Salzgitter hofft auf Erstattung der Kosten für Corona-Tests

Salzgitter.  Mitarbeiter aller Alten- und Pflegeheime der Stadt werden regelmäßig auf COVID19 getestet. Es geht um Hunderte Tests jede Woche.

Proben für Corona-Tests: In Salzgitters Alten- und Pflegeheimen wird nun regelmäßig getestet.

Proben für Corona-Tests: In Salzgitters Alten- und Pflegeheimen wird nun regelmäßig getestet.

Foto: Hendrik Schmidt / picture alliance/dpa

Groß raus kam Salzgitter in der vergangenen Woche mit der Titelseiten-Schlagzeile unserer Zeitung „Salzgitter kündigt für alle Pfleger in Heimen regelmäßige Corona-Tests an“. Doch wie genau soll das in der Praxis laufen, wer macht dieses Tests und wer trägt die Kosten? Wir haben bei der Stadt nachgefragt, Oberbürgermeister Frank Klingebiel gibt die Antworten.

In der Stadt Salzgitter gibt es insgesamt 15 Alten- und Pflegeheime. Die Beschäftigten in all diesen Einrichtungen sollen in einem rollierenden System einmal pro Woche getestet werden. Dabei, so Klingebiel, geht es um das gesamte Personal der entsprechenden Heime. Es werden also nicht etwa ausschließlich Pflegekräfte getestet. In Summe bedeutet das, dass es pro Woche bis zu 650 Tests geben muss.

Das Verfahren läuft nach dem „Salzgitter-Modell des kooperativen Alten- und Pflegeheim-Coronascreening“ ab: Damit das Personal in allen Alten- und Pflegeheimen einmal wöchentlich getestet werden kann, werden pro Tag jeweils drei Einrichtungen aufgesucht. „Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes“, so Klingebiel, „fährt alle Einrichtungen an und bringt das Probenmaterial, die Abholung erfolgt auch durch unseren Mitarbeiter.“ Vor beziehungsweise bei der ersten Testung würden die Pflegekräfte der Alten- und Pflegeheime von einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes eingewiesen und unterstützt. „Nachfolgende Testungen nehmen die Heime mit dem eigenen, von uns geschulten Personal, dann selbstständig vor“, so der Oberbürgermeister. Die Befunde der Untersuchungen würden in der Regel am späten Nachmittag des Folgetages an die Heime übermittelt.

Spannend ist nun noch die Frage nach den Kosten für die Tests. Fest steht, dass den Heimen keine Rechnungen gestellt werden sollen, so Klingebiel. Das Gesundheitsamt sende die Proben an staatliche Labore ein, mit denen eine Vereinbarung getroffen worden sein. Diese Labore würden dem Gesundheitsamt bisher keine Kosten berechnen. Das Land hatte derweil angekündigt, diese Leistungen nicht mehr kostenlos erbringen zu wollen. „Dies stößt in Salzgitter und in anderen Städten auf große Verwunderung“, so Klingebiel weiter. Die regelmäßige Testung der Beschäftigten in den Alten- und Pflegeheimen schütze Leben und bietet Arbeitsschutz in einem ganz besonderen Arbeitsumfeld. „Die Kosten dieser Testungen sind nach meiner Auffassung von den Kranken- und Pflegekassen dauerhaft zu übernehmen.“ Der Gesetzgeber habe, wie von Bundesgesundheitsministerin Jens Spahn angekündigt, schnellstens die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zu erlassen. Andernfalls müssten Bund und Land diese Kosten tragen. Klingebiel: „Die Kommunen dürfen nicht wieder Ausfallbürge für Bund, Land und Krankenkassen werden. Die Stadt Salzgitter ist bereit, im Rahmen der aktuellen Corona-Pandemiebekämpfung diese Kosten vorübergehen zu übernehmen, erwartet aber eine 100-prozentige Kostenerstattung.“

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