auch nicht zu hoch setzen. Dann bestehe die Gefahr, dass der Ehrgeiz zu schnell nachlässt, man die Lust verliert und der Sport schnell in Vergessenheit gerät. Vor allem die Kontinuität, regelmäßige Sporteinheiten, seien der Schlüssel zum Erfolg.

Cardio-Einheiten können außerdem aus Radfahren, Inlineskating, Nordic Walking oder Joggen bestehen – die Einheiten sollten auch hier dem eigenen Fitnesslevel angepasst werden.

Cardio-Einheiten wie Joggen gehören zu einem ausgeglichenen Training dazu.
Cardio-Einheiten wie Joggen gehören zu einem ausgeglichenen Training dazu. © grafikwerk21 - stock.adobe.com | GRAFIKWERK 21

Auch Krafttraining muss beim Fitness berücksichtigt werden

Aber auch Krafttraining soll in den Sporteinheiten berücksichtigt werden, denn „je stärker der Muskel ist, desto mehr schütze ich meine Bänder, Sehnen und Gelenke“, weiß Heckenbach. Und weiter: „Ein starker Muskel hat auch den Vorteil, dass der Körper mehr Energie verbrennt.“ Außerdem werde durch dieses Training auch die Verbrennung angekurbelt.

Geeignete Übungen sind laut des Fitnessexperten Kniebeuge, Liegestütze und Unterarmstütz, auch genannt „Plank“. Anders als Cardio-Einheiten können diese Übungen auch fast täglich in den Alltag integriert werden. So können sich Sportbegeisterte beispielsweise das Ziel von 25 Liegestützen setzen. Pausen seien selbstverständlich erlaubt, man müsse nicht alle 25 direkt durchziehen:. „Das sind drei Übungen, bei denen wir die meisten Muskelgruppen und Muskulaturen abholen.“

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