Die „Böcke“ spenden Gemeinsampreis-Geld für kranken Jungen

Salzgitter.  Ben (3) leidet an einem Hirntumor. Die Musiker von nullbock spenden ihr Preisgeld, das sie beim Gemeinsampreis erhalten haben, für die Therapie.

Die nullbock-Musiker (von links) André Bormann, Adrian Polweka und Peter Moryc.

Foto: Bernward Comes / Salzgitter Zeitung

Die nullbock-Musiker (von links) André Bormann, Adrian Polweka und Peter Moryc.

Die Musiker der Salzgitteraner Band nullbock denken nie zuerst an sich, sondern an andere: Für ihr Benefiz-Engagement haben sie kürzlich bei der Verleihung des Gemeinsam-Preises, den unsere Zeitung jährlich im Braunschweiger Dom vergibt, einen mit 1500 Euro dotierten Sonderpreis bekommen. Die Idee, davon endlich mal etwas für sich zu machen und mit dem Geld eine Reise nach Mallorca zu finanzieren, haben die vier Jungs schnell wieder verworfen – nachdem sie eine Sprachnachricht erreicht hatte.

Ben Albert, dreijähriger Sohn eines musikalischen Weggefährten, ist an einem schwern Hirntumor erkrankt, der als inoperabel gilt, berichtet Peter Moryc. Ihn erreichte am Freitag die Sprachnachricht von Holger Hirsch, den die „Böcke“ von Konzertauftritten in ganz Deutschland kennen, von dem sie aber seit fünf Jahren nichts gehört hatten. „Es gibt“, sagt Moryc, der sich schlau gemacht hat, „zwar mehrere Therapiezentren in Deutschland. Die Behandlungsmethode ist von den Krankenkassen allerdings noch nicht anerkannt.“ Deshalb hat der langjährige Kumpel Holger Hirsch die nullbock-Musiker gebeten, die Geschichte über seinen Sohn Ben auch in und um Salzgitter bekannt zu machen. Damit sich genügend Spender finden, um die 120 000 Euro teure Therapie bezahlen zu können, die so schnell wie möglich starten muss.

Die tückische Krankheit nennt sich Glioblastom, Grad 4. Der Hirntumor gilt als inoperabel. Die Lebenserwartung des Jungen beträgt nach Ansicht einiger Ärzte nur noch wenige Wochen. Eine Therapie, so die Hoffnung der verzweifelten Eltern, könnte die Lebenserwartung deutlich erhöhen. „Die Ursache für die hohen Kosten der Therapie“, so Moryc, „hängen mit der langen Dauer der Behandlung zusammen.“

Der dreijährige Ben lebt mit seinen Eltern und einer Schwester in der Nähe von Siegen. Eine immunonkologische Therapie in Köln soll ihm, so genügend Geld zusammenkommt, helfen. „Man mag sich das gar nicht vorstellen, in so einer Situation zu sein“, sagt nullbock-Musiker André Bormann, selbst Vater. Einen Tag, nachdem Band-Kollege Peter die Sprachnachricht erhalten hatte, stand für ihn und die anderen Musiker deshalb fest: Unser Preisgeld spenden wir für Ben. Derzeit laufen auf verschiedenen Kanälen unter der Überschrift „Ben braucht Hilfe“ Spendenaktionen. Unter anderem engagiert sich auch die Elterninitiative für krebskranker Kinder in Siegen für den Jungen. Ansprechpartner für weitere Auskünfte ist hier der 1. Vorsitzende Christian Pilz unter
(0171) 7461081

.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder