Die Grünleger sind in Salzgitter-Bad eingezogen

Salzgitter-Bad.  Alleinerziehend und berufstätig in Corona-Zeiten. Yvonne Weber ist mit ihren drei Jungs in Zwangspause und hält ihren Alltag per Tagebuch fest.

Aufregung für alle: Die Hühner sind da!

Aufregung für alle: Die Hühner sind da!

Foto: Yvonne Weber

Tag 44: Gemeinsame Aufgaben schweißen zusammen

So eine Projektaufgabe kann ich dieser Tage nur empfehlen. Es kommt keine Langeweile auf und schweißt uns gerade irgendwie zusammen. Die vergangenen Tage haben wir viel am baldigen Hühnerstall gewerkelt. Wir haben eine Brutkiste gezimmert. Den Zaun aufgestellt, Drahtgitter verlegt, Steine geschleppt und eine vollautomatische Hühnerklappe montiert.

Die Stichsäge hat gekräht und der Akkuschrauber gerattert. Oft habe ich durch den Garten noch lauter gebrüllt, die spielenden, sich ärgernden oder kreischenden Jungs sollen leiser sein. Sie können mittlerweile gut mit dem Schrauber umgehen und haben drei schöne Hühnerleitern aus gesammelten Ästen gebastelt. An die Stichsäge habe ich sie noch nicht gelassen. Aber das nächste Projekt werden wir schon finden. Kleine Männer müssen ja gefordert werden.

Tag 45: Die Hühner sind da

Wir sind aufgeregt. Es hat etwas von Weihnachten. Heute holen wir die Hühner. An der Steinlaher Mühle kommt das Hühnermobil. Seit Tagen durchforste ich die Rassen. Schön müssen sie aussehen, zutraulich sein und große Eier legen. Wir sind ein paar Minuten eher da, schließlich gehe ich von einer ausführlichen Beratung vor Ort aus. Ich möchte die Tiere in Ruhe aussuchen. Uns erwarten allerdings schon knapp 15 wartende Leute. Viele haben professionelle Transportboxen dabei. Es regnet und die Jungs sind aufgedreht.

Wir warten und warten. Die Jungs schubsen sich. Die zwei Pfützen neben mir treiben zusätzlich den Blutdruck in die Höhe. Ich schicke die Kleinen wieder ins Auto, der Große soll einen unserer Kartons holen. Er bringt die leere Schachtel meines Dampfbügeleisens. Das sieht mir zu mickrig aus und ich schicke ihn, die große Bananenkiste holen.

Der Transporter kommt. Die Kauflustigen pfeifen auf Mindestabstand. Wer als erstes steht, bekommt im Akkord Hühner oder Gänse in die Boxen gesteckt. Ratz fatz. Meine Rasseauswahl sieht vor Ort ganz anders aus. Wir entscheiden uns spontan um und suchen schöne graue Junghennen aus. Ich schwitze etwas. Kauf unter Zeitdruck ist nichts für mich. Die Kinder jauchzen vor Freude. Der Händler nimmt die Scheine entgegen. Abschließend frage ich nochmal fix was wir nun eigentlich im Karton haben. Die drei grauen Grünleger werden ab sofort das weibliche Gleichgewicht in unserem Haus wieder herstellen.

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