Großes Ramadan-Fest in Salzgitter auf 2021 verschoben

Salzgitter.  Bis zum Ende des Ramadans am Samstag wird es kein öffentliches Fastenbrechen geben. Özcan Irkan erzählt, was das mit den Gläubigen macht.

Das Fastenbrechen wie hier 2018 mit Mikail Özdemir, dem damaligen Polizeichef Wilfried Berg, dessen Frau Christiana und der Frau des Vorsitzenden, Ayse Özdemir. Die Muslime in Salzgitter hoffen, dass es im Jahr 2021 wieder solche Begegnungen geben kann.

Das Fastenbrechen wie hier 2018 mit Mikail Özdemir, dem damaligen Polizeichef Wilfried Berg, dessen Frau Christiana und der Frau des Vorsitzenden, Ayse Özdemir. Die Muslime in Salzgitter hoffen, dass es im Jahr 2021 wieder solche Begegnungen geben kann.

Foto: Foto: Archiv

Der Fastenmonat Ramadan endet am Samstag dieser Woche – wegen der Corona-Pandemie ganz ohne die gewohnte große Feier. Ebenso musste in diesem Jahr das geplante große Ramadan-Fest mit Vertretern aus den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Salzgitters ausfallen. Auch wenn es inzwischen Lockerungen gibt, von denen alle Religionsgemeinschaften profitieren, verzichtet etwa auch die muslimische DITIB-Gemeinde aus Salzgitter in diesem Jahr bis zuletzt ganz konsequent auf das Fastenbrechen im öffentlichen Raum. Zumindest aber, freut sich Özcan Irkan, können in den letzten Tagen des Ramadan wieder alle Gebete in der Moschee vollzogen werden.

„Seit dem 19. Mai sind die Moscheen wieder zu allen Gebetszeiten geöffnet, also zu den fünf Pflichtgebeten und dem im Ramadan zusätzlichen Tarawih-Gebet“, sagt Irkan, Öffentlichkeitsbeauftragter seiner Gemeinde. Allerdings gelten ganz strenge Hygieneregeln für die Moscheebesucher. Es gilt in der Lebenstedter DITIB-Moschee eine Abstandsregel von zwei Metern, am Eingang stehen in ausreichendem Maße Desinfektionsmittel zur Verfügung. Und, so Irkan weiter: „Bei uns werden die Teilnehmer am Gebet jeweils Einzeln und nacheinander in den Gebetsraum hineingelassen, um auch in der Moschee keine Menschentrauben entstehen zu lassen. Jeder Betende muss seinen eigenen, mitgebrachten Gebetsteppich benutzen. Die rituelle Waschung, welche verpflichtend vor dem Gebet ist, muss der Teilnehmer bereits zu Hause selber vollziehen.“

Überdies müssten sich Gläubige, die am Gebet teilnehmen wollten, vorher namentlich anmelden und eine Telefonnummer hinterlegen. Es werde dann eine Liste erstellt, um immer die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten, so Irkan weiter. Wichtig sei unter dem Strich: „Die Menschen sollen sich beim Gebet sicher fühlen.“ Gläubige, die zur Risikogruppe gehörten, werde derweil empfohlen, ihre Gebete zuhause zu erfüllen und nicht in die Moschee zu kommen.

Die Corona-bedingten Einschränkungen machen auch viel mit der Gefühlswelt der Gläubigen. „Das ist in diesem Jahr ein ganz, ganz anderes Fastenbrechen. Es ist eine komische Atmosphäre beim abendlichen Fastenbrechen, wenn man auch zugleich glücklich ist, zuhause mit der Familien zusammen zu sein“, sagt Irkan.

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Vielleicht, so Irkan, sei der Verzicht, der mit dem diesjährigen Ramadan einhergehe, auch eine Art Prüfung. Gleichwohl hofft er, dass diese Prüfung sich im kommenden Jahr nicht wiederholt. Dann soll es nämlich eine Neuauflage des großen Ramadan-Festes mit vielen Nicht-Muslimen geben, so wie es vor über fünf Jahren schon einmal gefeiert wurde.

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