Lebenstedt: Großer Supermarkt entsteht in der City

Lebenstedt.  Die Abrissarbeiten starten Anfang Mai. Insgesamt werden auch 200 Parkplätze auf dem ehemaligen Preussag-Gelände eingerichtet.

Architekt Frank Guder vom Architektenbüro gjh hat am Donnerstag den Bauantrag für das Verbraucherzentrum in der Lebenstedter Innenstadt (PSI-Gelände) eingereicht. Links im Modell ist das Bürogebäude zu sehen, das erhalten bleibt, rechts der neu zu erstellende Markt.

Architekt Frank Guder vom Architektenbüro gjh hat am Donnerstag den Bauantrag für das Verbraucherzentrum in der Lebenstedter Innenstadt (PSI-Gelände) eingereicht. Links im Modell ist das Bürogebäude zu sehen, das erhalten bleibt, rechts der neu zu erstellende Markt.

Foto: Verena Mai

Ein Lebensmittelmarkt mitten in der City, und dazu 130 ebenerdige Parkplätze – ein Traum für Lebenstedt, den Investor Helmut de Jong und sein Salzgitteraner Architekt Frank Guder nun angehen. Am Donnerstag wurde der Bauantrag bei der Stadt eingereicht, wie Guder berichtete, Anfang Mai starten demnach die ersten Arbeiten. Der Markt könnte in einem Jahr fertig sein und zum Zentrum der City werden.

Auf dem ehemaligen Preussag-Gelände gegenüber des Rathauses in Lebenstedt stehen schon länger die Bauzäune mit Handwerker-Bannern, und Gestrüpp und Bäume sind entfernt worden. Entfernt wird auch das alte Bürogebäude der Preussag, das längs der Chemnitzer Straße steht, kündigt Guder an. Ab Anfang Mai wird hier die Abrissbirne geschwungen, die Genehmigung liege bereits vor, sagt Guder. Hier soll dann der Lebensmittelmarkt entstehen, der im Entwurf eine kühne Rundung auf einer Seite aufweist.

Das nebenan gelegene viergeschossige Bürogebäude aus den 50er-Jahren mit blauen Elementen an der Fassade, das sich längs der Albert-Schweitzer-Straße erstreckt, soll dagegen stehen bleiben. Es soll, so kündigt Guder begeistert an, mit dem noch entstehenden Marktgebäude eine Einheit bilden. „Das ist uns ganz wichtig“. betont Guder. „Wir wollen hier keine gesichtslose Kiste hinstellen – das ist ein individueller Entwurf, der auf das städtebauliche Umfeld Bezug nimmt!“ Beim Bürogebäude seien bereits die Innenräume saniert worden, informiert der Architekt.

Der neue Markt kann dann von der Chemnitzer Straße aus erreicht werden. Welchen Namen der Supermarkt tragen wird, verrät Guder nicht. De Jong befinde sich in finalen Mietvertrags-Verhandlungen, die wohl kurzfristig abgeschlossen werden, verrät er aber. Interesse an so einer seltenen Premium-Lage für einen Supermarkt hätten aber mehrere Anbieter gehabt, weiß er.

Insgesamt 2700 Quadratmeter an Fläche wird das Gebäude inklusive Technik, Sozial- und Sanitärräumen umfassen. Unter dem neuen Markt soll die Tiefgarage entstehen, die hauptsächlich durch Mieter und Mitarbeiter der Bürogebäude und des Marktes genutzt werden soll und von der Albert-Schweitzer-Straße aus angefahren werden kann. Insgesamt, so Guder, werden mit den ebenerdigen Kundenplätzen an der Chemnitzer und der Albert-Schweitzer-Straße mehr als 200 Parkplätze errichtet.

„Uns ist bewusst, dass wir uns nicht in einer Ortsrandlage befinden, sondern im Zentrum“, sagt Guder. Deshalb sei das Markt-Gebäude in Richtung des Bürogebäudes ausgerichtet und mit der Fassadenrundung, die ihm ein schnittiges Äußeres verleiht, versehen. Am Lebensmittelmarkt ist auch ein Werbeturm geplant, der die gleiche Höhe des Bürogebäudes haben soll. Die Eingangsfront des neuen Lebensmittelmarktes soll komplett verglast sein, allerdings „schieben sich kubische Einzelbaukörper“ in die Fassade, beschreibt Guder: Der Windfang und der Backshop. Diese kubischen Elemente sind mit grauen Platten ausgekleidet. Übrigens soll dort auch ein Café entstehen.

Guder weist auch auf die ökologische Bauweise des Gebäudes hin. Es würden unter anderem Holzleimbinder – also Tragwerkelemente – verwendet. Auch soll eine große Fotovoltaikanlage eingebaut werden, die für die Elektroversorgung des Marktes ausreichen soll. „Es gibt keinen Gasanschluss“, kündigt Guder an, die Beheizung soll über eine Wärmepumpe und Betonkernaktivierung erfolgen – bei Letzterem werden Wasser-Rohrleitungen im Beton verlegt, wobei der Beton als thermische Speicher-, aber auch Übertragungsmasse funktioniert.

„Dies ist der letzte große bauliche Meilenstein der de-Jong-Gruppe“, resümiert der Architekt – neben dem Verbrauchermarkt ist hier in unmittelbarer Nähe das Dormero-Hotel entstanden, das voraussichtlich im August eröffnet wird, außerdem wird einen Steinwurf weiter am ehemaligen Deichmann-Haus gearbeitet, was ja quasi der letzte Abschnitt der Umgestaltung rund ums Monument ist. „Es ist schön, wenn man mehrere Gebäude baut, da kann man gestalten“, betont Guder. „Die Gebäude haben miteinander zu tun, das ist kein Konglomerat abgestellter Kisten“.

Anfang Mai soll nun mit den Abrissarbeiten begonnen werden, die sich etwa über zwei Monate ziehen, schätzt Guder. Danach wird der Bau begonnen, der Mitte 2020 für die Lebenstedter zur Verfügung stehen soll.

„Es ist ein gewaltiger Gewinn, auch für die Wohnsiedlung“, sagt Guder. Ein Verbrauchermarkt habe in der Innenstadt bislang gefehlt. Guder: „Wir erhoffen uns durch den Markt hier eine entsprechende Belebung der Innenstadt. Darum geht es!“ Deshalb sei der Standort auch besonders wertvoll.

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